Herzogenaurach
Schulweg

Der gelbe "Wunderstrich" hat ausgedient

Kennen Sie den "Wunderstrich"? Nein? Gesehen haben Sie ihn bestimmt schon einmal. Es ist dieser gelbe Strich, der auf manchem Bürgersteig entlang läuft und selbst dem Verkehrskenner oftmals Rätsel aufgab. In Herzogenaurach hat die gelbe Linie jetzt ausgedient.
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Der gelbe Strich hat ausgedient. Er hat zu sehr für Irritationen gesorgt. Fotos: Michael Busch
Der gelbe Strich hat ausgedient. Er hat zu sehr für Irritationen gesorgt. Fotos: Michael Busch
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Auch in Herzogenaurach arbeitete man eine ganze Weile mit diesem Wunderstrich. Nun interessierten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Mobilität und Verkehr für die gelbe Linie und fragten an, ob es diese noch gebe.
Zunächst einmal zur Aufklärung: Der gelbe Strich markierte die Schulwege. Die Kennzeichnung war kein Herzogenauracher Alleingang, in Deutschland gibt es die unterschiedlichsten Formen. So gibt es in Rheinland-Pfalz, in Alzey "Gelbe Füße". Diese Symbole markieren Stellen, von denen die Kinder beim Überqueren die Fahrbahn überschauen können und von anderen Personen gut zu sehen sind. Die Linien selber sollten den Schulweg vorgeben.

Doch Thomas Nehr, zuständig für Verkehr in der Stadt Herzogenaurach, erklärt den Mitgliedern des Beirates, dass der Wunderstrich schon seit Jahren nicht mehr fortgeführt werde.
Er habe sich aus Sicht der Verwaltung und auch der Polizei nicht "bewährt". Er weist darauf hin, dass ihm "auch keine andere Kommune bekannt ist, wo der Wunderstrich noch praktiziert wird". Dies habe verschiedenste Gründe. Der gelbe Strich ist keine in der Straßenverkehrsordnung verankerte Markierung, also rechtlich ohne Belang.

Parken auf dem Gehweg

Weiter führt Nehr aus: "Der Schulweg darf nicht auf die Strecken reduziert werden, auf denen ein gelber Strich vorhanden ist. Jeder Weg, auf dem Kinder zur Schule gelangen, ist Schulweg. In der individuellen Betrachtung kann ein anderer Weg, auf dem kein gelber Strich vorhanden ist, durchaus günstiger und/oder sicherer sein." Es habe sich aber auch gezeigt, dass Autofahrer die Markierung als Aufforderung zum Parken auf dem Gehweg missverstanden hätten.

Den Kindern helfe es nicht wirklich, sich darauf zu konzentrieren, dem gelben Strich zu folgen. Nehr führt aus: "Sie waren überfordert, als der gelbe Strich wegen Bauarbeiten oder sogar parkender Fahrzeuge nicht mehr erkennbar war. Es nutzt nichts, wenn wegen der Führung durch einen gelben Strich die Wahrnehmung des übrigen (Verkehrs-)Umfeldes leidet."

Das Motto "Folge dem Strich, dann bist du sicher" sei letztlich mehr als trügerisch. Ein Kind muss in der Lage sein, den Weg zur Schule auch ohne gelbe Markierungen zu finden und auf bestimmte Situationen reagieren können. Einem intensiven Schulwegtraining durch die Eltern komme dabei eine entscheidende Bedeutung zu.

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