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LKR Erlangen-Höchstadt
Einsatz

Das "B" steht für Biologisch

Der ABC-Zug des Landkreises Erlangen-Höchstadt existiert seit 1996. Im Katastrophenfall ist diese Einheit aktiv. Zusammen mit Feuerwehrkameraden aus Erlangen sind die Ehrenamtler an der Corona-Teststelle in Erlangen aktiv.
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Jimmy Maerker zeigt Tim Heller und Erich Biermann die Schutzmasken und Handschuhe.  Fotos: Michael Busch
Jimmy Maerker zeigt Tim Heller und Erich Biermann die Schutzmasken und Handschuhe. Fotos: Michael Busch
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In Frankreich war man bereits, auch in Pirna. Die ehrenamtlichen Helfer des ABC-Dienst Erlangen-Höchstadt haben in ihrem fast 25-jährigem Bestehen ihre "Feuertaufen" bereits bestanden. Aber nun fordert ein Einsatz "vor der Haustüre" die Einsatzkräfte. Corona heißt die Herausforderung.

Der Erlanger Jimmy Maerker trifft am Mittwoch um 13 Uhr den Heßdorfer Erich Biermann. Der erste ist Feuerwehrmann aus Erlangen und technischer Leiter der Corona-Teststrecke am Westbad. Erich Biermann ist Mitglied des ABC-Zuges und an diesem Tage verantwortlich für die Kameraden, die aus dem Landkreis kommen.

Hammerbach, Herzogenaurach, Heßdorf, gut 50 Freiwillige aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt sind in der Einheit aktiv, die sich 1996 gründete. Damals übernahm der Landkreis einen ABC-Zug von der Stadt Nürnberg und beauftragte die Feuerwehr Herzogenaurach mit der Eingliederung dieses Dienstes in das Gefahrenstoff-Konzept im Landkreis.

Ein sicherer Job

Die beiden Feuerwehrdienstleistenden sprechen sich ab, was es bei dem Corona-Testzentrum zu beachten gibt. "Die ehrenamtlichen Kameraden sind für den Part vor dem Abstrich zuständig", erläuterte Maerker. Sprich der ersten Kontrolle, ob überhaupt eine Überweisung vorliegt, denn ein "spontaner Test" ist nicht möglich. "Diese Menschen müssen wir wieder nach Hause schicken", hatte Amtschef Friedhelm Weidinger bereits vor der Eröffnung der Teststellen erklärt.

Vater und Sohn Heller aus Herzogenaurach besetzen zum Beispiel den Posten vor der Einfahrt in die Teststrecke. Sie geben an, wann und wohin die zu Testenden fahren müssen. Mit Mundmaske und Handschuhen ausgerüstet, den entsprechenden Abstand einhaltend, dirigieren sie die Menschen zu den Mitarbeitern des Medizinischen Dienstes, die dann den Abstrich tätigen.

Angst vor der Ansteckung? Erich Biermann sagt sehr ernst: "Wir sind hier im Grunde sicher. Alle Vorkehrungen sind getroffen, damit die Einsatzkräfte geschützt sind." Vielleicht, so meinen die beiden Führungskräfte unisono, "ist man hier im Grunde sicherer als an anderen Stellen." Biermann erklärt: "Wenn wir zu einem Unfall kommen, wissen wir auch nicht, was uns erwartet." Das sei aber schon immer so gewesen. HIV oder andere ansteckende Krankheiten habe es schon lange vor Corona gegeben. "Wir schützen uns entsprechend", sagt er.

400 waren geplant

Den Mitgliedern des ABC-Zuges ist das wohl noch ein Stück mehr bewusst. Denn seit der Eingliederung dieser Dienste in das Gefahrstoff-Konzept und der Entfernung vom Einsatz im sogenannten Verteidigungsfall, ist klar, dass diese Einheit gerade in dem Einsatzspektrum der gefährlichen Einsätze gerückt ist. Also immer dann, wenn es Einsätze mit gefährlichen Stoffen gibt. Das ABC erinnert auch immer daran - Atomar, Biologisch, Chemisch.

"Wir haben unsere Freiwilligen schnell zusammenbekommen", sagt Biermann. Innerhalb von zwei Tagen standen die Dienstpläne. Lob gibt es von der einen Organisation zur anderen Organisation. "Wir Feuerwehren kennen keine Grenzen. Wir helfen den Menschen und arbeiten hervorragend zusammen", sagen sowohl Maerker als auch Biermann. Dazu kommen die vielen anderen Organisationen, die ebenfalls das eine Ziel verfolgen: Menschen helfen. THW, BRK, ASB, KVB - das gehe alles Hand in Hand.

Überraschenderweise ist der Dienst in der ersten Woche gar nicht so heftig für den ABC-Zug, die rund ein Drittel der gesamten Mannschaft an einem Tag stellen. "Wir haben nur noch mittags von 14 bis 17 Uhr auf", sagt Maerker. Statt der erwarteten 400 zu Testenden, seien es etwa 70 Menschen, die die Teststation anlaufen. Von Seiten der medizinischen Betreuung heißt es hinter vorgehaltener Hand: "Die wollen, dass wir bei denen Zuhause vorbeischauen. Die setzen sich nicht ins Auto."

Diese Anpassung sei sinnvoll, aber Maerker sagt: "Wir können das aber auch in kürzester Zeit wieder hochfahren und alle drei Teststellen aktivieren." Und auch Biermann ist sich sicher, dass die benötigten Ehrenamtler wieder schnell dabei sind. Sein Dank geht an die Hauptverantwortlichen des Zuges. So an den Herzogenauracher Norbert Rauch, der einer der Gründungsmitglieder ist, und den Mitverantwortlichen Karsten Sänger.

Am Westbad geht um 14 Uhr die Arbeit los. Die Ankommenden schauen meist irritiert, sie sehen Masken und die Mediziner in kompletten Schutzanzügen. Wenn sie aber die freundlichen Stimmen der Helfer hören, gibt es auch mal ein Lächeln. Auch das gehört zum Feuerwehrjob dazu, egal ob Erlangen oder Erlangen-Höchstadt.