Zentbechhofen
Stammtisch

Bierbrauer fachsimpeln in Zentbechhofen

Die Braumeister aus Bamberg und Umgebung trafen sich in Zentbechhofen. Der Grund: Sie hießen Timo Baier als neues Mitglied in ihrer Runde willkommen.
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Timo Baier (Mitte) führte die Kollegen durch die Brauerei in Zentbechhofen.  Foto: Evi Seeger
Timo Baier (Mitte) führte die Kollegen durch die Brauerei in Zentbechhofen. Foto: Evi Seeger

"Da steckt Leidenschaft und Liebe zum Produkt dahinter", schwärmt Johannes Schulters. Der Bierexperte, der vor fast vierzig Jahren das Fränkische Brauereimuseum in Bamberg initiiert hat, rühmt das Bier der kleinen und mittelständischen fränkischen Brauereien. "Es hat Persönlichkeit und noch einen Hausgeschmack und -geruch". So wie das Bier der Brauerei Friedel in Zentbechhofen. Dort fand der 138. Stammtisch der Bierbrauer und Braumeister aus Bamberg und Umgebung statt.

Braumeister Timo Baier, Chef der Brauerei Friedel, wurde als neues Mitglied in diesem Kreis willkommen geheißen. Als Mittelfranke in der Runde von überwiegend oberfränkischen Bierexperten, die den Mitgliederstamm des Biermuseums bilden. Wie Johannes Schulters, der Vorsitzende berichtet, zählt der Museumsverein 400 Mitglieder, davon einhundert Brauereien. "Wir sehen uns als Bildungsstätte und Multiplikatoren, um das Kulturgut Bier als Genuss zu bewahren", nennt er als Ziel.

Zu bewahren gilt es vor allem die große Vielfalt an fränkischen Bieren. "Handwerklicher, naturbelassener, individueller", sei deren Geschmack, verglichen mit Bieren von Großbrauereien, findet der Braumeister und Biersommelier. "Ein Bier darf durchaus Ecken und Kanten haben", sagt Schulters. Schmunzelnd fügt er hinzu: "Bier soll einen ,Wiederwillen' erzeugen, damit man es immer wieder trinken will."

Der Stammtisch, an dem sich Brauer vom Obermain bis Bamberg, von Weigelshofen bis Bischberg versammelt hatten, stehe vor allem für Kollegialität und Austausch. Es gebe auch immer übergeordnete Themen, die alle interessieren, so Schulters. Entwicklungen auf dem Rohstoffsektor beispielsweise oder Neuheiten in der Anlagentechnik.

So waren auch zwei Anlagenbauer und ein Kupferschmied in der Runde, die den Braumeistern ihr Leistungsspektrum vorstellten. Beim Rundgang staunten die Kollegen nicht schlecht über die moderne Brauerei und deren Ausstattung. "Ein Vorzeigebetrieb, alles tipptopp", lobte Schulters.

Partner anderer Brauereien

Etwa 3000 Hektoliter Bier braut Timo Baier im Jahr. Dazu kommen noch einmal 3000 Hektoliter alkoholfreie Getränke. Als Partner hat er für vier weitere Brauereien, die keine eigene Anlage haben, die Abfüllung übernommen. Unterstützt wird er beim Abfüllen von seiner Familie. Bereits in der fünften Generation ist die Brauerei im Familienbesitz. Seine Brauerlehre absolvierte Timo Baier in der Bamberger Brauerei "Fässla".

Vier Biere hat der junge Braumeister ständig im Sortiment: Kellerbier, Landbier, Vollbier und Helles. Jahreszeiten bedingt kommen dazu ein Bockbier - der Friedelsator - und ein Festbier zu Weihnachten.

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