Wenn sich 16 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren nachmittags zum Spielen treffen, scheint für viele Erwachsene das Chaos perfekt. Gerald Fink nimmt es hingegen ganz gelassen. Gemeinsam mit Jutta Göllner und Anna Vogt leitet der Pianist den Musical-Projektchor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und probt derzeit für die beiden Aufführungen des Kindermusicals.

Dass dies nicht immer ganz reibungslos verläuft und den Verantwortlichen manchmal eine Menge Geduld abverlangt, ist Gerald Fink gewohnt. Denn bereits vor vier Jahren brachte der Projektleiter beim "Pfingstmusical" eine Gruppe von Kindern auf die Bühne und begeisterte diese für das Singen und Schauspielern. Seither organisiert die Kirchengemeinde zweimal im Jahr ein derartiges Kindermusical, für das in Gottesdiensten und an Schulen geworben wird.

"Die Proben dauern ungefähr zwei bis drei Monate und finden einmal pro Woche im Martin-Luther-Haus statt. Es ist für Kinder von der zweiten bis zur siebten Klasse gedacht", erzählt der Musicalleiter.


Zwei engagierte Helferinnen


Für die kommenden beiden Aufführungen nahm sich Fink vor, zusammen mit seinen Nachwuchsschauspielern Ulrich Gohls "Freude in Jericho" perfekt einzustudieren. Darin wird von der Begegnung des reichen, aber klein gewachsenen Zollpächters Zachäus mit Jesus von Nazareth erzählt. Nicht nur für die Kinder eine außergewöhnliche Möglichkeit, um sich mit Religion zu beschäftigen.

"Wir wollen ein musikalisches Angebot stellen und sowohl den Kindern, als auch später den erwachsenen Zuschauern eine biblische Botschaft übermitteln", meint der Pianist. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: So müssen in den kommenden Wochen die Rollen vergeben, die Kostüme zurechtgeschnitten und das Bühnenbild entworfen werden.

Eine Menge Arbeit, die Fink nicht alleine stemmen kann. Daher greifen ihn mit Jutta Göllner und Anna Vogt zwei engagierte Frauen unter die Arme, die sich um die Rahmenbedingungen kümmern.


Anfang Mai wird's ernst


Währenddessen übt Gerald Fink Strophe für Strophe und geht mit Friederike, Theo und Co. die wichtigsten Szenen durch. So lässt sich der Musicalleiter auch von kleinen Texthängern seiner Schützlinge nicht aus der Ruhe bringen und legt viel Wert auf Mimik und Gestik: "Das Schwierige ist, zu singen und sich gleichzeitig zu bewegen."

Schließlich muss bis zu den Aufführungen am 5. Mai im Martin-Luther-Haus und am 6. Mai im Montessori-Kinderhaus alles sitzen. Außerdem steht den Kindern noch ein weiterer großer Bühnenauftritt bevor.

"Es freut uns besonders, dass wir sogar schon drei Mal zum bayerischen Kirchentag auf den Hesselberg eingeladen wurden", erzählt der Musicalleiter stolz. Mehr Informationen über das Kindermusical sind im Netz zu finden.