Herzogenaurach
Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl: Die CSU schickt eine Frau ins Rennen

Die 53-jährige Unternehmerin Sabine Hanisch ist Bürgermeisterkandidatin der CSU in Herzogenaurach. Die gebürtige Bremerin lebt seit 2009 in Herzogenaurach.
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Die Bürgermeisterkandidatin der CSU Herzogenaurach, Sabine Hanisch (vorne), mit Kollegen aus Fraktion und Vorstand (von links): Konrad Körner, Bernhard Schwab, Antje Körner, Kurt Zollhöfer und Walter Drebinger  Foto: Bernhard Panzer
Die Bürgermeisterkandidatin der CSU Herzogenaurach, Sabine Hanisch (vorne), mit Kollegen aus Fraktion und Vorstand (von links): Konrad Körner, Bernhard Schwab, Antje Körner, Kurt Zollhöfer und Walter Drebinger Foto: Bernhard Panzer

Die CSU macht den Anfang und verrät als erste Partei, wen sie in der Bürgermeisterwahl 2020 ins Rennen schicken will. Es ist erstmals eine Kandidatin: die 53-jährige Unternehmerin Sabine Hanisch. Sie wäre die erste Frau im höchsten politischen Amt der Stadt Herzogenaurach.

Sabine Hanisch lebt seit 2009 in Herzogenaurach und gehört seit einigen Jahren auch dem Vorstand der CSU in Stadt und Landkreis an. Auch ist sie in der Frauen Union aktiv. Die gebürtige Bremerin ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne im Alter von 21 und 24 Jahren. Hanisch ist selbstständige Inkasso-Dienstleisterin und hat ihr Büro im Steinweg, also direkt in der Innenstadt.

Die Innenstadt ist auch eines ihrer Themen, wie Sabine Hanisch beim Pressegespräch im Eiscafé am Marktplatz erläuterte. Außerdem liegen ihr die Infrastruktur der Stadt und die Wirtschaft am Herzen. Sehr konkret wollten die Mitglieder aus Fraktion und Vorstand gemeinsam mit ihrer Kandidatin noch nicht werden. Man sei jetzt mitten in der Vorbereitung der Themen zur Kommunalwahl. Und davon gebe es eine Menge, es werde eine sehr spannende Zeit mit vielen Herausforderungen, sagte Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab.

Seit nunmehr zehn Jahren lebt Sabine Hanisch in der "wunderschönen Stadt Herzogenaurach", genauer im Ortsteil Hammerbach. Sie erklärt ihre Motivation, sich für das Bürgermeisteramt zu bewerben. Sie sei unzufrieden mit der rot-grünen Politik im Rathaus und der Alleinherrschaft des SPD-Bürgermeisters German Hacker.

"Ich möchte vieles verändern", sagt sie, "und in Herzogenaurach neu gestalten." Das möchte sie gemeinsam mit den großen Unternehmen von Herzogenaurach tun und generell die Kommunikation verbessern. Die Stadt müsste wieder als Dienstleister auftreten und nicht nur verwaltet werden, erklärt die Kandidatin. Sie freue sich darauf: "Ich bin richtig engagiert."

Und dann nennt sie doch ein paar persönliche Schwerpunkte. Vor allem wolle sie in der Innenstadt Akzente setzen. Da sei Jahr für Jahr weniger los, das müsse geändert werden. Sabine Hanisch ist eine Unternehmerin der Innenstadt und Mitglied in der Förder- und Werbegemeinschaft, seit sie in Herzogenaurach wohnt. Auch die Verkehrswege wolle sie verbessern. Sie wünscht sich zum Beispiel ein Radwegsystem nicht nur für die Neubaugebiete. "Die alten Ortsteile müssen besser angebunden werden."

Freilich gebe es in Herzogenaurach ein großflächiges Gebiet an Themen und Interessen. Das Wahlprogramm werde zurzeit in Arbeitsgruppen erstellt. Am Donnerstag, 6. Juni (20 Uhr), findet im Gasthaus Schuh in Dondörflein die offizielle Nominierung statt und bereits am Freitag, 3. Juni, stellt sich die Kandidatin um 18 Uhr den Mitgliedern der CSU in der Herzo Bar vor.

Mehr Bürgerbeteiligung

Ein weiterer wichtiger Eckpunkt der Arbeit der kommenden Monate steht auch schon fest: "Wir wollen die Bürgerbeteiligung ganz groß schreiben", sagte stellvertretender Fraktionsvorsitzender Walter Drebinger. Es stünden große Projekte an, bei denen die Bürger mitreden sollten. Politiker müssen zuhören, meinte auch Stadtrat Konrad Körner. Er sah es übrigens als gutes Omen, dass Sabine Hanisch aus Bremen kommt. Denn auch dort wolle die Union mit einem Selbstständigen das rote Rathaus übernehmen, sagte Körner (Die CDU setzt in Bremen auf den Internet-Unternehmer Carsten Meyer-Heder, die Red.)

Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab freute sich im Pressegespräch über die Bewerbung von Sabine Hanisch. Sie sei sehr offen und an allen Themen der Stadtpolitik interessiert, sagte er. Die Fraktion werde sie unterstützen und auf allen ihren politischen Wegen begleiten, so Schwab.

Und was rechnet sich die CSU bei der Bürgermeisterwahl aus? "Wir glauben, dass wir wirklich Chancen haben, den Bürgermeister zurückzuerobern", stellte der Fraktionschef fest. Ihr Ziel sei eindeutig das Rathaus, sagte Sabine Hanisch. Das könnte auch eine Stichwahl bedeuten: "Wir wären zufrieden, wenn es auf Etappen geht", beschrieb es Schwab.

Die CSU hatte 1970 das Rathaus zurückerobert und bis 2008 nicht mehr abgegeben. Damals waren Hans Ort und Hans Lang jeweils Erster Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach. 2008 gewann Senkrechtstarter German Hacker (SPD) die Wahl gegen Walter Nussel (CSU). Auch 2014 hatte der Amtsinhaber die Nase vorn, und zwar deutlich. Die CSU hatte damals Matthias Düthorn gebracht. Der ist inzwischen Bürgermeisterkandidat für 2020 bei der CSU im benachbarten Weisendorf.

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