Röttenbach
Ablehnung

Swinger-Club in Franken: Bürger starten Petition gegen den Sex-Treff

Der Swingerclub, der nach Röthenbach kommen soll, sorgt weiter für Furore. Jetzt haben Bürger eine Petition dagegen gestartet und auch der Gemeinderat hat sich klar positioniert.
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In die Räume einer ehemaligen Videothek im Forstacker soll ein Swinger-Club einziehen. Foto: Thomas Schöbel
In die Räume einer ehemaligen Videothek im Forstacker soll ein Swinger-Club einziehen. Foto: Thomas Schöbel

Es war das bewegende Thema in Röttenbach in der vergangenen Woche. "Die Telefone im Rathaus standen nicht still und viele Bürger sind aufs Äußerste verunsichert", erklärte Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Besorgte Anwohner haben bereits eine Online-Petition initiiert. Sie befürchten einerseits einen Wertverlust für ihre Immobilien und verweisen andererseits darauf, dass "im Anwesen und darum herum schutzbedürftige Kinder leben". Das das Thema umstritten ist, zeigen aber auch Reaktionen auf die Petition, die hier "spießige Scheinheiligkeit" und "Doppelmoral" kritisieren.

Swingerclub in Röthenbach: Gemeinde vom Thema überrascht

Die Rede ist von der geplanten Ansiedlung eines Swingerclubs in den Räumen einer ehemaligen Videothek im Forstacker. Die Gemeinde sei von diesem Vorhaben völlig überrascht worden und habe selbst bis vor ein paar Tagen nichts davon gewusst, gab der Bürgermeister zu Protokoll. Bis dato lägen auch noch keine prüffähigen Unterlagen vor. Am Donnerstag sei aber ein Gespräch mit dem potenziellen Betreiber geplant.

"Ich unterstütze dieses Vorhaben aber in keinster Weise", betont Wahl schon im Voraus. Er wolle nicht den Moralapostel spielen, aber die Eröffnung einer solchen Vergnügungsstätte in einem Mischgebiet mit überwiegender Wohnraumnutzung und zwei Jugendeinrichtungen in unmittelbarer Nähe erachte er als nicht genehmigungsfähig. Allerdings könne zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden, ob es sich bei dem Vorhaben überhaupt um eine genehmigungsfähige Nutzungsänderung handelt. Der Gemeinderat beschloss auf Antrag Wahls einstimmig, alle rechtlichen Möglichkeiten und Schritte zu unternehmen, um die geplante Eröffnung am 4. Januar sowie eine spätere Zulassung zu verhindern.

Kritik an Weiher-Sanierung

Während es bei diesem Thema große Einigkeit und keinen weiteren Gesprächsbedarf gab, sorgte die im Spätsommer erfolgte Sanierung des Eggerts-Weihers an der Hannberger Straße zumindest kurzfristig für Diskussionen. Bezüglich der Sanierung war es zu Irritationen gekommen, weil die Kosten mit 35 800 Euro erheblich höher ausgefallen waren als ursprünglich angenommen.

Lothar Saulich (SPD) kritisierte, dass diese Ausgaben quasi am Gemeinderat vorbei stattgefunden hätten. Zudem sei der Weiher als Regenrückhaltebecken für das geplante Baugebiet Röttenbach West vorgesehen und müsste daher ohnehin nochmals ertüchtigt werden. "Wir haben dann hier unter Umständen eine doppelt so teure Maßnahme", so Saulich. Dem wiedersprachen sowohl der technische Leiter des Bauhofs, Heinz Weber, als auch der zuständige Ingenieur Bernd Ernst. Aufgrund der Durchführung im trockenen Spätsommer sei die Maßnahme sogar sehr günstig gewesen und keine Arbeit umsonst gemacht worden. Der Sanierungsaufwand sei erheblich größer gewesen als angenommen. "Aber das wahre Ausmaß kann man oftmals erst sehen, wenn man angefangen hat", erläuterte Ernst.

Bürgermeister Wahl betonte in diesem Zusammenhang auch, dass die anfallenden Kosten vollständig auf die Erschließung des Baugebiets Röttenbach West umgelegt werden und widersprach damit aufgekommenen Irritationen. Die SPD-Fraktion um Saulich zeigte sich mit den Erläuterungen letztendlich zufrieden.

Dritte Kita entsteht

Zufrieden dürften auch die Röttenbacher Familien sein, die einen Kindergartenplatz benötigen. Die Planungen für eine dritte Kindertagesstätte sind nämlich einen weiteren Schritt voran gekommen. Als Standort konnte sich der Gemeinderat auf die Nordwest-Ecke des alten Schulsportplatzes einigen. Erste Vorarbeiten an der Fläche hätten bereits stattgefunden. Als Bauträger konnte die SoKi Sozialer Kitabau GmbH aus Nürnberg gewonnen werden. Als Betreiber wiederum steht die ebenfalls in Nürnberg ansässige Kinderzentren Kunterbunt gGmbH bereit. Wahl stellte klar, dass man mit der Arbeit der evangelischen und katholischen Kirche als bisherige Träger sehr zufrieden sei. "Mit der Entscheidung für einen freien Träger tragen wir zur Pluralität der Angebote in der Gemeinde bei."

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