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Coronazahlen sind in Cajamarca noch moderat

Der Herzogenauracher Perufreund Hans Meister hat einen aktuellen Brief aus der Partnerregion Cajamarca bekommen.
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Im Jahr 2008 war Hans Meister in Cajamarca. Er (Mitte hinten) wurde dort ebenso wie Pfarrer Helmut Hetzel (vorne links) von den Peruanern herzlich willkommen geheißen.Archiv
Im Jahr 2008 war Hans Meister in Cajamarca. Er (Mitte hinten) wurde dort ebenso wie Pfarrer Helmut Hetzel (vorne links) von den Peruanern herzlich willkommen geheißen.Archiv

Es sehe zurzeit ganz gut aus in Peru: "Die haben früher Maßnahmen getroffen als wir Europäer." Das teilte Fredy Lozano aus Cajamarca, der peruanischen Partnergemeinde der katholischen Pfarrei Herzogenaurach, seinen Freunden in Franken mit.

Aus einer E-Mail erfuhr Hans Meister, dass die Peruaner seit 15 Tagen in Quarantäne sind. Alle Schulen, Universitäten und Grenzen seien geschlossen. Es gebe keine Versammlungen, keine Flüge: "Die Polizei und das Militär kontrollieren alles."

Bisher ein Toter in der Klinik

Bis letzten Dienstag zählte man in Peru 480 Infizierte und neun Tote, alle betagte Menschen. "In Cajamarca wurde erst ein 60-jähriger Lehrer angesteckt. Unser Gesundheitswesen ist jedoch gar nicht auf so eine Krise vorbereitet, es gibt weder Schutzkleidung noch -masken für das Personal. Bis heute haben schon 24 Ärzte und Krankenpfleger diese Krankheit, einer starb" erklärt Lozano weiter.

"In unserer Klinik in Bambamarca haben wir das Personal reduziert und arbeiten nur noch von 8 bis 17 Uhr, weil wenig Kranke kommen (Ausgangssperre). Uns sind sehr schnell Schutzkleidung, Handschuhe und Masken ausgegangen. Die Preise dafür sind unermesslich gestiegen. Eine Packung einfacher Masken, die normalerweise 3,5 Euro kostet, wird heute für 45 Euro angeboten; die besseren, die früher 15 Euro kosteten, sind heute für 250 Euro zu haben", fährt Lozano fort.

Auch in Peru werde häufig über das Radio gebeten, dass die Menschen nicht außer Haus gehen, sich die Hände waschen sowie Alte und Kinder besonders schützen sollen. Aufklärungsarbeit zu den Symptomen werde geleistet und "außerdem versuchen wir, übersteigerte Angst zu nehmen", berichtet Lozano.

Keine Operationen

So lange diese Pandemie anhält, finden im neuen Operationssaal keine Operationen statt, das haben die Fachärzte beschlossen.

In Bambamarca habe es bis letzten Dienstag keinen Fall gegeben. Es seien ja auch alle Zufahrtsstraßen gesperrt. Aus den umliegenden Orten dürfen auch keine Menschen hereinkommen, um einzukaufen oder zu verkaufen. Selbst der große Sonntagsmarkt mit Tausenden Händlern in den Straßen sei leergefegt. "Wir warten ab und hoffen, dass es uns nicht trifft", schreibt Lozano.

Gute Wünsche

"Wir hoffen auch, dass euer Land und eure Stadt weitgehend verschont bleiben und nicht solche schlimmen Fälle wie in Italien und Spanien eintreten. Schützt euch gut und bleibt gesund", schließt Fredy Lozano seine aktuellen Schilderungen über den Zustand in der peruanischen Region Bambamarca.