Höchstadt a. d. Aisch
Triathlon

Brehm startet, Dresel tritt ab

Zur 20. Auflage des Höchstadter Schüler-Triathlons luden die Organisatoren mehrere "Prominenten"-Staffeln ein. Initiator Günther Dresel wurde verabschiedet.
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Organisator Günther Dresel reicht den Stab an Lucia Rippel weiter. Fotos: Daniel Ruppert/Andreas Dorsch
Organisator Günther Dresel reicht den Stab an Lucia Rippel weiter. Fotos: Daniel Ruppert/Andreas Dorsch
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Angst, vom Polizisten auf der Nachbar-Bahn geblitzt zu werden, musste Gerald Brehm nicht haben. Der Höchstadter Bürgermeister absolvierte die 100 Meter im Becken des Wellenfreibads gemächlich im Brustschwimmstil. "Ich bin ins Ziel gekommen", stellte Brehm nach Ende des 20. Schüler-Triathlons selbstironisch fest. Zum kleinen Jubiläum nahmen neben hunderten Schülern einige Prominenten-Staffeln teil, darunter der Fränkische Tag.

Nachdem sich das Stadtoberhaupt mit Hilfe des Startblocks elegant aus dem Wasser gehievt hatte und zur Wechselzone gelaufen war, übergab der 58-Jährige an Michael Ulbrich, Leiter der Ritter-von-Spix-Mittelschule. "Ich habe kurz vorher gehört, dass man im Windschatten 30 Prozent Energie spart", berichtete Ulbrich. Prompt steuerte der 60-Jährige sein Rad auf die Überholspur der sechs Kilometer langen Strecke Richtung Etzelskirchen und brachte Bernd Lohneis, den Dritten im Bunde der Staffel "Stadt und Schule", nach drei Runden in eine bessere Laufposition.

Lohneis hat gute Ausreden

Der Oldie im Team präferiert längere Distanzen. "Bis ich in Tritt gekommen bin, war ich schon im Ziel", erklärte der ehemalige Rektor des Höchstadter Gymnasiums nach 800 Metern zu Fuß. Seine zweite Ausrede schickte der 66-jährige Pensionär augenzwinkernd direkt hinterher: "Meine Kinder halten mich mit Umzügen und Sonstigem vom regelmäßigen Sporttreiben ab."

Die eigentlichen Protagonisten der Veranstaltung, die Jugendlichen aus Ritter-von-Spix-Schule, Realschule, Grundschule Süd, Anton-Wölker-Grundschule, Don-Bosco-Schule und Gymnasium, spulten das Programm routinierter ab. Keiner von ihnen war geboren, als Günther Dresel die Veranstaltung, die inzwischen in den Kalender der deutschen Triathlon-Union aufgenommen wurde, im Jahr 2000 ins Leben rief.

Wettkampf-Besprechung im Eis-Stadion, Abgabe des Fahrrads in der Wechselzone auf der Wiese des Freibads, Bereitmachen für den Starschuss am Schwimmerbecken - der Ablauf in etlichen Startgruppen ist für Dresel inzwischen Routine. Was nicht bedeutet, dass alles von selbst läuft. "Normalerweise habe ich am Tag nach dem Triathlon mit der Vorbereitung auf den nächsten begonnen. Daher weiß ich gar nicht, was ich morgen machen soll", erzählte der Spix-Sportlehrer, der die Verantwortung nach 19 Jahren an Lucia Rippel weitergibt.

Rippel tritt in große Fußstapfen

Die 30-Jährige kennt die Veranstaltung nicht nur als Helferin. "Ich habe als Schülerin sechs Mal teilgenommen", erinnert sich Rippel, die ebenfalls Lehrerin an der Mittelschule ist. Pünktlich für Dresels Nachfolge wurde ihrem Wunsch nach Versetzung in die Heimat entsprochen, nachdem sie zuvor in Nürnberg und Oberbayern unterrichtet hatte. Änderungen plant sie für den 21.Staffel-Triathlon nicht. "Ich bin froh, wenn alles einigermaßen wie bisher funktioniert. Mir wird sicher einiges durch die Lappen gehen", zollt sie ihrem 65-jährigen Vorgänger Respekt.

Bei der Siegerehrung überraschte das Orga-Team seinen scheidenden Chef mit einer Urkunde für die 20. Teilnahme. Auch der Bürgermeister bedankte sich im Namen der Stadt und der Region für Dresels langjährige Arbeit. Aufs Podest schafften es der Bürgermeister und seine Kollegen zwar nicht. Doch allein, dass alle ihren Platz fanden, bedeutete eine deutliche Verbesserung zu Brehms letztem Start vor zehn Jahren. Das seit 23 Jahren amtierende Stadtoberhaupt erinnert sich an eine Promi-Staffel mit Pleiten, Pech und Pannen.

IOC-Chef Thomas Bach war dabei

"Der damalige Erlangen-Höchstadter Landrat Eberhard Irlinger ist zwar ordentlich geschwommen, hat aber zunächst den Wechselort nicht gefunden. Ich wollte den Rückstand wettmachen und bin richtig in die Pedale getreten, so dass ich nach 300 Metern erschöpft war. Somit ging Thomas Bach einsam als Letzter auf die Laufstrecke." Der damalige Chef des deutschen olympischen Sportbunds und heutige Präsident des internationalen olympischen Komitees nahm es olympisch: Dabei sein ist alles.

"Aber er spricht mich immer darauf an, wenn wir uns sehen", berichtet Brehm über den Fecht-Olympiasieger aus Weisendorf. Sofern er zum 25. Jubiläum des Höchstadter Schüler-Traithlons wieder eine Promi-Staffel auf die Beine stellt, ist sein Ziel klar: "Nächstes Mal gewinnen wir."

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