Herzogenaurach
Südumfahrung

BN-Gutachten gegen die Südumfahrung: Die CSU will Klarheit

Eine CSU-Anfrage bezieht sich auf die vom Bund Naturschutz in einem Pressegespräch und in einem Gegengutachten zum Straßenprojekt erhobenen Vorwürfe.
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Schon 2012 forderten die Niederndorfer plakativ eine Umgehung, weil die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt und den Seitenstraßen viel zu hoch sei. Jetzt gibt es aber offenbar Irritationen hinsichtlich der Zahlen. Die CSU fordert Aufklärung.  Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
Schon 2012 forderten die Niederndorfer plakativ eine Umgehung, weil die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt und den Seitenstraßen viel zu hoch sei. Jetzt gibt es aber offenbar Irritationen hinsichtlich der Zahlen. Die CSU fordert Aufklärung. Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
Das vom Bund Naturschutz (BN) in Auftrag gegebene und jüngst vorgestellte Gutachten zur Südumfahrung (FT vom 3. März, "Ein Bündnis gegen die große Straße") zieht Kreise. Jetzt richtet die CSU-Stadtratsfraktion eine Anfrage an Bürgermeister German Hacker (SPD). Man bittet um eine Stellungnahme zu den "schweren Vorwürfen, die der BN gegen die Planungsleistung der Stadt zur Südumfahrung Niederndorf-Neuses erhebt."


CSU will nicht abwarten

In ihrem Schreiben bitten die beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Kurt Zollhöfer und Walter Drebinger gemeinsam mit Stadtrat Konrad Körner darum, sich um dieses Gutachten zu bemühen und zur nächsten Stadtratssitzung die städtischen Planer einzuladen, damit sie dazu Stellung nehmen können. Freilich wissen die Anfragenden, dass solche Vorwürfe im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens auf offiziellem Wege begutachtet und entkräftet werden müssen. Dennoch fordert man diese Stellungnahme jetzt schon: "In Anbetracht der Schwere" der vorgebrachten vermeintlichen Fehler "halten wir es jedoch für wichtig, Zweifel an den städtischen Gutachten erst gar nicht aufkommen zu lassen", heißt es wörtlich.

Ein Abwarten des einjährigen Planfeststellungsprozesses hält die CSU der Debatte nicht zuträglich. Sollten in der Tat Fehler gefunden worden sein, sollte der Stadtrat darüber informiert und eine Diskussion ermöglicht werden, ob und wie diese ausgebessert werden können.
Auch an den Bund Naturschutz richtet sich die Anfrage. Der BN wird nämlich "im Wege bestmöglicher Transparenz" dazu aufgefordert, das Gutachten den Stadtratsmitgliedern vollständig zukommen zu lassen, um sich selbst ein Bild von eventuellen "Fehlern" machen zu können.

"Wir gehen davon aus, dass es den Gegnern dieses Projekts darum geht, auf tatsächliche Fehler und Bewertungsschwierigkeiten aufmerksam zu machen und die gewählten Entscheidungsträger umfassend zu informieren", schreiben die drei Räte abschließend.


BN sieht Widersprüche

Mit dem Gutachten will der BN darlegen, dass es das aufwändige Straßenprojekt nicht braucht. Wulf Hahn, Geschäftsführer des beauftragten Büros Regio Consult aus Marburg, berichtet, "dass die tatsächlich gemessenen Verkehrsdaten im Widerspruch zu den Modelldaten stehen." Den Gutachten der Stadt zufolge gebe es nämlich eine Verringerung des Verkehrs in der Niederndorfer Achse, und zwar in einer Größenordnung von 18 Prozent zwischen den Jahren 2002 und 2013. Weitere 13 Prozent seien bis 2015 dazu gekommen. Jetzt aber werde vorhergesagt, dass die Zahlen deutlich steigen.

Der BN wolle auch weiterhin versuchen, die Straße zu verhindern, stellte Regionalreferent Tom Konopka damals fest. Und die Gegner seien auch "guten Mutes, dass das gelingen kann".
Bürgermeister German Hacker hat zu den Vorwürfen der Naturschützer keine Stellung bezogen. Zur der Anfrage der CSU werde er sich, wie gewünscht, in der Stadtratssitzung am 22. März äußern, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage des FT. Vorher aber nicht. Natürlich, so Hacker weiter, könne sich die Öffentlichkeit sicher sein, dass man alle Äußerungen, die irgendwo gemacht werden, aufmerksam verfolge und bewerten werde. Hacker: "Ich bin sehr entspannt."
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