Höchstadt a. d. Aisch
Übertragung

Deutschlandfunk sendet Gottesdienst aus Höchstadt

Der Festgottesdienst zur Jubelkommunion in der Höchstadter Stadtpfarrkirche wurde live im Radio übertragen.
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Erleichterung im Übertragungswagen des Deutschlandfunks nach getaner Arbeit: die Redaktionsmitglieder des Senders sowie Silvia Lohmann vom Pfarramt, Dekan Kilian Kemmer, Pfarrgemeinderat Gerhard Wirkner und Rundfunkpfarrer Markus Bolowich ( in der Hocke)    Foto: Marco Kittler
Erleichterung im Übertragungswagen des Deutschlandfunks nach getaner Arbeit: die Redaktionsmitglieder des Senders sowie Silvia Lohmann vom Pfarramt, Dekan Kilian Kemmer, Pfarrgemeinderat Gerhard Wirkner und Rundfunkpfarrer Markus Bolowich ( in der Hocke) Foto: Marco Kittler

Richtmikrofone und meterweise verlegte Leitungen im Inneren der Stadtpfarrkirche St. Georg sowie ein Übertragungswagen des Deutschlandfunkes auf dem Höchstadter Kirchplatz wiesen unmissverständlich auf die Liveübertragung der Messe am Sonntag hin.

Die nicht offensichtliche Hintergrundarbeit beschäftigte das Pfarramt und die Ansprechpartner des Rundfunks schon über Wochen. So musste etwa im Pfarrbüro Silvia Lohmann nach den Maßgaben des Senders ein 20-seitiges Drehbuch konzipieren und auf die Sekunde genau die Länge der Text- und Musikbeiträge berechnen.

Besonders auch für den Organisten Reinhard Döring stellte dies eine große Herausforderung dar, musste er zum einen die penibel vorgegebenen zeitlichen Maßgaben erfüllen, zum anderen aber auch den künstlerischen und emotionalen Erwartungen einer Zuhörerschar von 413 000 Personen gerecht werden. Zudem galt es für Reinhard Döring, den festlichen Charakter zu untermalen, der den Feierlichkeiten zur Jubelkommunion Rechnung trug. Dieser Vereinbarkeit von Vorgaben und Kreativität hatte sich auch die neue Scholaleiterin Kathrin Heinz-Karg zu stellen, die als Kantorin im Gottesdienst mitwirkte.

Die Betreuung der drei Techniker und der Redaktionsmitglieder übernahm Gerhard Wirkner vom Höchstadter Pfarrgemeinderat, der am Wochenende zudem den kompletten Mesnerdienst übernommen hatte. Ihm zollten die aus Köln und Bonn angereisten Gäste hohes Lob für eine "zuvorkommende Kooperation, nach der man sich andernorts vielfach sehnt".

Viele Nachfragen am Telefon

Nach den Nachrichten des Deutschlandfunks erklang das Festgeläute der fünf Höchstadter Kirchenglocken, wozu um 10.05 Uhr Rundfunkpfarrer Markus Bolowich aus Nürnberg eine Präsentation des Höchstadter Lokalkolorits vornahm. Um 10.07 Uhr dann läutete die Sakristeiglocke der St. Georgskirche und das von Silvia Lohmann erstellte Drehbuch wurde umgesetzt.

Die insgesamt über 100 Jubelkommunikanten der vier verschiedenen Erstkommunionjahrgänge waren schon rechtzeitig vorher zum aufbrausenden Spiel der Weiseorgel in die Kirche eingezogen. Vor dem im Radio übertragenen Gottesdienst gedachten sie ihrer Toten und wurden von Dekan Kilian Kemmer begrüßt. Schlussendlich war das Timing so gut, dass das gesamte Orgelnachspiel von Reinhard Döring übertragen werden konnte und um 10.59 Uhr die Verkehrshinweise vor den 11-Uhr-Nachrichten erfolgten.

Im Anschluss an die Übertragung besetzten Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karola dos Reis Goncalves und Jutta Paulini vom Pfarrgemeinderat die Telefone, um von 11 bis 13 Uhr für Fragen und Rückmeldungen zur Verfügung zu stehen. In vielen Telefonaten bezogen sich die Anrufer auf die Predigt von Dekan Kilian Kemmer, der von dem Bildwort Jesu vom "guten Hirten" ausging. Diese Metapher setzte er in Beziehung zu all jenen, die heute ein Hirtenamt in der Kirche ausüben.

Dabei griff der Dekan den Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche genauso thematisch auf wie die unverzichtbare Leitungsaufgabe, klare Entscheidungen in Selbstlosigkeit und Glaubwürdigkeit zu treffen. Auch das Ablegen der Kreuze durch katholische und evangelische Bischöfe auf dem muslimischen Tempelberg in Jerusalem streifte Kemmer. Die Sehnsucht, dass ein guter Hirte vorangeht, ist "trotz allem ungebrochen", so Kilian Kemmer. Für geeignete Hirten gerade am Weltgebetstag für geistliche Berufe vergangenen Sonntag zu beten oder auch der Muttertag kamen inhaltlich vor. Doch immer wieder so gestrickt, dass auch die Jubelkommunikanten sich an ihrem Festtag wiederfinden konnten.

Den Predigttext, Pfarrbriefe und Infomaterial über St. Georg bestellten viele der Anrufer. Natürlich gab es auch kritische Stimmen. So etwa, dass der Dekan den Frauenstreik der katholischen Kirche "Maria 2.0" unerwähnt ließ und nur von Hirten und nicht von Hirtinnen sprach. Auch am gestrigen Montag mussten noch etliche Anrufe im Pfarramt entgegengenommen werden.

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