Höchstadt a. d. Aisch
Freizeit

Bei einem Filmprojekt im Höchstadter Jugendzentrum führen Kinder die Regie

Beim Projekt "Klappe und Action - wir drehen einen Film" im Höchstadter Jugendzentrum können sich Kinder vier Tage vor und hinter der Kamera ausprobieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei dem Filmprojekt des Jugendzentrums sind die Kinder Ideengeber, Schauspieler und Produzenten ihres eigenen Films. Foto: Mirjam Stumpf
Bei dem Filmprojekt des Jugendzentrums sind die Kinder Ideengeber, Schauspieler und Produzenten ihres eigenen Films. Foto: Mirjam Stumpf
+4 Bilder

Ein Mädchen hat Geburtstag. Doch ausgerechnet an diesem besonderen Tag wird es plötzlich von einem Maskenmann verfolgt. Was will er nur? Dieser Horror-Streifen könnte durchaus der nächste Blockbuster werden. Noch ist er allerdings in der Produktion.

Im Jugendzentrum "Chill out" findet seit Dienstag das viertägige Filmprojekt "Klappe und Action - wir drehen einen Videofilm" für Kinder zwischen neun und 13 Jahren statt. Derzeit entsteht ein Kurzfilm von der ersten Idee bis zum fertigen Schnitt. Der Film soll dann auch für das 15. Mittelfränkische Kinderfilmfestival in Erlangen eingereicht werden.

"Ich wollte unbedingt mal einen Film drehen", erzählt die elfjährige Alisha begeistert. Andere der sechs Jungen und Mädchen haben bereits erste Erfahrungen. Der 13-jährige Nico hat schon bei einem Schwarz-Weiß-Kurzfilm mitgemacht, der im Franken Fernsehen zu sehen war. Felix, elf Jahre alt, benutzt hin und wieder sein Smartphone, um kleine Videosequenzen zu drehen.

Am dritten Projekttag ist der Partyraum des Jugendzentrums voll mit Luftschlangen und Knabbergebäck, alles Requisite. Gemeinsam hatten sie über die vielen Ideen abgestimmt, bis eine Rahmenerzählung stand. Die rund 15-minütige Geschichte mit dem Titel "Die Überraschungsnacht" ist aber nicht fest in eine Textform gemeißelt, erzählt Julia Gally, Leiterin des Jugendzentrums.

Vielmehr hätten sie wert darauf gelegt, wie sich die Charaktere verhalten. Das Spielen ergebe sich daraus. "Dann ist das Ganze auch lockerer", sagt Gally. So gibt es in der fiktiven Geschichte den zurückhaltenden Luke, Tagträumerin Christina oder die mutige Anja.

Die elfjährige Alisha spielt das ängstliche Geburtstagskind. Das Versetzen in eine Rolle war gar nicht so einfach, auch wenn sie selbst manchmal ängstlich sei "Etwas auf Druck zu machen war schwierig", gibt sie zu.

Premiere im Jugendzentrum

Begleitet wird das Projekt von Medienpädagoge Klas Thurn und Praktikantin Annika Augustin von der Medienfachberatung Bezirk Mittelfranken. "Es ist ein tolles Projekt", findet Leiterin Gally. Lange war es nicht sicher. Doch Axel Geier, Bereichsleiter der Sparkasse in Höchstadt, hatte mitbekommen, dass das Vorhaben beinahe scheiterte. Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach sprang ein und sicherte dem Projekt finanzielle Unterstützung zu. Deswegen freue Geier sich umso mehr, dass es nun doch realisiert werden konnte.

Probleme gebe es wenig, die längste Szene habe drei Klappen gebraucht, so Teilnehmer Felix. Szenen, die Ernsthaftigkeit erforderten, hätten wegen Lachanfällen etwas länger gedauert.

Sind die Szenen im Kasten, müssen sie noch geschnitten werden. Auch das machen die Kinder gemeinsam mit den Profis in wechselnden Zweierteams. "Schneiden ist der pädagogische Flaschenhals", so Thurn, denn da gehe den angehenden Filmemachern schnell mal die Kondition und Konzentration aus. Doch er ist zufrieden. "Es ist eine super Truppe", resümiert er.

"Dieser Film wird mein Lieblingsfilm", ist sich die zehnjährige Anni schon sicher. Bevor der dann im Dezember auf die große Leinwand des Festivals im Erlanger E-Werk wandert, wird es eine Premiere für Freunde und Familie in der Kulturfabrik geben. So viel sei verraten: Es wird ein Happy End geben.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren