Herzogenaurach

Bayerns schönster Schulgarten am Gymnasium Herzogenaurach

Die Schule nicht nur als Lernraum, sondern auch als Lebensraum: Das war die Zielsetzung für die Gestaltung eines besonderen Pausenhofs am Herzogenauracher Gymnasiums. Jetzt gab's einen Preis dafür.
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Die Schüler erfrischen sich am Nass. Der naturnah gestaltete Schulhof des Gymnasiums wurde jetzt prämiert. Fotos: Bernhard Panzer, Archiv, privat
Die Schüler erfrischen sich am Nass. Der naturnah gestaltete Schulhof des Gymnasiums wurde jetzt prämiert. Fotos: Bernhard Panzer, Archiv, privat
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Es war im Jahr 2000, als die Idee zu reifen begann. Das Gymnasium Herzogenaurach sollte nicht nur Lernraum sein, sondern auch Lebensraum. Also brauchte es eine besondere Fläche auch außerhalb des Schulgebäudes.
So entstanden die ersten Pläne für einen außergewöhnlichen Pausenhof.

Der Lehrer Wolfgang Seitz war einer von den Organisatoren. "Es dauerte fünf Jahre, bis der erste Bauabschnitt begonnen wurde", sagte er gestern im FT-Gespräch. Was dann folgte, war einmalig in Bayern und mündete am Dienstag in der Verleihung für einen besonderen Preis. Der Schulhof des Herzogenauracher Gymnasiums wurde in der Kategorie "Weiterführende Schulen" mit dem ersten Preis im Wettbewerb "Natur & Nachhaltigkeit im Schulumfeld" ausgezeichnet.

"Jeden Tag arbeitete die Projektgruppe", erinnert sich Seitz, zurecht stolz auf den Preis.
Jeden Tag waren etwa 70 Schüler zugange, unterstützt von Eltern und Lehrern. Auf diese Weise wurden die ersten beiden Bauabschnitte bewältigt. Das geschah in den Jahren 2005 und 2006.

Das Interesse unter den Schülern, erinnert sich Seitz weiter, war groß. Auch später, als die nächsten Abschnitte anstanden, wollten die Schüler am liebsten jeden Tag helfen. "Wir fragten dann: Wollt Ihr Mathe oder Schulhof?", erklärt Seitz schmunzelnd. Dennoch war natürlich festgelegt, dass jeder Schüler nur einen Tag in der Woche helfen und den Unterricht nicht schwänzen durfte.

"Schulgärten sind Lernorte Natur mitten in der Stadt", sagte der Bayerische Umweltminister Marcel Huber bei der Verleihung in Nürnberg. Unter dem Motto "Natur & Nachhaltigkeit im Schulumfeld" hatten sich fast 200 Schulgartenteams eine Fülle von Ideen zur Schulgeländegestaltung umgesetzt. Die Herzogenauracher heimsten den ersten Platz in ihrer Kategorie ein. Gefolgt von der Mittelschule Am Schlossberg in Landsberg und dem Graf-Münster-Gymnasium Bayreuth.

Huber stellte in der Veranstaltung weiter fest: "Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten viel Pflege benötigt. Zwischen Gemüsebeeten und Beerensträuchern wird die Begeisterung für die Natur geweckt und damit die Grundlage für die Erfolge im Umwelt- und Naturschutz gelegt".

Es waren insgesamt vier Bauabschnitte, die bewältigt werden wollten. Die ersten beiden fanden in den Jahren 2005 und 2006 statt und betrafen einen Bereich des Schulhofs vor dem Haupteingang. Der dritte Bauabschnitt, vor der Mensa, folgte 2007.

"Und dann ging uns das Geld aus", sagte Seitz, der seit Anfang an das Projekt gemeinsam mit den Kollegen Ludwig Paulus und Ingrid Billmann durchzog. Erst 2011 konnte man weiter machen, hinter der Schule, mit dem Prunkstück. Dort, wo sich ein kleiner Teich und Trockensteine befinden, hat man Eidechsen, Molche, Kröten und Frösche, erzählt Seitz. Sein Dank gilt auch dem Stadtbauhof für die Unterstützung mit Maschinen und Fahrzeugen sowie der Waldcorporation für die Hilfe beim Beschaffen von Holzstämmen.

Finanziert wurde das Großprojekt durch die Zusammenarbeit von Schule, Eltern und Firmen. Ohne Sponsoren hätte man die Aufgabe nicht schultern können. Allein 60.000 Euro kostete laut Seitz nur der vierte Bauabschnitt. Insgesamt kamen, ohne die Eigenleistung bei der Arbeit, etwa 130.000 Euro zusammen.

In der Laudatio des Ministers hieß es unter anderem: "Die Kinder und Jugendlichen erschufen in vormals asphaltierten Pausenhöfen erholsame Naturoasen, gestalteten Baumlehrpfade, bauten Insektenhotels oder legten Streuobst- und Blumenwiesen an". Und auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) begrüßt die Aktion. "Die Schaffung solcher Erlebnisräume ist in allen Schularten und allen Jahrgangsstufen wichtig, um Schlüsselkompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern", unterstreicht Klaus Hübner vom LBV die pädagogische Notwendigkeit solcher Wettbewerbe.

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