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Diskussion

Bürgerversammlung Höchstadt: Die Kommune als Klimaretter?

Höchstadt macht schon einiges für den Umweltschutz. Bei einer Bürgerversammlung wurde diskutiert, was die Stadt noch tun kann.
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Der Saal in der Fortuna Kulturfabrik war voll mit interessierten Bürgern.  Foto: Evi Seeger
Der Saal in der Fortuna Kulturfabrik war voll mit interessierten Bürgern. Foto: Evi Seeger
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"Da kommt einiges an Arbeit auf die Stadträte zu", sagte Karl-Heinz Biendarra. Er vertrat in der Bürgerversammlung das ehrenamtliche Höchstadter Energieteam.

Auf dem Weg zur klimafreundlichen Stadt müssten alle Stadtratsbeschlüsse auf Klimafreundlichkeit geprüft werden. Biendarras Vorschläge und Ideen gefielen offensichtlich. Am Ende bekam er viel Beifall für seinen Beitrag.

Realität und Vision - wo steht die Stadt, wo will sie hin? Vor allem wenn die Entwicklung der Stadt unter dem Aspekt des Klimawandels zu sehen ist. Mobilität, Energie und Umwelt standen als Schwerpunktthemen über der Bürgerversammlung in der Kulturfabrik. Bürgermeister Gerald Brehm (JL) musste alles unter einen Hut bringen. Die Zukunftspläne wie auch die Anliegen der Bürger wurden im fast vollen Saal lebhaft diskutiert. Brehm rückte die Stadt und die auf diesem Gebiet geleistete Arbeit ins beste Licht. Die öffentlichen Gebäude seien energietechnisch auf dem neuesten Stand.

Nächster Schritt werde die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchtmittel sein. Photovoltaik sei auf allen Schuldächern und mit dem Einverständnis der Bürger sei bei Nackendorf eine Freiflächenphotovoltaikanlage auf den Weg gebracht worden.

Mehr E-Ladesäulen

"Wir sind noch nicht da, wo wir hin müssen. Aber wir sind auf einem hervorragenden Weg", sagte Brehm. Diesen Weg will Höchstadt mit Hilfe eines Konzepts für Elektromobilität beschreiten, das den Bürgern ein Berater des Unternehmens Steinbacher Consult vorstellte. "Wir sind schon sehr weit", betonte Brehm. Derzeit gebe es Elektrotankstellen am Stadion, im Engelgarten und im Hof der Fortuna Kulturfabrik.

Als "kurzfristige" Maßnahme sollen nach dem Beratungskonzept fünf weitere Ladestationen geschaffen werden: Am Aischparkcenter, in der Innenstadt, in der Fürther Straße, beim Unternehmen Schaeffler und am Bauhof. "Höchstadt ist bereits vorgeprescht", so Steinbacher. Ein entsprechender Förderantrag sei auf den Weg gebracht worden. Umsetzen will Brehm die Tankstellen jedoch nur, wenn sich auch Firmen daran beteiligen.

Kritik am Zustand der Straßen

"Mobilität setzt voraus, dass wir auch befahrbare Straßen haben", kritisierte ein junger Höchstadter. Ein Straßensanierungskonzept stehe bereit, gab Brehm Bescheid. Ein Redner wies darauf hin, dass man in Adelsdorf günstiger Strom tanken könne als in Höchstadt.

Um Mobilität ging es auch beim Carsharing-Modell, das Tina Krieger von der Firma Mikar vorstellte. Das Unternehmen aus Deggendorf erstellt spezielle Konzepte für Kommunen. Gestartet werde in der Regel mit einem Neunsitzer-Bus. "Einen Pkw hat schließlich jeder", sagte Krieger und erläuterte die Modalitäten. Ein Kleinbus sei vielfältig einzusetzen: von Vereinen, bei Familienfeiern, Vereinsfahrten, ja sogar im Urlaub.

Das Energieteam hat noch weitere Vorschläge für eine klimafreundliche Stadt erarbeitet. Den städtischen Fuhrpark auf Elektromobilität umzustellen, war einer davon. Zumindest müsse bei Neuanschaffungen darauf geachtet werden. Städtische und gewerbliche Gebäude hätten große Dachflächen und seien daher ideal für Photovoltaikanlagen. Da dies beim Aischpark-Center laut Brehm nicht funktioniert hat, machte Biendarra einen anderen Vorschlag: "Man könnte eine Genossenschaft gründen, die Photovoltaik auf Gewerbedächern finanziert." Möglichkeiten sieht das Energieteam auch bei Bauleitplanungen. Die Anregung will Brehm aufnehmen. Der öffentliche Nahverkehr, Pendlerparkplätze, die zu hohen Fahrpreise, das Ein-Euro-Ticket und die Busverbindung nach Forchheim beschäftigten die Bürger.

Diskutiert wurde auch über die bauliche Entwicklung der Stadt. "Wie groß wird Höchstadt noch?", fragte eine Bürgerin. Brehms Antwort wurde mit Beifall bedacht: "Wir sind schon froh, wenn wir die Nachfrage unserer Kinder und Kindeskinder decken können." Ein Bürger habe Anspruch darauf, ein Haus zu bauen. "Verwehren will ich ihm das nicht."

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