Herzogenaurach
Initiative

Auch German Hacker ist ein Bürgermeister für den Frieden

Das Herzogenauracher Stadtoberhaupt German Hacker ist jetzt Mitglied bei den "Mayors for Peace".
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Werner Mesnaric überreichte eine Friedenskerze an Bürgermeister German Hacker.  Foto: Bernhard Panzer
Werner Mesnaric überreichte eine Friedenskerze an Bürgermeister German Hacker. Foto: Bernhard Panzer

Weltweit haben sich rund 8000 Bürgermeister zusammengeschlossen. In Deutschland sind es knapp 700. In der Region Mittelfranken gehören bislang die Großstädte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Ansbach dazu, im Landkreis ERH die Kommunen Baiersdorf und Höchstadt. Und jetzt auch Herzogenaurach. Bürgermeister German Hacker (SPD) hat die Einladung erhalten, der Organisation "Mayors for Peace", also "Bürgermeister für den Frieden" beizutreten. Gezögert hat er keine Sekunde, diese anzunehmen.

Die offizielle Urkunde zum Beitritt zur internationalen Organisation von Städten, die sich der atomaren Abrüstung verschrieben haben, kam dieser Tage per Post direkt aus Hiroshima in Japan. Denn vom dortigen damaligen Bürgermeister ging 1982 die Initiative aus, die "Mayors for Peace" ins Leben zu rufen. Die Gruppe versucht, die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Ihr grundsätzliches Ziel ist die Abschaffung von Atomwaffen. Die "Bürgermeister für den Frieden" sind als NGO im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen mit Beraterstatus registriert.

Grundsätzliche Überlegung für die Gründung der Vereinigung war es, dass Bürgermeister ja für die Sicherheit und das Leben ihrer Bürger verantwortlich sind.

Aktuelles Thema

Diese Informationen gab am Dienstag Werner Mesnaric an Bürgermeister German Hacker weiter. Der Herzogenauracher ist Mitglied der "Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen", die die Initiative unterstützt. Er sei eher zufällig, bei einer Fahrradtour für den Frieden, darauf aufmerksam geworden, sagte er bei seinem Besuch im Rathaus. Daraufhin habe er sich entschlossen, auch den Herzogenauracher Bürgermeister darauf hin anzusprechen.

Der hatte von der Initiative freilich schon gehört. Ein bisschen entschuldigend gab er an, als Bürgermeister eine Vielzahl von unterschiedlichsten Anfragen zu erhalten. "Alles ist nicht leistbar", sagte er. Als er aber auf diese Initiative angesprochen wurde, habe er nicht gezögert. Hacker: "Es war kein großer Überlegungsprozess". Zumal das Thema Atomwaffen wieder aktuell geworden sei, nachdem US-Präsident Trump diverse Abkommen aufgekündigt hat.

Schon bei seiner Rede am Volkstrauertag hatte German Hacker die Abschaffung aller Atomwaffen thematisiert. Das Ziel sei es, eine verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen und den Beschluss einer Nuklearwaffenkonvention durchzusetzen, um eine atomwaffenfreie Welt bis 2020 zu erreichen. Das werde zwar kaum gelingen, meint Hacker, "aber das Zeichen dennoch zu setzen, ist umso wichtiger."

Flagge hissen

Die teilnehmenden Bürgermeister haben sich, wie Mesnaric erläuterte, bereit erklärt, verschiedene solche Zeichen zu setzen. Allen gemeinsam sei, dass seit 2014 am 8. Juli weltweit Flaggen vor den Rathäusern gehisst werden. Darüber hinaus gebe es noch andere Aktionen, wie Hacker schon herausgefunden hat. Ihm selbst gefällt eine Idee besonders: Man könnte einen Baum pflanzen, dessen Samen aus Hiroshima kommen.

Hacker wies auch darauf hin, dass man zu dem Thema vor dem Beitritt schon selbst manche Aktion gestartet habe. Hacker nannte als Beispiele für Herzogenaurach das Friedenslicht der Pfadfinder, die Gedenkfeiern am Volkstrauertag oder auch die Veranstaltungen zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus jedes Jahr im Januar.

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