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Herzogenaurach
Kirche

Beten mit Simbabwe: Feier zum Weltgebetstag

Eine Veranstaltung im Martin-Luther-Haus drehte sich um das afrikanische Land. Mellisa Gunguwo kredenzte eine Erdnuss-Suppe.
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Weltgebetstag im Martin-Luther-Haus
Weltgebetstag im Martin-Luther-Haus
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Bereits am ersten Freitag im März trafen sich in Herzogenaurach im Martin-Luther-Haus zahlreiche Gläubige zum Weltgebetstag.

Simbabwe ist in diesem Jahr der Anlassgeber. Diese Veranstaltung, die von Frauen aller Konfessionen getragen wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto: "Steht auf und geh!" Zahlreiche Herzogenauracherinnen und auch einige Männer hatten sich zum Weltgebetstag-Gottesdienst im Martin-Luther-Haus eingefunden.

Am ersten Freitag im März stehen Frauen in über 120 Ländern auf und bilden eine Gebetskette rund um den Globus. Alleine in Deutschland machen jährlich mehr als 800 000 Menschen mit. Frauen aus jeweils einem anderen Land schreiben den Text des Gottesdienstes. Für 2020 kommt er vom Weltgebetstagskomitee aus Simbabwe.

Für die Vorbereitung zeichneten Angelika Pröger, Pfarrerin Andrea Schäfer, Iris Wulff, Ute Völklein, Silvia Bingold, Bianca Malki, Monika Thoma und Anneliese Bittner verantwortlich. Auch für die musikalische Umrahmung im Gottesdienst war gesorgt. Unter der Leitung von Brigitte Kreppel und Marie Luise Sylup musizierte ein Chor, unterstützt von Instrumentalisten.

86 Prozent Christen

Simbabwe ist die Heimat der Victoria-Fälle, in dem Land leben 86 Prozent Christen. Im Jahr 2017 wurde Robert Mugabe nach 37 Jahren Präsidentschaft durch einen Militärputsch von Emmerson Mnangagwa abgelöst. Er galt viele Jahre als Mugabes rechte Hand und als Drahtzieher von "Gukurahundi". Große Hoffnungen setzte die Bevölkerung in die Wahlen im Juli 2018, obwohl die Opposition keine wirkliche Alternative bot. Sehr wahrscheinlich wurde Mnangagwa mithilfe von Wahlbetrug im Amt bestätigt. Im Januar 2019 erreichte die Wirtschaft einen neuen Tiefpunkt.

Der Weltgebetstag setzt sich dafür ein, dass Deutschland auf einen Teil der Schuldenrückzahlung verzichtet. Stattdessen soll die Regierung von Simbabwe dieses Geld in einen unabhängigen Fonds für die Förderung von Frauen- und Gesundheitsprogrammen einzahlen. Die Programme werden zusammen mit Organisationen der simbabwischen Zivilgesellschaft ausgewählt und umgesetzt.

Nach dem Gottesdienst waren die Anwesenden in das Foyer eingeladen, um zusammensitzen und sich austauschen. Der Saal war mit den Fahnen von Simbabwe dekoriert und das vorbereitete Essen roch sehr verführerisch. Da das Essen mit der Familie für die Menschen auf den sehr wichtig ist, gab es nach dem offiziellen Teil natürlich Spezialitäten aus Simbabwe.

Mellisa stammt aus Simbabwe

Eine der Beteiligten war Mellisa Gunguwo aus Harare der Hauptstadt von Simbabwe. Sie war vor fünf Jahren als Gastschülerin nach Deutschland gekommen und lebte bei Gastfamilien auch in Herzogenaurach. Inzwischen macht sie eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Nürnberg.

Da es ihre Zeit zuließ, war sie gerne nach Herzogenaurach gekommen, zumal ihr Heimatland das Thema des Weltgebetstages war. Die Kinder wachsen in ihrem Heimatland mit zwei bis drei Sprachen auf. Sie selbst hat Shona gelernt, in der Schule zusätzlich die Amtssprache Englisch erlernt.

Die Gerichte, die von den Organisatorinnen zum größten Teil zuhause vorbereitet worden, kennt sie natürlich alles aus ihrer Heimat. Sie findet es bemerkenswert, was da nach Rezepten zusammengestellt wurde. Es gab zum Beispiel Erdnuss-Suppe, Fruchtigen Krautsalat (mit Rosinen), Kartoffelsalat mit Süßkartoffeln und Bacon, Gemischten Salat mit Sardinen, Sadza mit Erdnussbutter, außerdem Rindergulasch mit Süßkartoffeln Karotten Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch.