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Herzogenaurach
Bierprobe

Der Triathlon nach dem Triathlon: Lortzingbräu lud Herzoman-Finisher ein

Nach dem Herzoman ging es um die Disziplinen Sommergold, Kellerbier und Bratwörschd. Das "Team Lortzingbräu" lud zur Nachbesprechung.
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Erste Disziplin am Abend, das Kellerbier (von links): die Hobbybrauer Bernd Seichter (links) und Stefan Deschner (rechts) mit Steffi Brandhofer, Bianka Deschner und Matthias Welker Fotos: Bernhard Panzer
Erste Disziplin am Abend, das Kellerbier (von links): die Hobbybrauer Bernd Seichter (links) und Stefan Deschner (rechts) mit Steffi Brandhofer, Bianka Deschner und Matthias Welker Fotos: Bernhard Panzer
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Es war ein wahrer Marathon, den eine Gruppe sportbegeisterter Herzogenauracher am Sonntag zu absolvieren hatte. Erst die Teilnahme am Herzo Man, einem Triathlon, der in Arme und Beine geht. Und dann noch einen Triathlon hinterher, mit den Disziplinen Sommergold, Kellerbier, Bratwörschd. Denn das "Team Lortzingbräu" hatte ihre und andere Teilnehmer am Abend zu einer After-Herzoman-Party eingeladen. Und da galt es, zwei Sorten ihres selbst gebrauten Bieres zu verköstigen.

Es war bereits das vierte Mal, dass die Hobbybrauer mit einem eigenen Team bei der Großveranstaltung der Turnerschaft an den Start gingen, wenngleich es diesmal nur drei Teilnehmer waren. Im kommenden Jahr will man eine größere Gruppe auf die Beine stellen. Vielleicht ja genau die Truppe, die sich zur Feier und Nachbesprechung einfand.

Die fand ganz nach Vorbild der Oberpfälzer Zoigl-Tradition statt, und so kündete auch an der Linde der gemütlichen Picknick-Ecke am Ende der Lortzingstraße ein Brauer-Stern. Ausgeschenkt wurde Bier nach echtem oberfränkischen Vorbild - ein hefetrübes Kellerbier und das Sommergold, ein frisches Hell. Beide aus eigener Herstellung der Hobbybrauer, und tatsächlich aus einem umfunktionierten Wurschtkessel.

Seit 2011 gibt es die kreative Gruppe, die sich vorwiegend aus Nachbarn zusammensetzt. Vier Herrschaften und zwei Frauen bilden die "Brauerei", die ihren Gerstensaft weder in Flaschen abfüllt noch in Fässern zum Kauf anbietet. Es sind Hobbybrauer, die für sich und Freunde brauen. Und ein bisschen mehr: Auch am Treffen der Hobbybrauer am Höchstadter Kellerberg machen sie mit und schenken aus. Sie sind von Bürgermeister Gerald Brehm zuletzt sogar geadelt worden. "Die Flacken hatten das beste Bier", soll der "Beppo" gesagt haben.


Pure Handarbeit

Und es ist ein hervorragender Stoff, der da regelmäßig entsteht. Er wird gebraut, so wie es sich gehört. Pure Handarbeit eben, ohne technische Tricks. Das Bier darf zehn Wochen reifen und muss nicht schon nach einem Monat in den Verkauf, wie es Großbrauereien tun. "Die scheuen die lange Lagerhaltung", sagt Stefan Deschner, einer der beiden Hauptprotagonisten der Bräu und der Triathlon-Feier.

Zweiter im Bunde ist Bernd Seichter. Beide sind Nachbarn und verbringen auch außerhalb des Bierbrauens viel Freizeit miteinander. Das Brauen aber, mindestens fünfmal im Jahr, ist immer wieder ein echtes Highlight. Mit im Boot sind noch Walter Lorz, ebenfalls ein Nachbar, und Alex Lumbe. Weitere Anteile haben auch Bianka Deschner und Steffi Brandhofer.

Als die Idee keimte, doch mal das Bierbrauen zu versuchen, wandten sich die Neulinge von der Aurach an ein paar bereits erfahrene Hobbybrauer von der Aisch. Die Kollegen von Guebes haben beim ersten Rezept geholfen, danach "haben wir das selber definiert", sagt Deschner. Und dann haben sie ausprobiert und experimentiert, die Rezeptur etwas verändert, mal ein anderes Malz verwendet. "Bier wird's immer", weiß der Hobbybrauer.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014, beim Public Viewing mit Nachbarn und Freunden, haben sie dann ihr sommerlich-helles Bier gemacht, das "Sommergold". Klar, dass der Name passte und Deutschland dann auch Weltmeister werden musste. Zum Einsatz kam ein spezieller Aromahopfen, der das Bier trotz seiner fünf Prozent Alkohol leichter wirken lässt und ihm einen Zitronen-Grapefruit-Abgang beschert, wie es der Lortzingbräu-Mitgründer mit fantasievollen Worten beschreibt. Ein Hobbybrauer ist eben nicht nur Handwerker, er ist auch Marketing-Mann und Künstler.


Fünfmal wird gebraut

Und dann gibt's da noch das hefetrübe Kellerbier, bei dem mit Malz gespielt werden kann. In Planung ist eine Neuauflage ihres Rotbiers zu Weihnachten, das als Festbier etwas stärker eingebraut werden soll. Nicht zu vergessen der Dreikönigsbock mit sieben Prozent.

Sie haben also das ganze Jahr über zu tun. Etwa fünfmal wird gebraut, 200 Liter sind pro Haushalt erlaubt und staatlich begrenzt, ergänzt Bernd Seichter. Alles sei angemeldet und habe seine Ordnung. Gern erinnern sich die Brauer an das Kellerbergfest in Höchstadt zum Tag des Bieres. Da treffe man andere Hobbybrauer und könne sich austauschen. "So ein Kellerbergverein", berichtet Seichter, "fehlt in Herzogenaurach definitiv."

Und dann ging es am Abend nicht nur um Bier und Wörschd, denn die Strapazen des Herzo Man steckten noch in den Beinen. Die Radstrecke sei geil gewesen, erinnerte sich der eine und zitierte lobende Teilnehmer aus Nürnberg. Nicht alle hatten Glück, denn auf der Straße nach Dondörflein herrschte auf der Ebene teilweise kräftiger böiger Wind. Letztlich aber sind alle bei der After-Triathlon-Party anwesenden Herzo-Man-Finisher ins Ziel gekommen.

Auch wenn sie nicht alle drei Disziplinen gleich gern absolvierten. Ungern-Läufer Seichter hatte beim Anzapfen des ersten Fasses am Abend daher sein eigenes Fazit: "Das Bier bei uns läuft schneller." Und dann legten sich alle nochmal ins Zeug und meisterten die drei abendlichen Disziplinen höchst professionell.

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