Mühlhausen
Feste

Damit die Kerwa sicher bleibt

In Mühlhausen denkt man über ein Sicherheitskonzept für die Kerwa nach. Anlass sind Vorfälle auf der Kerwa in Aisch.
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Braucht es auch auf kleineren Kerwas bald Sicherheitspersonal wie hier in einem großen Festzelt?  Foto: Barbara Herbst/Archiv
Braucht es auch auf kleineren Kerwas bald Sicherheitspersonal wie hier in einem großen Festzelt? Foto: Barbara Herbst/Archiv

In diesen Wochen schießen sie wieder in die Höhe - die Kirchweihbäume in Franken. Kein Wochenende an dem nicht Dörfer, Marktflecken oder Städte zur Kerwa einladen. Vor 40, 50 oder mehr Jahren endeten Auseinandersetzungen nach ausgiebigem Alkoholgenuss nicht selten in einer Prügelei.

Doch wie schaut es heute mit der Sicherheit aus? Das fragte sich dieser Tage ein Gemeinderat aus Mühlhausen angesichts der am Wochenende anstehenden Kirchweih.

Das Thema wird auch das Ratsgremium in der Sitzung am heutigen Dienstag beschäftigen. Auslöser waren die Zwischenfälle vor kurzem auf der Aischer Kirchweih (mehr lesen Sie hier). Muss Ähnliches auch in Mühlhausen befürchtet werden? Muss man Vorkehrungen treffen, zum Beispiel einen Sicherheitsdienst beauftragen? Das fragen sich die Organisatoren.

Kein Sicherheitsdienst notwendig

"Ich denke in Mühlhausen ist die Gewalt nicht so hoch, dass wir Sicherheitsleute einsetzen müssen", sagt im Gespräch mit dem FT Zweiter Bürgermeister Gerhard Kreß (FW), der zur Zeit Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) vertritt. Zudem wäre es dafür jetzt auch zu spät, so Kreß. Für einen Sicherheitsdienst müsse die Gemeinde Geld in die Hand nehmen. Aber auf das Problem aufmerksam machen und diskutieren wolle man auf jeden Fall, um in Zukunft vorbereitet zu sein. Einmal sei schließlich immer das erste Mal.

"Alles nicht so einfach"

In Mühlhausen wird die Kirchweih ganz klassisch in der Ortsmitte, am Marktplatz rings um den Gasthof Bär und die Kulturscheune gefeiert. Die Kirchweih war einer der Gründe, dass sich im Februar 2016 die Kulturgemeinschaft Markt Mühlhausen gründete.

Ohne den Verein an zentraler Stelle im ehemaligen Gasthaus Bär wäre die Mühlhäuser Kirchweih wohl eines Tages gestorben. Inzwischen agiert die Kulturgemeinschaft mit viel Erfolg nicht nur an der Kirchweih. Sie hat ihr Engagement auch auf Vereine und andere kulturelle Veranstaltungen ausgeweitet.

"Das ist alles nicht so einfach", sagt Friedel Pickel, bei der Kirchweih "Cheforganisator" der Kulturgemeinschaft, auf die Frage nach Sicherheitsvorkehrungen.

Jedes Fest ein Risiko?

Pickel sieht nicht allein den Verein als Ausrichter, sondern die Kirchweih als Ganzes. Würde die Kulturgemeinschaft einen Sicherheitsdienst stellen, ende dessen Aktionsradius an der Grundstücksgrenze. "Trotzdem können sie ein paar Meter weiter drüben schlägern."

Wenn überhaupt, brauche man ein Gesamtkonzept für die ganze Kerwa. Damit stelle sich wiederum die Frage, wer das finanziere. Pickel fragt sich aber auch: "Wo wollen wir eigentlich hin? Wollen wir friedlich feiern oder aus jedem Fest ein Sicherheitsrisiko machen?"



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