Herzogenaurach
Verschönerung

Der Finalball grüßt im Herzogenauracher Postkreisel

Adidas hat am Herzogenauracher Postplatz wieder einen "Giant Ball" aufgestellt. Derweilen versucht die Stadt, die erst kürzlich angepflanzten Stauden zu retten. Sie waren durch feiernde Fußballfans zertrampelt worden.
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Mitarbeiter einer Fachfirma stellen den neuen Ball auf dem Kreisverkehr am Herzogenauracher Postplatz auf. Foto: Bernhard Panzer
Mitarbeiter einer Fachfirma stellen den neuen Ball auf dem Kreisverkehr am Herzogenauracher Postplatz auf. Foto: Bernhard Panzer
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"Schau mal", sagte eine Mutter zu ihrer kleinen Tochter, als sie am Gehweg des Postkreisels ging, "da ist wieder ein Ball." Wenige Tage nach der rauschenden Finalfeier, der der große WM-Ball in der Mitte des Kreisverkehrs zum Opfer fiel und zu Bruch ging, ist der Platz wieder besetzt.

Adidas hat am Mittwoch durch eine Fachfirma einen neuen großen Fußball aufstellen lassen. Dabei handelt sich um das übergroße Abbild desjenigen Balles, der beim Weltmeisterschaftsfinale eingesetzt wurde: der "brazuca-Final-Rio-Ball". Bis Dienstag soll das Exemplar noch bei der großen WM-Siegesfeier in Berlin gestanden haben, sagten die Mitarbeiter der Montagebaufirma Effkon aus Eltersdorf, die für Adidas das Aufstellen übernahm. So hat also das aktuelle Modell den "normalen" WM-Spielball abgelöst. Auch farblich unterscheidet er sich, denn sein Design "wurde von der grün-goldenen Farbgebung des WM-Pokals inspiriert", erläutert Adidas-Pressesprecher Oliver Brüggen.

Der "Giant Ball" hat, wie seine Vorgänger auch, einen Durchmesser von 2,20 Meter. Mit einer Höhe von 2,70 Meter einschließlich Podest und einem Gesamtgewicht von 250 Kilogramm ist das Objekt nicht nur weithin zu sehen, sondern auch stabil genug. "Es waren mindestens drei Männer notwendig", sagte Aufsteller Yannick Johnen, um den bisherigen Ball in der Finalnacht aus der Verankerung zu reißen. Das neue Exemplar wurde in mehreren Einzelteilen geliefert, auf eine Sechskant-Säule eingesteckt und montiert, erläutert Adidas-Sprecher Brüggen.

Ärger mit ein paar Vandalen, die in der Finalnacht über das Ziel hinausschossen, hatte auch die Stadt. Denn der Bereich in der Mitte des Kreisverkehrs, rund um den Fußball, wurde erst vor wenigen Wochen angepflanzt. Und zwar nicht irgendwie, sondern nach einem Schema, das zum einen zum WM-Ball passte und zum anderen die vielfältigen Pflanzmaßnahmen an den Ortseingängen ergänzte. "Es war alles top hergerichtet", sagte Bürgermeister German Hacker (SPD). Jetzt sei das Beet zertrampelt, weshalb er den Schaden auf etwa 5000 Euro schätzt. Hacker: "Da fehlt mir deutlich das Verständnis."

Wasser und Hoffnung

Am Morgen versuchten Mitarbeiter der Stadtgärtnerei noch zu retten, was zu retten ist. Es wurde gedüngt und gewässert, damit die Stauden vielleicht doch nochmal austreiben. Das sagte Anja Wettstein, die Leiterin des Planungsamts. Denn auch wenn über der Erde, im Schotterbeet, die Situation trostlos aussehe, habe man eine Hoffnung. Denn wenn die Wurzeln in Ordnung seien, könnten sich die Stauden in zwei bis drei Wochen vielleicht erholt haben. Was dann nicht wird, soll neu angepflanzt werden.

Bei der Gestaltung hatte sich die Stadt beziehungsweise die beauftragte Landschaftsgärtnerin Christine Orel Mühe gegeben. So soll sich die Dynamik des großen Balles durch eine rotierende blühende Scheibe in der Fläche schwungvoll fortsetzen, hatte sie bei der Präsentation geschildert.

Rund um den Kreisverkehr drehen sich die Arbeiten auch in den kommenden Wochen. Dann sollen Schäden im Asphalt ausgebessert werden, erklärte Bürgermeister Hacker. Hierfür wurden gestern die Markierungsarbeiten durchgeführt.
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