Herzogenaurach
Sommerkirchweih

Der Mix machts's bei der Musik im Weihersbach

Die Zusammenstellung der Bands bringt alle Jahre Gesprächsstoff. Manch Wunsch ist für Jürgen Oswald unerfüllbar, anderes lässt sich umsetzen.
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Am Mittwochabend waren die Keller im Weihersbach voll besetzt. Garanten für den Erfolg: "Motion Sound" und das gute Wetter.  Foto: herzolife
Am Mittwochabend waren die Keller im Weihersbach voll besetzt. Garanten für den Erfolg: "Motion Sound" und das gute Wetter. Foto: herzolife
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Noch ein Wochenende, und die 68. Sommerkirchweih ist schon wieder vorbei. Noch drei Abende mit Livemusik, und noch dreimal also auch Gelegenheit für die Kirchweihbesucher, trefflich darüber zu diskutieren, was denn nun die wirklich beste Musik ist für eine der schönsten Kirchweihen in der Region.

Ist es eher die gemütliche Kirchweih, die sich die Herzogenauracher wünschen? Manch einer erinnert an die Erzählungen, wie es anno dazumal war, als es noch Bunte Abende gab und die Maria Hellwig jodelte oder in späterer Zeit die "Goldene 17" fast jeden Tag Stimmung machte. Oder ist es eine Kirchweih, auf der so richtig abgefeiert werden darf und soll, und mitgesungen und auf den Tischen gestanden? Die einen mögen Blasmusik, die anderen wollen Hits. "Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann", besagt schon ein deutsches Sprichwort.

Die Wahrheit liegt, wie so oft, auch hier in der Mitte. Oder anders: Die Mischung macht's. Und so ist es alle Jahre kein leichtes Unterfangen, die Musik auf dem großen Podium passend zusammenzustellen. So dass sie den Wirten gefällt, der Stadt und vor allem natürlich dem Publikum. "Mir muss es nicht gefallen", sagt Jürgen Oswald, der seit 18 Jahren für die Auswahl der Bands zur Sommerkirchweih im Weihersbach zuständig ist.

Der 58-Jährige ist bemüht, bei den Besprechungen mit den Festwirten nach Möglichkeit auch Wünsche zu berücksichtigen. Allerdings ist nicht alles möglich, was wünschenswert wäre - manches scheitert schlicht und einfach am Budget. Einer dieser schon seit Jahren geäußerten Wünsche ist es, doch mal die "Troglauer" zu verpflichten. "Ich hab' mit dem Management gesprochen", sagt Oswald. "Die machen das nicht." Diese Stimmungsgaranten möchten laut Oswald kein Laufpublikum, sie wollen in Festzelten spielen. Von daher sei der Abend beim Feuerwehrjubiläum genau das Richtige gewesen.

Auch lässt der Veranstaltungsleiter keinen Zweifel daran, "dass die auch viel zu teuer sind." Das traf in diesem Jahr wohl auch auf "Allgäu Power" zu, die Oswald nicht ins Programm nahm. Die schon seit Jahren teuerste Band im Weihersbach habe ihre Forderung noch einmal erhöht, sagt er. "Das hat das Budget halt nicht hergegeben."

Wie hoch das Budget für die Musik ist, verrät Oswald nicht. Ein Blick in den städtischen Haushaltsplan hilft bedingt weiter: Im Produktkonto Sommerkirchweih ist für Musik und Werbung ein Betrag von 100 000 Euro aufgeführt. Anzunehmen, dass da der deutlich größte Teil auf die Musik entfällt vielleicht gar 70 000 Euro plus?

Mit Polonaise

"Holt doch mal den Weisendorfer Soundexpress", lautete ein Wunsch der Wirte. Gesagt, getan - die auch in Herzogenaurach bestens bekannte Band aus der Nachbargemeinde spielte am Sonntagabend, und offenbar kam das sehr gut an. Immerhin gab's eine Polonaise durch das Festgelände. Und auch die Neuerung am Samstag zur Mittagszeit, mit böhmischer Blasmusik, begrüßt Oswald. Deren Finanzierung haben im ersten Jahr die Wirte selbst übernommen. Ob das allerdings den Erfolg dahingehend hat, dass schon zur Mittagszeit mehr Publikum strömt, muss sich mit der Zeit erst zeigen, meint Oswald.

Immerhin war das konservative Blasmusik-Fanpublikum voller Lob. Es war "wunderschön, Samstagmittag anzuhören", lautete ein Kommentar zum FT-Artikel auf Facebook. "Schade, dass es sowas nicht öfters gibt". Und dann gibt's in den Kommentaren auch wieder die alte Diskussion, dass der Rock doch auf den Rockkeller gehöre und drunten aufs große Podium Gemütlicheres, auch mal was zum Schunkeln.

Andere wiederum können es kaum erwarten, dass mittwochs "Motion Sound" auftritt. Und auch die Platzhirsche von "Faded Glory", die ein ähnlich rockiges Programm spielen, haben schon ihr festes Fanpublikum. Sie spielen morgen Abend auf dem Podium. Begonnen haben sie einst auf dem Rockkeller.

Eines ist sicher: Musik, die einheizt, kann von nun an nicht falsch sein. Angesichts der doch eher abgekühlten Wettervoraussichten. Und so ist zu hoffen, dass es den "Rebellen", "Faded Glory" und "Partyfieber" gelingt, das Publikum bei Stimmung zu halten. Denn auch das letzte Wochenende entscheidet bei den Festwirten über die Frage: War's eine gute Kirchweih?

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