Niederndorf
Amphibienschutz

Biotop mit "hoher Bedeutung": Weiher soll so bleiben

Ein zwischen Niederndorf und Obermichelbach gelegener Weiher soll zum Zwecke der Fischzucht verkleinert werden, was allerdings nicht genehmigt wurde.
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Ein trocken liegender Weiher zwischen Niederndorf und Obermichelbach darf nach Ansicht von Stadtverwaltung und Bauausschuss nicht aufgeschüttet werden, da er aufgrund des Amphibienvorkommens eine besondere Artenschutzfunktion hat, wie eine Untersuchung 2016 ergeben hat.  Foto: Bernhard Panzer
Ein trocken liegender Weiher zwischen Niederndorf und Obermichelbach darf nach Ansicht von Stadtverwaltung und Bauausschuss nicht aufgeschüttet werden, da er aufgrund des Amphibienvorkommens eine besondere Artenschutzfunktion hat, wie eine Untersuchung 2016 ergeben hat. Foto: Bernhard Panzer
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Wenn Naturschutz und Landwirtschaft aufeinander treffen, dann sind Entscheidungen nie ganz einfach. Der Bauausschuss des Herzogenauracher Stadtrates hatte so einen Fall jetzt vorliegen. Das Gremium folgte der Empfehlung der Stadtverwaltung, dem vorliegenden Gesuch nicht zuzustimmen.

Genau gesagt ging es da eher um die Fischzucht. Ein Teichwirt aus Niederndorf möchte einen an der Straße nach Obermichelbach liegenden Weiher verkleinern. Seit einigen Jahren habe der Teich nur noch sehr wenig Wasser und liege aktuell trocken, wie in der Sitzung am Mittwochabend ausgeführt wurde. Da der Himmelsweiher keinen Zulauf hat und quasi von den Niederschlägen gespeist wird, reicht das Wasser nicht mehr aus, um einen Besatz mit Fischen zu ermöglichen. Das könnte sich durch eine Verkleinerung der Fläche verbessern.

Jetzt kommt der Naturschutz ins Spiel. "Der Weiher hat eine hohe Artenschutzfunktion für Amphibien", heißt es in der Erläuterung zum Beschlussvorschlag der Verwaltung. Es handle sich dort um ein "Schwerpunktgebiet zur Landschaftspflege". In diesem Fall gehe es konkret um die Extensivierung von Teich- und Weihergruppen "mit besonderer Artenschutzfunktion".

Dass dies so ist, belegte eine faunistische Untersuchung zur Südumgehung, die 2016 dort durchgeführt worden ist. Das beauftragte Büro für Umweltplanung, Anuva aus Nürnberg, hat die Weiheranlage als "Amphibienbiotop mit hoher regionaler Bedeutung" kartiert. Davon hatte sich im Vorfeld der Sitzung auch die städtische Umweltbeauftragte, Monika Preinl, vor Ort überzeugt.

Kartierte Arten

In der Kartierung erfasst sind "ein großes Vorkommen des Teichfrosches und eine große Zahl von adulten Grünfröschen", wie die Verwaltung aufgelistet hat. Dazu kommen "ein mittelgroßes Vorkommen des Laubfrosches sowie eine kleinere Fortpflanzungsgesellschaft von Erdkröten".

Daher lautete der, vom Bauausschuss einstimmig umgesetzte Beschlussvorschlag, das gemeindliche Einvernehmen zur Verkleinerung der Weiheranlage nicht zu erteilen. Ergänzt wurde der Hinweis, dass keine naturschutzrechtliche Prüfung des Eingriffs in den Amphibien-Lebensraum vorliegt.

Damit spielte die Stadt den Ball weiter ans Landratsamt. Denn jetzt soll die Untere Naturschutzbehörde das Vorhaben prüfen, um die endgültige Entscheidung über den Antrag zu fällen. "Ob unsere Ablehnung hält, wird sich zeigen", sagte Susanne Strater vom Planungsamt der Stadt.

In der Debatte wunderte sich Kurt Zollhöfer (CSU), dass der Weiher einerseits zwar trockengelegt sei, andererseits aber dennoch ein Biotop für Amphibien. "Ist das nicht widersinnig?" Diese Bewertung "müssen andere machen, sagte Bürgermeister German Hacker (SPD) und verwies auf die Untere Naturschutzbehörde. Vielleicht reiche die Restfeuchte ja aus.

Jedenfalls habe die Stadt dort untersucht und sei zur Erkenntnis gelangt, "man kann ihn nicht zuschütten." Möglicherweise sei es möglich, dem Himmelsweiher Wasser zuzuleiten. So etwas werde gerade bei einem Weiher nahe dem Adidas-Outlet versucht. Hacker: "Wir haben großes Interesse an sowas."

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