Erlangen
Bergkirchweih

Der Erlanger Berg ruft - nach mehr Sicherheit

106 Tage sind es noch bis zum Erlanger "Berch". Aktuell wird auf dem Gelände aber noch kräftig gewerkelt - um der Sicherheit Willen.
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Baustelle Bergkirchweih: Das Gelände wird derzeit für viel Geld saniert. Fotos: Yannick Hupfer
Baustelle Bergkirchweih: Das Gelände wird derzeit für viel Geld saniert. Fotos: Yannick Hupfer
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Wenn am Abend des 6. Junis Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik wieder zur Bierprobe ruft, weiß die ganze Region: der "Berch" ist eröffnet. Traditionell sticht der OB das erste Fass Bier auf dem Henniger Keller an. Doch bis dahin werden noch einige Umbaumaßnahmen auf dem Berg stattfinden.

Am Henninger Keller müssen noch bis Ende Februar zwei Bäume gefällt werden. Nach der Bergkirchweih will die Stadt Erlangen mit der Sanierung starten - und dann darf wegen der Vogelbrutzeit kein Baum mehr fallen. "Es wird auch zur Neupflanzung von Bäumen kommen", bestätigte am Dienstag bei einer Begehung der Baustelle Petra Zerrahn, Sachgebietsleiterin für Kirchen und Märkte beim Liegenschaftsamt Erlangen. Sie müssten weichen, weil sie zu nah an den Stützwänden ständen. Diese werden ebenfalls erneuert. Dort, wo früher die Bühne stand, werden Bäume gepflanzt, die Musiker treten dann eine Etage tiefer auf.

Neues Dach für den Henninger

Ebenfalls nach dem Fest wird auch die Stahlkonstruktion über dem Henniger Keller erneuert. Die alte wird dazu komplett abgebaut. Sie hält während der Bergzeit eine Plastikplane, sodass aus der Konstruktion ein vollständiges Dach entsteht.

Die Planer rund um den Leiter des Tiefbauamtes, Andreas Pfeil, haben viel vor. Die Keller sollen nach und nach erneuert werden, um den neuesten Sicherheitsstandards zu genügen.

Deshalb werden auf dem gesamten Gelände auch neue Geländer verbaut, die eine Mindesthöhe von 1,10 Meter haben müssen, damit Besucher nicht mehr so leicht darüber hinunter fallen können.

Aktuell wird noch fleißig am Erich Keller gewerkelt - immerhin bleiben den Arbeitern nur noch 106 Tage bis zum Anstich. Hier wird unter anderem der obere Fluchtweg verbreitert: "Es ist eine große Sicherheitsmaßnahme", erklärte Pfeil. Auch die Beleuchtung auf dem Rettungsweg wird überarbeitet, dauerhafte statt vorübergehende Lichtquellen sind geplant.

Arbeiten liegen im Plan

Bisher ist man laut Pfeil mit den Sanierungsarbeiten gut vorangekommen. Betonarbeiten wurden schon gemacht, viele Mauern stehen schon am Erich Keller.

Auch hier mussten den Umbaumaßnahmen Bäume weichen - doch es kamen auch wieder neue hinzu. Man versuche, so Zerrahn, mehr Bäume neu zu pflanzen als zu fällen. Am Erich Keller haben die Bauarbeiter alles möglichst eben gestaltet. Dazu wurde die vorderste Stützwand angehoben, damit das Areal dahinter flacher wird. Große Stufen, auf denen Bänke stehen, haben nun eine maximale Höhe von 50 Zentimetern.

Die Bänke bekommen zueinander ebenfalls mehr Abstand, sie seien zudem nun einheitlich und komfortabler. Das bringt allerdings auch mit sich, dass sich die Anzahl an Sitzplätzen auf dem Erich Keller etwas verringert, so Zerrahn. Doch man versuche hier ebenfalls wieder neue zu schaffen.

Insgesamt 1,5 Millionen Euro steckt die Stadt in den Umbau. "Es ist bisher einer der größten Abschnitte", sagt Pfeil. Trotzdem gilt laut Petra Zerrahn: "Wir wollen den Charakter der Bergkirchweih erhalten!" Die Stadt Erlangen, die als Verpächter für einige Keller auftritt, will die Baukosten aber nicht auf die Bierpreise ummünzen: "Die Stadt Erlangen trägt die Investitionskosten vollständig", sagte Zerrahn weiter.

Schwierige Situation

Die hohen Kosten kommen auch wegen der schwierigen Bausituation an den Kellern zustande. "Da ist viel kleinteilige Arbeit dabei", erklärte Pfeil.

Trotz der vielen Vorhaben ist er sich aber sicher: "Auch dieses Jahr wird der Anstich pünktlich sein."

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