Reaktion

Brehm verteidigt Höchstadts Wachstum

Höchstadts Bürgermeister nimmt Stellung zu den Vorhaltungen des neuen Grünen-Ortsverbands.
Artikel drucken Artikel einbetten
Großflächige Ansiedlungen soll es im Gewerbegebiet Aischpark nicht mehr geben. Foto: Klaus Strienz (Archiv)
Großflächige Ansiedlungen soll es im Gewerbegebiet Aischpark nicht mehr geben. Foto: Klaus Strienz (Archiv)
+2 Bilder

In Höchstadt ist der Kommunalwahlkampf eröffnet. "Bisher habe ich mich mit Stellungnahmen zurückgehalten", sagte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) am Freitag in einem Pressegespräch, doch auf die Vorhaltungen aus den Reihen des neuen Ortsverbands der Grünen - siehe Bericht vom Freitag - müsse Brehm reagieren.

Als jahrzehntelanges Mitglied im Bund Naturschutz achte Brehm auch auf die Umwelt und sehe jede konstruktive Mitarbeit als gute Sache. Sollten die Grünen jedoch hinter ihrer Aussage stehen, auf weitere Baugebiete verzichten zu wollen und damit auch Höchstadter Kindern und Enkeln die Möglichkeit nehmen, hier zu bauen, sähe er darin "ein hohes Maß an Egoismus". Die Vertreter der Grünen hätten fast alle Grundstücke und Häuser in Höchstadt und damit sei auch die Landschaft verbaut worden.

Den Hauseigentümern in Höchstadt billigt Brehm das Recht zu, ihren Wohnraum zu gestalten. Auch wenn jetzt einige Steingärten in Neubaugebieten auffallen, sieht der Bürgermeister in den Hausgärten der Höchstadter in der Regel einen größeren ökologischen Beitrag als ihn gleichgroße Ackerflächen liefern würden. Die Stadt stelle aber schon fest, dass in manchem neuen Garten mancher Baum fehlt. Hier dann einzuwirken, sei nicht so einfach.

Brehm stehe für nachhaltiges Wachstum und finde es gut, wenn sich die verschiedenen Gruppen im Wahlkampf positionieren. Dann könne der Wähler entscheiden.

Natürlich bemühe sich die Stadt darum, dass nicht genutzte Grundstücke wieder genutzt werden. So würden immer wieder auch Häuser gekauft, um sie einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Mit Nachdruck verteidigt Brehm die Ausweisung von Gewerbeflächen in Höchstadt. Alle Bürger würden die Infrastruktur in der Stadt genießen. Um diese aufrecht erhalten und finanzieren zu können, sei für den Bürgermeister ein nachhaltiges Wachstum unerlässlich.

Kein großflächiges Gewerbe

Das kritisierte, von der Firma Meinhart nicht mehr genutzte große Firmengelände im Aischpark werde wieder vermarktet, ist sich Brehm sicher. Ins Eigentumsrecht könne die Stadt hier aber nicht eingreifen.

Im Bereich Gewerbe setzt Brehm für sein Mittelzentrum Höchstadt auf "gesundes und gesteuertes Wachstum". Großflächige Gewerbeansiedlungen wie in der Vergangenheit will auch der Bürgermeister nicht mehr. Qualität und Ökologie stünden im Vordergrund. Gleichwohl sei für Brehm jeder Arbeitsplatz vor Ort auch ein Beitrag für den Umweltschutz, müssen die Arbeitnehmer doch mit dem Auto nicht erst kilometerweit fahren.

Der Höchstadter Bürgermeister will bezahlbaren Wohnraum schaffen und möchte die "hervorragende Grundstückspolitik" in Höchstadt weiter betreiben. Das von den Grünen angeprangerte interkommunale Gewerbegebiet zwischen Nackendorf und Mühlhausen sei bereits zu den Akten gelegt.

Für Brehm dürfe eine neue Gruppierung wie die Grünen auch schon "ordentlich auf den Busch hauen, allerdings sollen sie dann offen sagen, was sie wollen". Der Bürgermeister freut sich schon auf die Auseinandersetzungen im Wahlkampf. Die Bürger sollen vor der nächsten Wahl wissen, wer wofür steht.

Den Höchstadter Grünen empfiehlt er, die Sache in den Vordergrund zu stellen und nicht gegen jemanden Politik betreiben zu wollen. Es sei "vollkommen daneben", wenn man jetzt schon überlege, nach der Wahl mit CSU und SPD eine Mehrheit gegen die Junge Liste bilden zu wollen. Auch erinnere Brehm daran, dass er als Bürgermeister nicht die Möglichkeit habe, wie ein Diktator alles alleine beschließen zu können.

Auch der jüngst im FT geäußerten Kritik von CSU-Vorsitzendem Alexander Schulz, den Flächenfraß voranzutreiben, widerspricht der Bürgermeister. Auch der Erwerb von Häusern durch die Stadt geschehe nicht konzeptlos. Alle Häuser würden mit Mehrheitsbeschluss des Stadtrats gekauft und für alle gebe es ein Nutzungskonzept.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren