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Bergkirchweih in Erlangen: Sexuelle Belästigung und Maßkrug-Schlag - der Berg-Auftakt aus Sicht der Polizei

Die Erlanger Bergkirchweih ist eröffnet - und damit beginnt auch für die Polizei in Erlangen wieder eine arbeitsreiche Zeit. So verlief der Bergkirchweih-Auftakt aus polizeilicher Sicht:
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Am Donnerstag wurde in Erlangen die 264. Bergkirchweih eröffnet. Für die Polizei gab es einiges zu tun - doch insgesamt verlief der Auftakt recht friedliche. Foto: Ronald Rinklef
Am Donnerstag wurde in Erlangen die 264. Bergkirchweih eröffnet. Für die Polizei gab es einiges zu tun - doch insgesamt verlief der Auftakt recht friedliche. Foto: Ronald Rinklef

Seit Donnerstag herrscht wieder Ausnahmezustand in Erlangen: die 264. Bergkirchweih wurde eröffnet - doch dabei kam es auch zu Protesten.

Sexuelle Belästigung am Rande der Bergkirchweih in Erlangen

Aus Sicht der Polizei verlief der Auftakt der Bergkirchweih weitgehend friedlich. Allerdings kam es in der Nähe der Berg-Geländes zu sexuellen Belästigungen von mindestens zwei Frauen.

Wie die Polizei berichtet, zeigte sich ein Exhibitionist gegen 16.15 Uhr in der Straße Bürgermeistersteg in schamverletzender Weise gegenüber zwei jungen Frauen. Die beiden verständigten umgehend die Polizei. Eine Streifenbesatzung des Unterstützungskommandos Mittelfranken nahm kurz darauf einen Mann vorläufig fest, der dringend tatverdächtig ist.

Der 66-Jährige muss sich nun in einem entsprechenden Ermittlungsverfahren verantworten. Er befindet sich zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß. Das Fachkommissariat der Kriminalpolizei Erlangen hat die weiteren Ermittlungen übernommen und bittet um Zeugenhinweise. Auch mögliche weitere Opfer werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken in Verbindung zu setzen. Unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 ist rund um die Uhr ein Hinweistelefon geschaltet.

Polizei Erlangen: Weitgehend ruhiger Berg-Auftakt

Die Polizei Erlangen stellte zum Beginn der Bergkirchweih 2019 auch die Fortsetzung des Trends der letzten Jahre fest. Der Auftakt sowie der mittlerweile übliche "Kastenlauf" von zumeist jungen Bergbesuchern verliefen überwiegend friedlich. In einigen Fällen mussten die Erlanger Einsatzkräfte, die durch Polizeibeamte aus ganz Mittelfranken unterstützt wurden, jedoch einschreiten, um Ordnungsstörungen und Straftaten zu unterbinden oder aufzunehmen. Erstmals wurde die Erlanger Polizei auch durch Beamte der Reiterstaffel des Polizeipräsidiums Mittelfranken im Bereich der Wöhrmühle sowie am Bürgermeistersteg unterstützt. Darüber hinaus twitterte das Social-Media-Team der Pressestelle des Präsidiums Mittelfranken live um das Berggeschehen mehrere einsatzbegleitende Tweets.

Bereits gegen 15.00 Uhr versammelten sich mehrere tausend überwiegend junge Menschen an mehreren Punkten rund um den Berg und feierten den Auftakt der Bergkirchweih. Erstmals wurde am Wiesengrund die neu geschaffene Freizeitanlage am ehemaligen Campingplatz genutzt. Hier fanden in der Spitze bis zu 1000 Personen Platz und feierten den Bergauftakt.

Im Bereich des Bürgermeistersteges hielten sich bis zu 3200 Besucher auf. Hier fiel eine Gruppe von rund 100 Personen auf, die verbal aggressiv gegen die Einsatzkräfte vorging. Nachdem aus der Gruppe heraus die Beamten mehrmals und lautsprecherunterstützt unflätig beschimpft wurden, erhielt diese Gruppe einen Platzverweis, der erst nach mehrmaliger Androhung durch Wegschieben durchgesetzt werden konnte. Hierbei fiel ein 19-jähriger aus dem östlichen Landkreis auf, der mehrere Polizeibeamte nochmals beleidigte und sich gegen die anschließende Feststellung seiner Identität zur Wehr setzte. Der 19-Jährige wurde vorläufig festgenommen und nach einer von der Staatsanwaltschaft angeordneten Blutentnahme wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen. Der 19-Jährige war mit 1,40 Promille nicht unerheblich alkoholisiert.

Die restlichen Störenfriede befolgten nach kurzem Widerspruch die polizeilichen Anordnungen und verließen den Platz. Im Anschluss bedankte sich eine Vielzahl der dort feiernden jungen Leute bei den Einsatzkräften, dass sie die Störenfriede in ihre Schranken verwiesen hatten.

Im Anschluss verliefen die Feiern störungsfrei. Die Polizei musste lediglich noch einmal einschreiten, da ein 20-jähriger Erlanger bei einsetzendem Regen ein Kinderfahrrad entwendete, um schneller nach Hause zu kommen.

Auf dem Festgelände am Burgberg begannen die Feiern gegen 16.45 Uhr mit dem Start des Festumzuges und der anschließenden Eröffnung der Bergkirchweih 2019 durch Oberbürgermeister Florian Janik.

Wie im Vorjahr wurden an acht Örtlichkeiten Zugangs- und Taschenkontrollen durchgeführt. Hier musste nur ein unbelehrbarer Besucher des Platzes verwiesen werden, da er sein Bier zum Berg mitbringen wollte. Im Laufe des Abends füllten sich die Keller zusehends und waren gegen 20 Uhr vollbesetzt. Auch durch den einsetzenden Regen änderte sich die Besucherzahl nur geringfügig.

Vier Körperverletzungen zum Bergkirchweih-Auftakt: Schlag mit Maßkrug

Auf dem Berg mussten vier Körperverletzungen durch die Beamten der Bergwache aufgenommen werden. Während es sich bei drei dieser Delikte um Auseinandersetzungen ohne ernsthafte Verletzungen handelte, fiel ein 28-jähriger Erlanger auf, der seinem Kontrahenten aus nichtigem Anlass heraus einen Maßkrug auf den Hinterkopf schlug. Durch den Schlag brach der Maßkrug entzwei. Der Geschädigte erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf und wurde zur weiteren Abklärung seiner Verletzungen in die Notaufnahme der Chirurgischen Universitätsklinik verbracht. Der 28-Jährige war mit 1,44 Promille erheblich alkoholisiert und musste sich auf Anordnung der Staatsanwaltschaft einer Blutentnahme unterziehen. Gegen ihn wurde zudem ein Betretungsverbot für den Rest der Bergkirchweih bei der Stadt Erlangen beantragt.

Die Nachfeiern in der Innenstadt verliefen - auch in Anbetracht der kühlen Witterung - sehr ruhig und es kam zu keinen weiteren Auseinandersetzungen. Lediglich drei Radfahrer wurden nach ihrem Bergbesuch deutlich alkoholisiert angetroffen und mussten sich ob ihrer festgestellten Alkoholisierung jenseits von 1,60 Promille einer Blutentnahme unterziehen.

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