Einweihung

Bei Schäufele dem Wind gelauscht

Der Windpark ist bereits seit Juni letzten Jahres in Betrieb und war durchaus umstritten. Doch bei der offiziellen Einweihung gab es wenig kritische Worte.
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Die Windräder bei Ochsenschenkel sind mit besonders leisten Rotoren ausgestattet. Ein Grund, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung gestiegen sei, betonten die Projektverantwortlichen.  Fotos: Yannick Hupfer
Die Windräder bei Ochsenschenkel sind mit besonders leisten Rotoren ausgestattet. Ein Grund, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung gestiegen sei, betonten die Projektverantwortlichen. Fotos: Yannick Hupfer
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Es ist ein Projekt, das lange umstritten war: Am Sonntag wurde der Windpark Steigerwald eingeweiht. Drei Windräder bilden den Park rund um die Gemeinde Ochsenschenkel, die vergangenes Jahr einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen musste. Denn der Windpark ist bereits seit Juni letzten Jahres in Betrieb und war durchaus umstritten.
"Gegner gibt es immer", erklärt Projektentwickler Friedrich Brehm. Es seien 15 bis 20 Leute gewesen, die aktiv "Stimmung gemacht haben". Doch Brehm sieht die Vorteile des Projekts, er versuche, durch Argumente zu überzeugen. Denn der Strom, der erzeugt wird, ist grün und schadet nicht nachhaltig der Umwelt, wie etwa Strom aus einem Atomkraftwerk.


Entfernung ist wichtig

Zudem sei der Standort gut, wenngleich es durch die 10-H-Regelung in Bayern immer weitere Einschränkungen für Windkraftanlagen gibt. Demnach muss der Abstand zum nächstgelegenen Haus zehn Mal so weit sein wie die Höhe der Anlage. Dann bleiben nicht mehr viele Plätze, sagt Friedrich Brehm. Deshalb versuche man sie zu umgehen, und die anliegenden Gemeinden von den Projekten zu überzeugen, um näher an ihnen bauen zu können. "Die 10-H-Regelung existiert nicht so, wie die meisten das denken", sagt der Projektleiter.
Doch beim Projekt im Steigerwald hat man versucht, auch die angrenzenden Bewohner möglichst wenig zu belasten. So wurden "Serrations" verbaut, Bauteile, die an die Rotorblätter montiert werden und den Wind brechen, so dass die Geräuschbelastung möglichst gering bleibt. Alleine dieses Extra habe 100 000 Euro mehr gekostet, so Brehm.
"Das ist uns die Akzeptanz in der Bevölkerung wert", so der Projektleiter weiter. Denn die mussten auch einige Unannehmlichkeiten hinnehmen. So wurden für den Transport der Rotorblätter teilweise Straßen gesperrt und Schilder abmontiert. Die Blätter wurden auf einem Laster in ihrer Gesamtlänge durch die Dörfer gefahren, konnten durch einen speziellen Mechanismus bis zu einem Winkel von 60 Grad in die Höhe gedreht werden.
Zum neuen Windpark haben aber auch einige Politiker am gestrigen Sonntag gratuliert: Landtagsabgeordnete Walter Nussel (CSU) und Gabi Schmidt (FW), stellvertretende Landrätin Ute Salzner (CSU) und Bürgermeister Helmut Lottes. Dessen Gemeinderat hatte sich erst gegen den Windpark entschieden. Doch: "Ich denke, die Leute haben sich mittlerweile mit den Windkraftanlagen abgefunden", so der Bürgermeister am Sonntag.


Mit Humor genommen

Gabi Schmidt spricht sich hingegen ganz klar für Windkraftanlagen aus. Es seien in den vergangenen Jahren viel zu wenig Windräder gebaut worden: "Ich bin für die Abschaffung der 10-H-Regelung." Denn, so Schmidt, wären die Bürger gegen einen Bau, könnten sie immer noch andere Schritte einleiten gegen eine Anlage.
Doch das wurde bei den drei Windrädern im Steigerwald nicht gemacht. Und so konnten zahlreiche Gäste am Sonntag die Windräder erkunden und bei Schäufele, Kaffee und Kuchen im Bierzelt die Aussicht über den Steigerwald genießen. Für eine humoristische Umrahmung sorgte Sven Bach, der im Franken-T-Shirt auftrat, während sich die Kinder beim Schminken bemalen lassen konnten.
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