Schwarzenbach
Bürgerversammlung

Auch Höchstadts südliche Ortsteile sollen wachsen

In Schwarzenbach, Lappach, Ailersbach und Großneuses sollen neue Bauplätze ausgewiesen werden. Die Stadtverwaltung nimmt Wünsche der Bürger entgegen.
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Gerald Brehm erläuterte die Pläne der Stadt.Evi Seeger
Gerald Brehm erläuterte die Pläne der Stadt.Evi Seeger
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Der - nicht ganz ernst gemeinten - Aufforderung "ihres" Stadtrats Josef Beßler (JL) kamen die Schwarzenbacher in ihrer Bürgerversammlung nicht nach. Sie wollten auf den Bürgermeister keineswegs "einhauen". Ganz im Gegenteil: Die Bürger aus den südlichen Ortsteilen der Stadt scheinen Gerald Brehm (JL) wohl gesonnen zu sein. Die Versammlung für Schwarzenbach, Lappach, Ailersbach, Klein- und Großneuses verlief sehr harmonisch.
Vielleicht hatte Stadtrat Beßler, der die Veranstaltung eröffnete, das Feld auch schon vorbereitet. Vor allem ging es um die Vorstellung des Entwurfs für den neuen Flächennutzungsplan und den dazu gehörigen Landschaftsplan.
Gut besucht war die Versammlung im Feuerwehrhaus, dem Treffpunkt der Schwarzenbacher, da es im Ort keine Gastwirtschaft gibt. Dass Brehm den Entwurf vorstellte, noch bevor der Aufstellungsbeschluss im Stadtrat gefasst ist, rechnete man ihm wohl hoch an. Baugenehmigungen für einzelne Grundstücke gebe es heute so gut wie nicht mehr. Daher sollen alle Vorschläge und Wünsche nach Bauflächen, dort, wo sie möglich sind, aufgenommen werden. Im Gegenzug sollen bereits ausgewiesene Bauflächen aus der alten Planung herausgenommen werden, sofern sie nicht mehr realistisch erscheinen. "Wenn ein Grundeigentümer mit der Stadt nicht kooperieren will, nehmen wir seine Fläche wieder raus." Damit sei Bauen aber erst einmal vorbei: "Die nächsten zwanzig Jahre geht dann nichts mehr." Hätten sich die Sichtweisen der Eigentümer mittlerweile jedoch geändert, sollten sie sich an die Stadt wenden.
Mit dem neuen Flächennutzungsplan werde die Entwicklung der Stadt für Jahre vorgegeben, erläuterte Georg Schreiber vom Planungsbüro Maier sein Konzept. Bis auf Kleinneuses sieht der Entwurf in allen Ortsteilen kleine Bauflächen vor. Die Baugrundstücke sollen vor allem für die nachwachsenden Generationen in den Ortsteilen vorgehalten werden, beantwortete Brehm die Frage eines Bürgers. Zwei Jahre werde das Verfahren wohl dauern. Sollte es ein Bewerber sehr eilig haben, müsse man noch einmal drüber reden. Nach dem beschleunigten "13 b-Verfahren" könne auch schneller gebaut werden. Über die Voraussetzungen dafür klärte Julia Apfelbacher vom städtischen Bauamt auf.
Für Landwirte und Grundeigentümer interessant waren die Ausführungen von Landschaftsplaner Markus Fleckenstein. Fünf Schwerpunkträume für naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen hatte er im Stadtgebiet vorgesehen. Einer davon ist das Schwarzenbachtal mit seinen kleinteiligen Nutzungsstrukturen. Hier sei bereits ein guter Artenbestand vorhanden. Die Bedingungen könnten jedoch langfristig verbessert werden.
Wie Bürgermeister Brehm erklärte, sind die Grundeigentümer durchaus kooperativ. "Weshalb sollen wir Ausgleichsflächen in weiter Ferne ankaufen, wenn wir das auch mit unseren Landwirten stemmen können", sagte Brehm. Es sei für alle ein Gewinn.
Die nachfolgende Diskussion ging dann auch genau in diese Richtung. "Ich habe meine Flächen verpachtet", sagte ein Eigentümer. "Kann ich nach Vertragsablauf an die Stadt verpachten?" "Wenn die Voraussetzungen passen", antwortete Brehm. Bei den Zeiträumen sei die Stadt durchaus flexibel. So wie es ausschaut, stehen mehr Ausgleichsflächen zur Verfügung als zunächst gebraucht werden. "Wir können das durchaus stufenweise machen."
Auf die Dorferneuerung werden die südlichen Stadtteile noch etwas warten müssen. "In zwei bis drei Jahren", schätzt der Bürgermeister, könnte auch hier das Verfahren beginnen.
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