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Herzogenaurach
Sommerkirchweih

Baumaufstellen mit Hindernissen

Die Kerwasburschen hatten nicht nur jede Menge zu tun, um den Baum an seinen Platz und in die Höhe zu bringen. Zuvor mussten sie auch noch mit einer gebrochenen Deixel zurecht kommen.
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Gerade wollen die Herzogenauracher Kerwasburschen den Baubetriebshof verlasse, fängt es an zu regnen. Die gute Laune der Kerwasburschen und wenigen Kerwasmad le wäre jedoch kaum getrübt worden, der lustige Haufen hat immer ein passendes Liedchen drauf, da wo der eine nur lacht und ein anderer verständnislos den Kopf schüttelt.
Der 28 Meter lange Baum, stammt dieses Jahr aus dem Birkenbühl und wurde dort bereits am Freitag gefällt und von dort zum Baubetriebshof transportiert. Dort ging es dann am Samstagmittag gegen 14 Uhr los in Richtung Weihersbach, wo er von der Waagrechte wieder in die Senkrechte positioniert wurde. Die knapp 40 Kerwasburschen wurden wie jedes Jahr begleitet von den Bulldogfreunden, die den Zug mit zahlreichen Oldtimertraktoren folgten und einen schönen Anhang bildeten.
Vornweg fuhr Hans Heller mit seinem Lastwagen, natürlich um die Kerwasburschen mit ausreichend Bier auf ihrem Weg durch Ringstraße, Flughafenstraße, in der es vor dem griechischen Restaurant "Corfu" von Melina und Niko, den beiden Betreibern, einen Schnaps, einen Ouzo natürlich, gab. Diese freuten sich und mussten kurze Zeit später den von den Pferden gezogenen Baum selbst schieben. "Die Ecke am Bayerischen Hof ist zu eng um einfach rechts abbiegen zu können," sagt einer der Burschen. Kurzerhand laufen die Pferde in den Kreisverkehr und die Kerwasburschen schieben ihren Baum zurück. Schon geht es weiter auf der Hauptstraße bis zur Brauerei Heller, bei der eine kurze Pause eingelegt wird.
Schöne 90 Minuten vergehen, bis der Baum am Weihersbachgelände vorbeifährt. Hier ahnt noch keiner das Unglück, welches nach einigen hundert Metern passieren wird und von den Kerwasburschen handwerkliches Geschick fordert. Gerade als der Zug in den Fußweg beim Hotel Herzogspark einbiegt, bricht die Deixel am vorderen Teil des Gespanns mit einem lauten Knarzen durch. Viele Kerwasburschen schauen, und ehe jeder mitbekommen hat, was passiert ist, haben einige schon einen Plan wie es jetzt weiter geht. Die einen organisieren in der Hecke eine neue Deixel, ohne zu wissen, dass die anderen die alte einfach um einen halben Meter bis zur Bruchstelle kürzen und sie weiterverwenden wollen. Um die alte Deixel wieder in Form zu bringen, wurden drei Kettensägen gebraucht und es dauerte nicht mal eine halbe Stunde länger, bis der Baum im Weihersbach eintraf.
Die Burschen nahmen es gelassen und der Unfall war schneller vergessen als er passiert war, denn jetzt wurde es erst richtig ernst: der Baum soll von der Waagrechte in die Senkrechte. Aber auch dies war unter dem brüderlichen Kommando von Armin und Jürgen Gumbrecht kein Problem. Ohne weitere Verzögerung oder gar Probleme wurde der Baum aufgestellt und die Kerwasburschen sangen fröhlich ihre Lieder. Dazu spielten die Ehemaligen der Stadtjugendkapelle. So konnte der Baum in kurzer Zeit, allerdings in einem kurzen Regenschauer, den die Kerwasburschen nicht zu bemerken schienen, aufgestellt werde.
Nach getaner Arbeit zogen die Kerwasburschen traditionell auf den Festplatz um den Abend ausklingen zu lassen. Vornweg marschierten wie jedes Jahr die Ehemaligen und spielten den "Egerländer Marsch".
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