Gremsdorf
Grundsteinlegung

Barmherzige Brüder bauen ein neues Wohnheim

Auf dem Gelände der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf entsteht ein Wohnheim für Menschen mit Autismus.
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Provinzial Benedikt Hau versenkt die Kiste mit den Zeitdokumenten symbolisch in der Mauer. Geschäftsführer Günther Allinger (links) und Dekan Kilian Kemmer schauen zu.    Foto: Evi Seeger
Provinzial Benedikt Hau versenkt die Kiste mit den Zeitdokumenten symbolisch in der Mauer. Geschäftsführer Günther Allinger (links) und Dekan Kilian Kemmer schauen zu. Foto: Evi Seeger

"Dass alle Grobheit dieser Welt an diesem Hause niederfällt!" Das Gedicht, das Architekt Albert Kastner aus Höchberg bei Würzburg bei der Grundsteinlegung zitierte, fasst im Grunde alles zusammen, was die Barmherzigen Brüder mit ihrem Neubau verbinden. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt zu einem Wohnheim für Menschen mit Autismus. Der Bedarf dafür ist nach den Worten der Verantwortlichen sehr groß.

Zur Grundsteinlegung auf dem Baugelände hinter dem Forum hatten sich neben Bewohnern und Mitarbeitern auch die Politiker der Region eingefunden. Den Segen für den Neubau erteilten der für die bayerischen Niederlassungen zuständige Provinzial Benedikt Hau vom Trägerorden zusammen mit Dekan Kilian Kemmer. In dieser Einrichtung fänden Menschen Raum und Geborgenheit, sagte Kemmer. Der Grundstein sei Jesus selbst.

Richtfest im November

Grundhaltung und Einstellung der Barmherzigen Brüder entsprächen dem Vorbild ihres Ordensstifters Johannes von Gott, so Geschäftsleiter Günther Allinger. Da zu sein für jeden Menschen, der bedürftig und in Not sei, habe er vorgelebt. "Das treibt uns an, gibt uns die Kraft und Energie, um uns weiter zu entwickeln." Angeschoben hat aber auch der Verein "Muschelkinder", ein Verein, der Kinder mit Autismus sowie deren spezielle Einrichtungen und Schulen fördert.

Erst vor einigen Wochen wurde auf dem Gelände der Gremsdorfer Einrichtung die Fachschule fertiggestellt. Läuft alles wie geplant, könnte das neue Wohnheim, ein 3,2-Millionen-Euro-Projekt, im Frühjahr 2021 fertig sein. Richtfest könnte nach den Worten des Architekten bereits im November gefeiert werden. Das Gebäude hat eine überbaute Fläche von gut 1100 Quadratmeter. Es verfügt über zwei Innenhöfe und einen Verwaltungsteil. Insgesamt bietet es Platz für zwei Gruppen mit zusammen zwölf Wohnplätzen, jeweils Einzelzimmer mit eigener Nasszelle. Je Wohngruppe wird es eine Küche mit Vorratsraum, einen Essens- und Wohnbereich und ein Rückzugszimmer geben. Auch ein Gästezimmer steht zur Verfügung.

Beim Bau werden die speziellen Belange von Menschen im Autismus-Spektrum besonders berücksichtigt. Ausreichend Platz für Bewegung und Freizeitaktivitäten gehören ebenso dazu wie klare Raumstrukturen, Rückzugs- und Nischenräume. Aufgrund der besonderen Bewohner werde auf eine qualitativ hochwertige Ausführung geachtet. Nicht nur sehr sichere und stabile Einbauten werden das Wohnheim auszeichnen. Da die Bewohner für laute Geräusche empfindlich sind, werde besonderer Wert auf Schallschutz gelegt.

Bewohner brauchen Nischen

Wie Wohnbereichsleiterin Beate Drückler erklärte, haben Menschen mit Autismus eine "Reizüberflutung". Das bedeute, dass sie von äußeren Reizen stark beeinflusst werden und Nischen brauchen, um sich zurückziehen zu können. "Hier können sie ins Grüne schauen", freut sich die Wohnbereichsleiterin.

Eine Kiste mit Zeitdokumenten wurde zugenagelt. Darin befinden sich unter anderem die aktuellen Tageszeitungen und die Kirchenzeitung, alle zu diesem Projekt veröffentlichen Presseberichte, Baupläne und die geltenden Geldmünzen. Dabei griffen Geschäftsleiter Günther Allinger, Provinzial Benedikt Hau, Bürgermeister Norbert Walter, Walter Nussel MdL und Bezirksrätin Ute Salzner zum Werkzeug. Die Kiste wird später im Mauerwerk des Neubaus ihren Platz finden.

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