Höchstadt a. d. Aisch
Straßenbau

Den ganzen Tag "Bubumm, bubumm" in mindestens einer Straße in Höchstadt

Anwohner rund um die Albrecht-Dürer-Straße in Höchstadt sind genervt. Immer mehr Verkehr rumpelt über den teils schadhaften Asphalt.
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Ein geflicktes Schlagloch nervt die Anwohner im Bereich der  Albrecht-Dürer-Straße in Höchstadt Foto: Christian Bauriedel
Ein geflicktes Schlagloch nervt die Anwohner im Bereich der Albrecht-Dürer-Straße in Höchstadt Foto: Christian Bauriedel
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Sie wollen nicht wie die Wutbürger von nebenan rüberkommen. Auch nicht wie diejenigen, die so pingelig sind, dass sie das Gras wachsen hören können.

Die drei Nachbarn Horst Wildner, Gerhard Kellermann und Paul Neudörfer stehen auf dem Gehsteig an der Albrecht-Dürer-Straße in Höchstadt. Direkt vor ihnen im Asphalt der nervenraubende Bösewicht. Zugegeben: Optisch sieht das mehrfach geflickte Schlagloch gar nicht so schlimm aus.

"Das sind Trümmerschläge"

Wer sich allerdings selbst einmal direkt an die Albrecht-Dürer-Straße stellt, der kann die Anwohner verstehen. Bubumm, bubumm, bei jedem Auto, das durch die Vertiefung fährt. Besonders laut sei es bei Pkw mit leeren Anhängern, sagt Wildner. "Oder auch Anhänger voll beladen mit Holz. Das sind Trümmerschläge", so der 77-Jährige. Dazu kämen rund 200 Busse täglich auf der Sammellinie zur Schwedenschanze, sagt Neudörfer. Zudem fahre alle zehn Minuten ein Lkw vorbei.

Die Albrecht-Dürer-Straße sei von der Klassifikation her eigentlich eine Wohn- und Sammelstraße, sagt Paul Neudörfer. Doch das, so der 72-Jährige, der etliche Jahre für die SPD im Stadtrat saß, sei sie schon lange nicht mehr. "Der Durchgangsverkehr wird immer schlimmer." Das merke man "immer wenn der Schaeffler Schluss hat. Alles BA-Kennzeichen", sagt Neudörfer. Die Albrecht-Dürer-Straße sei eine beliebte Abkürzung von Berufspendlern.

Schadhafte Stellen ausbessern

Doch was kann man tun? Zuallererst solle man die schadhaften Stellen ausbessern, sagt Wildner und fügt gleich hinzu: "Aber nicht wieder was draufschmieren, sondern ausfräsen und dann sauber gerade machen." Die Straße sei - verglichen mit anderen in Höchstadt - ja ganz gut in Schuss. Es gehe lediglich um die einzelnen Stellen - die mit dem lautstarken Bubumm, bubumm.

Ein Anruf könnte helfen

Gerhard Kellermann kennt die Sachzwänge im kommunalen Straßenbau ganz gut. Der 73-Jährige war Kämmerer im Landkreis Forchheim. Daher wolle er auch nicht mit irgendeiner pauschalen Stammtischmeinung gegen die Verantwortlichen aufwarten. Eine App, mit der man auf dem Smartphone mit der Stadt in Verbindung treten kann, das wäre doch eine Idee. "Hey Bauhof, Achtung. Hier ist ein Schlagloch."

Aber: Ein Anruf bei der Stadt würde auch schon helfen: "Wir haben hier diesbezüglich noch keine Beschwerden bekommen", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Man werde sich den Asphalt-Flicken natürlich nun einmal anschauen. Wenn man es weiß, dann könne man auch etwas tun, so der Bürgermeister, den der FT telefonisch zufällig mitten in einer Besprechung mit Mitarbeitern des Bauamts erreicht.

"Rote Liste" wird gerade erstellt

Es seien gerade die Listen mit zu sanierenden Straßen auf dem Tisch. Gelb markiert heißt: noch nicht akut (dazu gehört die Albrecht-Dürer-Straße). Rot: akuter Sanierungsbedarf. Das sei unter anderem der Fall in der Steinwegstraße, im Kieferndorfer Weg und im Gebiet rund um die St-Georg-, Marien-, Andreas- und Johannesstraße. Diese Straßen stammen alle aus den Jahren 1959 bis 1961.

Die Albrecht-Dürer-Straße stamme aus dem Jahr 1973 und sei daher noch etwas besser dran. Wobei die Stadt nicht nur die Asphaltdecke im Blick hat, sondern auch Kanal- und Wasserrohre.

Rund 10 Millionen Euro kalkuliert die Stadt alleine für die Straßen der Kategorie rot. Im September wolle man dem Stadtrat die Liste zur Abstimmung vorlegen, sagt Brehm. Ab nächstem Jahr könne dann auf etwa drei Jahre verteilt mit den Sanierungen begonnen werden.

Geschwindigkeitskontrollen

Was aber nicht heiße, dass man akute Problemstellen andernorts ausblende. Die Situation in der Albrecht-Dürer-Straße werde man sich anschauen. Die Anwohner Wildner, Kellermann und Neudörfer würden sich freuen, wenn sie vom Gerumpel befreit würden. Noch besser fänden sie aber, wenn zusätzlich in der ganzen Straße Tempo 30 gelten würde, nicht nur im oberen Teil. Und, das betonen alle drei, wenn die Polizei auch hier öfter mal das Tempo messen würde.

Einige Autofahrer würden grenzwertig schnell durchs Wohngebiet rauschen. Wie zum Beweis kommt gerade ein Auto mit Hänger, Aufkleber: Landschaftspflege. Vielleicht liegt es am Reporter mit Fotoapparat, dass der Fahrer etwas abbremst. Aber trotzdem: Bubumm, bubumm.

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