Höchstadt a. d. Aisch
Partnerschule in Zhuzhou

Austausch mit China: Gymnasium Höchstadt empfängt erste Schülergruppe

Derzeit besuchen erstmals chinesische Austauschüler Höchstadt. Am Donnerstag wurden sie empfangen - und stellten erstaunliche Fragen an den Bürgermeister.
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Die erste Gruppe chinesischer Austauschschüler  von der Nanfang High-School  in  Zhuzhou ist  am Donnerstag  in Höchstadt angekommen und wurde im Kommunbrauhaus empfangen.  Noch bis Dienstag sind die zwölf 16- bis 17-Jährigen mit den  Gymnasiasten unterwegs. Foto: Christian Bauriedel
Die erste Gruppe chinesischer Austauschschüler von der Nanfang High-School in Zhuzhou ist am Donnerstag in Höchstadt angekommen und wurde im Kommunbrauhaus empfangen. Noch bis Dienstag sind die zwölf 16- bis 17-Jährigen mit den Gymnasiasten unterwegs. Foto: Christian Bauriedel
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Seit Donnerstag sind zwölf Austauschschüler aus China in Höchstadt. Die 16- bis 17-Jährigen sind bei den Familien der Acht- und Neuntklässler untergebracht, die an dem Austauschprogramm teilnehmen. Eine Premiere für das Gymnasium Höchstadt. Die Schule ist seit vergangenem Jahr Partnerschule der Nanfang High-School in Zhuzhou, einer Vier-Millionen-Einwohner-Stadt im Osten Chinas, rund 800 Kilometer nördlich von Hongkong.

Bereits 2017 waren Schüler aus China in Höchstadt. Doch nun ist erstmals eine Gruppe im Rahmen eines "echten" Austauschs hier.

Im September geht's nach China

Denn im September fliegen die ersten Höchstadter Gymnasiasten für zehn Tage nach Asien, um den Alltag im Reich der Mitte kennenzulernen. Geplant sind dann vier Tage in Shanghai, ein Besuch in einem Werk der Firma Schaeffler und natürlich ein paar Tage an der Partnerschule.

Seit zwei Jahren gibt es in Höchstadt den Wahlkurs Chinesisch. Angestoßen hat das Projekt noch Direktor Bernd Lohneiß, der mittlerweile in Ruhestand ist. Lohneiß freute sich am Donnerstag sichtlich, dass es mit dem Besuch aus China geklappt hat: "Ich wünsche mir viele, viele Jahre des erfolgreichen Austauschs."

Nach einer Begrüßung im Gymnasium ging es für die chinesischen Schüler zum Empfang bei Bürgermeister Gerald Brehm (JL) ins Kommunbrauhaus. Brehm stellte die Stadt kurz vor und lobte die friedliche Völkerverständigung - übersetzt ins Chinesische hat eine Dolmetscherin.

Ein interessanter Fragenkatalog

Dann hatten die Schüler aus dem Fernen Osten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Und es ist interessant, was die Besucher wissen wollten. "Mir ist auf dem Weg durch die Stadt etwas aufgefallen", meldete sich schüchtern ein Schüler. "Warum haben Sie ihre Mülleimer mit Schlössern abgesperrt?", habe er sich gewundert. Brehm erklärte den Zusammenhang (Vandalismusschutz). Eine Nachfrage kam dann prompt zur (berühmten deutschen) Mülltrennung.

Eine weitere Frage betraf die Schulzeiten: Ob es wirklich stimme, dass in Deutschland die Schule nur von 8 bis 13 Uhr gehe, fragte einer (in China ist Unterricht bis in den späten Nachmittag die Regel). Und anscheinend ist Deutschland in China auch bekannt für Tierschutz. Ob es erlaubt sei, Tiere in der Öffentlichkeit, so zum Beispiel Eichhörnchen, zu füttern und wie das geregelt sei mit den Tieren im Wald und der Jagd. Brehm gab nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft.

Noch bis Dienstag sind die zwölf Schüler in Höchstadt. Auf dem Programm stehen ein Besuch in Bamberg, eine Nürnbergtour (Altstadt, Burg und Dokumentationszentrum Reichsparteitag), eine Besichtigung der Firma Martin Bauer in Vestenbergsgreuth sowie Ausflüge mit den Gastfamilien. Organisiert wird dies von den Lehrern Stephan Erhardt und Isabella Klumpe sowie einigen ihrer Kollegen. Nach den fünf Tagen in Höchstadt unternimmt die chinesische Gruppe noch eine fünftägige Deutschlandtour, die bestimmt noch ein paar Fragen beantworten wird - und seien sie noch so ungewöhnlich.

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