Höchstadt a. d. Aisch
Klimaschutz

Bei der Heizung hilft guter Rat

Eine Ideallösung für alle Häuslebauer gibt es beim Heizsystem weder in Höchstadt noch anderswo. Man müsse den Einzelfall betrachten, sagt der Experte.
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m Neubaugebiet in Etzelskirchen hat sich Matthias Scheidel  wie viele in der Nachbarschaft für eine Wärmepumpe entschieden.  Foto: Andreas Dorsch
m Neubaugebiet in Etzelskirchen hat sich Matthias Scheidel wie viele in der Nachbarschaft für eine Wärmepumpe entschieden. Foto: Andreas Dorsch

Jeder Häuslebauer steht heute vor der nicht einfachen Frage, womit heizen. Aber auch die, deren Ölheizung im Keller seit 20 oder 25 Jahren läuft, müssen sich wieder Gedanken machen - "denn mit einem so alten Kessel gehen die Probleme an", sagt Klimaschutzberater Jürgen Ramming von der Energieagentur Oberfranken.

Öl, Gas, Pellets, Wärmepumpe oder etwas ganz anderes? Die richtige Antwort darauf hängt für den Energieberater von verschiedenen Faktoren ab. "Man muss den Einzelfall betrachten", sagt Ramming.

Wer mit einer alten Ölheizung heizt und beim Öl bleiben möchte, kann es aussitzen bis der Kessel seinen Geist aufgibt. Dann gibt es allerdings keine Fördermittel. Die gibt es beispielsweise, wenn eine alte noch laufende Ölheizung erneuert wird. Eine solche Aktion könnte dann kontrolliert im Sommer durchgeführt werden, eventuell könnte auch gleich der Energieträger gewechselt und die Heizung umgebaut werden.

Aktuell gibt es für die Heizungsmodernisierung Zuschüsse aus verschiedenen Förderprogrammen. "Am besten einen objektiven, neutralen und unabhängigen Energieberater fragen," rät Ramming. Der könne wie er von der Energieagentur Oberfranken sein, einem gemeinnützigen Verein, der die Bürger kostenlos berät. Mitglied in diesem Verein ist auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Wer eine alte Ölheizung erneuert, was rund 12 000 Euro kostet, kann mit 10 bis 15 Prozent Zuschuss rechnen. Bis zu 6900 Euro Förderung gibt es beim Umstieg auf Pellets. Allerdings müssen laut Ramming für den kompletten Umbau von Öl auf Pellets rund 20 000 Euro kalkuliert werden.

Wer sich in den Höchstadter Neubaugebieten umschaut, wird immer mehr Wärmepumpen vor den Häusern entdecken. Die Kästen holen die Energie aus der Luft. "Man darf hier aber bei der Vorlauftemperatur keinen Fehler machen", sagt Ramming. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom werde gebraucht. Ein Umstieg von Öl auf Wärmepumpe ist bei Fußbodenheizungen beispielsweise sinnvoll, weil die mit niedrigeren Temperaturen betrieben werden.

In der Stadt Höchstadt hat am Montagabend das Energieteam - ein Arbeitskreis aus engagierten Bürgern und Stadträten - Strategien besprochen, was man zur Energiewende beitragen könnte. Dabei ging es auch um die Heizungen, berichtet Bürgermeister Gerald Brehm (JL).

Ziel sei es, dass Häuslebauer möglichst viel von der Energie, die sie zum Heizen brauchen, auch selbst erzeugen. Bestimmte Heizsysteme durch Festsetzungen im Bebauungsplan vorzuschreiben, sei rechtlich aber schwer haltbar, sagt der Bürgermeister. In Teilbereichen sollen Vorschriften aber schon in die Bauleitplanung, soweit rechtlich möglich. Für die Stadt sieht Brehm die Möglichkeit, ihre Grundstücke mit bestimmten Auflagen zu verkaufen.

Eine Auflage hat beispielsweise Matthias Scheidel nicht gebraucht. Der junge Mann, der gerade seinen Neubau in Etzelskirchen bezugsfertig macht, hat sich bewusst für eine Wärmepumpe entschieden. Er sei dadurch nicht mehr so abhängig vom Ölpreis, nennt er als Grund. Darüber hinaus plant er, mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach möglichst viel Strom für seine Wärmepumpe selbst zu produzieren.

Infoabend

Die Energieagentur Oberfranken, in der auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt Mitglied ist, lädt alle interessierten Bürger zu einem Informationsabend in Höchstadt ein.

Wann? Donnerstag, 8. November, 18 Uhr

Wo? Ritter-von-Spix-Schule, Eingang Bergstraße in Höchstadt

Themen sind Heizungsoptimierung und -erneuerung, Photovoltaik, Strom und Fördermittel. Es referiert Klimaschutzberater Jürgen Ramming.

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