Herzogenaurach
Bäcker-Aus

Das Ende einer Back-Tradition: Café Lorz hat zu

Das Café Lorz in der Erlanger Straße hat seit Anfang dieser Woche zu. Im Oktober 2017 war man optimistisch und mit vielen Ideen gestartet.
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Die gläserne Bäckerei war Teil des Programms. Die Kunden sollten sehen, wo ihre Backwaren entstehen.  Fotos: Panzer, Busch
Die gläserne Bäckerei war Teil des Programms. Die Kunden sollten sehen, wo ihre Backwaren entstehen. Fotos: Panzer, Busch
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In Facebook wird diskutiert und gemutmaßt: Das Café Lorz hat seine Türen geschlossen - und keiner weiß warum? Im Oktober 2017, also vor knapp eineinhalb Jahren ist Rainer Lorz optimistisch gestartet. "In einem futuristisch anmutenden Bau in der Erlanger Straße eröffnet eine Bäckerei mit Konditorei und Café. Rainer Lorz pflegt eine uralte Familientradition und setzt auf die Kombination von Tradition und Moderne." So hatte der Fränkische Tag damals den Einzug und die Eröffnung kommentiert.

Spekulationen ohne Ende

Seit Anfang der Woche befindet sich an der Eingangstür allerdings ein anderes Schild: "Liebe Leute, ab 'etz is' zu". In dem Café ist noch Licht, es wird aufgeräumt. "Warum macht ihr zu?" Es mag niemand Auskunft geben. Im Netz wird spekuliert. Insolvenz wird immer wieder aufgeführt, beim zuständigen Amtsgericht Fürth findet sich allerdings keine Eintragung.

Die Mieten seien zu teuer, spekulieren wieder andere, weitere führen die Lage an, dass diese nicht optimal gewesen sei. Der Besitzer habe wenig Erfahrung gehabt, schreiben wiederum andere. Das stimmte sicher nicht. Denn mit Rainer Lorz ging ein erfahrener Selbstständiger an den Start. Mit dem Café in der Erlanger Straße ging ein jahrelanger Wunsch des Herzogenaurachers in Erfüllung. Der hatte Anfang der 1990er Jahre bereits ein Café mit Konditorei betrieben. Etwa zehn Jahre war er in der Flughafenstraße aktiv.

Zusammen mit seinem Sohn Michael und einem zehnköpfigen Team startete er 2017 den neuen Laden. Starke Unterstützung gab es auch durch prominente Vertreter. Thomas Fink, bekannter Pianist aus Niederndorf und Kulturpreisträger der Stadt Herzogenaurach stellte eines seiner Klaviere dem Café und seinen Gästen für ein halbes Jahr zur Verfügung. Zur Weihnachtszeit 2017 hat er mit einem kleinen Konzert für entsprechende Aufmerksamkeit gesorgt.

Was viele überrascht, ist das schnelle Ende. Denn noch im Februar hatte der Unternehmer Kräfte gesucht, die das Team verstärken sollten. Servicekräfte und Verkäufer sollten sich bewerben.

Ende der Tradition

Wer nun ins Lokal schaut, sieht nicht mehr viel. Ein aufgeräumtes Lokal, leere Vitrinen, ein paar wenige Dosen sind in einem Regal sichtbar.

Die Personen, die vorbeilaufen sind überrascht. Schüler aus dem gegenüberliegendem Liebfrauenhaus haben unterschiedliche Meinungen. "Die Sachen waren lecker", meint Isa. Deren Freundin Nicola weist auf den nahe gelegenen Edeka hin: "Da war es eben ein bisschen günstiger."

Die Bewertungen des Cafés auf der eigenen Seite sind durchwegs positiv. Anke schreibt: "Freundlicher und humorvoller Service, viele sehr leckere Sachen, tolle Qualität und eine tolle Architektur." Ein anderer Nutzer, Jasmine, schreibt: "Best Breakfast in Town." Nun scheint es ein vorläufiges Ende der Familientradition zu geben, die vor 160 Jahren im oberfränkischen Burgkunstadt begann.

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