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Greiendorf
Artenhilfe

Der Aal darf nicht aus der Aisch verschwinden

Die Anglerfreunde Greiendorf helfen 10 000 Tieren auf ihrem Weg vom Atlantik in die Aisch.
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Lars Knirsch, Robert Gänsler, Johannes Lang, Roland Holler, Markus Lang und Felix Dettmer (von links) von den Anglerfreunden Greiendorf freuen sich über die Glasaale für die Aisch.   Foto: Andreas Dorsch
Lars Knirsch, Robert Gänsler, Johannes Lang, Roland Holler, Markus Lang und Felix Dettmer (von links) von den Anglerfreunden Greiendorf freuen sich über die Glasaale für die Aisch. Foto: Andreas Dorsch
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"Der Aal ist eine der interessantesten Fischarten, die es gibt", sagt Hans Padberg, Diplombiologe beim Fischereiverband Mittelfranken. Das liegt auch daran, dass er immer wieder den Weg von den Laichgebieten in der Sargassosee bei den Bahamas bis in die Aisch bei Greiendorf gefunden hat.

Weil Aale schon immer hier im Aischgrund waren, soll das auch so bleiben, finden die Anglerfreunde Greiendorf mit ihrem Vorsitzenden Johannes Lang und beteiligen sich am Artenhilfsprogramm. Damit versucht der Landesfischereiverband, die Artenvielfalt in den Gewässern zu erhalten.

"Seit den 1980er Jahren ist der Aalbestand bei uns aber um 98 Prozent zurückgegangen", weiß Fischereiexperte Padberg. Normalerweise verlässt der Aal im Stadium Glasaal das Salzwasser im Atlantik und wandert durch die Nordsee in das Süßwasser von Rhein, Main, Regnitz bis hinauf zur Aisch. "Seit 2012 gibt es keinen Nachweis mehr, dass noch große Mengen Aale hier ankommen", sagt Padberg. Gewässerverschmutzung und immer mehr Querverbauungen setzen den bis zu sieben Zentimeter langen Tierchen zu.

33 Vereine machen mit

Da es der Glasaal auf natürlichem Weg kaum mehr bis in die Aisch oder die anderen Flüsse in der Region schafft, hilft der Fischereiverband nach. 33 mittelfränkische Fischereivereine beteiligen sich heuer an dem Artenhilfsprogramm und setzen insgesamt 75 Kilogramm Glasaale ein. Etwa drei Kilogramm, oder 10 000 Aale, steuerten die Greiendorfer Angler bei.

Erstmals hat heuer die Sparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach die Aktion mit 350 Euro unterstützt. Für den Erhalt der gefährdeten Arten in der Aisch geben die Greiendorfer Angler etwa 10 000 Euro im Jahr aus, sagt Vorsitzender Lang. Neben Aalen werden auch Nasen und Barben eingesetzt.

Die am Donnerstagnachmittag eingesetzten, fast durchsichtigen kleinen Aale wurden nur einen Tag vorher in der Sargassosee gefangen, an der französischen Atlantikküste auf Lastwagen verladen und nach Hessen transportiert. Von dort ging der für Mittelfranken bestimmte Teil nach Nürnberg. Die, die jetzt in der Aisch überleben, werden im Herbst schon 16 bis 20 Zentimeter lang sein. Nach vier Jahren sind sie ausgewachsen. Männchen erreichen 60, Weibchen bis zu 150 Zentimeter Länge. Nach etwa zehn Jahren sind sie laut Hans Padberg geschlechtsreif und bekommen den Drang, zurück ins Meer zu wandern, um dort abzulaichen, wo sie geschlüpft sind. Padberg: "Von hundert schafft das heute vielleicht noch einer."

Die in die Aisch eingesetzten Glasaale, sind erst einmal ein gefundenes Fressen für die anderen Fische. Padberg geht von einer Mortalitätsrate von 95 Prozent aus. Unter denen, die es schaffen heranzuwachsen, enden einige auch als wohlschmeckende Speisefische.

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