Herzogenaurach
Neubau

BMW-Wormser baut für die ganze Region

Der Herzogenauracher Familienbetrieb errichtet in Tennenlohe ein neues BMW-Autohaus. Der alte Gebäudekomplex in der Bamberger Straße hat 2020 ausgedient.
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Bernd Niocol ist seit 20 Jahren bei BMW-Wormser und seit 16 Chef der Autohäuser. Die Zentrale in Herzogenaurach  wurde 1979 gebaut und hat im kommenden Jahr ausgedient.    Foto: Andreas Dorsch
Bernd Niocol ist seit 20 Jahren bei BMW-Wormser und seit 16 Chef der Autohäuser. Die Zentrale in Herzogenaurach wurde 1979 gebaut und hat im kommenden Jahr ausgedient. Foto: Andreas Dorsch
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Es war die Zeit von Audi 80, Ford Capri, Opel Kadett B und Golf GTI. Bei BMW waren die Fahrzeuge der 02er-Serie auf der Erfolgsspur und der erste 3er rollte auf die Straßen. In Herzogenaurach baute das Familienunternehmen Wormser 1970 ein neues BMW-Autohaus - in der Bamberger Straße, damals am Rande der Stadt.

In den Gebäuden entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Der Komplex aus den 1970er Jahren hat aber inzwischen seine Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Die Firma Wormser zieht die Konsequenzen und baut ein komplett neues Autohaus. Das wird allerdings nicht mehr in Herzogenaurach entstehen, sondern 14 Kilometer weiter im Gewerbegebiet von Tennenlohe.

"Wir werden aber nicht aus Herzogenaurach flüchten", versichert Bernd Nicol, Geschäftsführer von BMW-Wormser und zuständig für die inzwischen fünf Autohäuser in Herzogenaurach, Höchstadt, Coburg, Forchheim und Erlangen. Für die Neubaupläne von Wormser gab es in Herzogenaurach aber kein geeignetes Grundstück. Allerdings soll ein kleinerer BMW-Servicebetrieb in Herzogenaurach noch gebaut werden.

Keine Flächen verfügbar

Bürgermeister German Hacker bedauert es sehr, BMW-Wormser ins benachbarte Tennenlohe ziehen lassen zu müssen. Aber ein Grundstück mit dem gewünschten Ausmaß von zwei Hektar "können wir nicht abbilden". Für die drei großen Konzerne Adidas, Puma und Schaeffler gebe es zwar noch Entwicklungspotenzial, aber "flächenintensive Dinge" seien in Herzogenaurach nicht machbar. Kleinere Einheiten für Handwerksbetriebe gebe es noch. Mit der Verlagerung der BMW-Wormser-Zentrale könne man leben. Hacker: "Wir müssen als Region denken."

Für Bernd Nicol, seit 20 Jahren bei Wormser und seit 16 Chef der Autohäuser, haben sich seit dem Neubau in Herzogenaurach nicht nur die Autos verändert. Auch der Umsatz ist gewaltig gestiegen. Als Nicol vor 20 Jahren in den Familienbetrieb kam, verkaufte dieser in den beiden Häusern in Herzogenaurach und Höchstadt 650 Autos im Jahr, 2018 waren es rund 1600. In allen fünf Autohäusern setzte Wormser im vergangenen Jahr 3350 Fahrzeuge ab.

Die Räume in der Herzogenauracher Zentrale erreichten ihre Kapazitätsgrenzen. Um den Standort in Herzogenaurach wuchsen im Laufe der Jahre immer mehr Wohnhäuser - für ein Autohaus in der Nachbarschaft nicht gerade ideal.

Bei BMW in München sieht man die Firma Wormser als Partner der Zukunft, sagt Geschäftsführer Nicol. Nachdem man von der Konzernzentrale auch die Marktverantwortung für das Gebiet Erlangen übertragen bekommen hat, suchte Wormser einen zentralen Standort für die Region und wurde in Tennenlohe fündig. in Sichtweite der Kreuzung A3/B4 entsteht jetzt auf rund zwei Hektar Fläche das neue Autohaus. Der Humus auf dem Grundstück ist bereits abgeschoben. Ende März ist Baubeginn, im Mai 2020 soll es fertig sein.

"Es wird ein funktionales Gebäude, kein Protzbau", betont der Geschäftsführer. Mit innovativen Arbeitsplätzen, auf die sich die über 50 Mitarbeiter aus der Herzogenauracher Zentrale laut Nicol schon freuen.

Ein Schwerpunkt in dem neuen Autohaus soll die Elektromobilität werden. Seit Oktober handelt Wormser auch mit den Elektroautos des Münchner Konzerns. Natürlich sind dann auf dem neuen Gelände in Tennenlohe auch eine Reihe Ladestationen geplant, die Nicol öffentlich zugänglich machen will.

Das rund 10 000 Quadratmeter große alte Wormser-Gelände an der Bamberger Straße ist sehr gefragt. Hier könnte sich die Geschäftsführung gut Wohnhäuser vorstellen. "Wohnraum wäre eine Option", sagt auch Bürgermeister Hacker. Noch sei für die künftige Nutzung aber noch alles offen.

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