Aschbach

Aschbach: Bürger fühlen sich überrumpelt

In dem Schlüsselfelder Ortsteil Aschbach sollen 25 weitere Asylbewerber untergebracht werden. Die Einwohner sind der Meinung, sie haben ihr Kontingent mit 85 Personen, um die sie sich kümmern, schon erfüllt.
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Fast 400 Aschbacher waren zur Bürgerversammlung gekommen, und viele von ihnen ergriffen in der sachlichen Diskussion auch das Wort. Foto: Evi Seeger
Fast 400 Aschbacher waren zur Bürgerversammlung gekommen, und viele von ihnen ergriffen in der sachlichen Diskussion auch das Wort. Foto: Evi Seeger
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Die Bewohner von Aschbach sind erschüttert und fühlen sich überrumpelt: Zu den 85 Asylbewerbern, die bereits in dem Schlüsselfelder Ortsteil leben, sollen jetzt noch weitere dazu kommen. Nachdem Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) die Mitteilung aus dem Landratsamt erhalten hatte, wollte er die Bürger auf dem schnellsten Weg informieren. Die Bürgerversammlung, die er in der Aschbacher Mehrzweckhalle anberaumt hatte, war mit fast 400 Personen so gut besucht wie keine zuvor.

Inzwischen habe sich die Situation etwas entschärft, konnte Bürgermeister Krapp bekannt geben. Ursprünglich sollten zwei weitere Gebäude mit Asylbewerbern belegt werden. Mittlerweile habe er jedoch die feste Zusage des Landrats, dass nur in eines der beiden Objekte 25 Asylbewerber einziehen sollen.
Wie von der Stadtverwaltung zu erfahren war, hat sich die Kreisbehörde noch nicht für eines der beiden Gebäude - es handelt sich um die Gastwirtschaft Mach inmitten von Aschbach und das Gasthaus beim Feriendorf - entschieden.

Die Aschbacher Bürger halten die neuerliche Zuteilung für zu viel. Bei 1100 Einwohnern wären 110 Asylbewerber immerhin zehn Prozent. In der Versammlung vertraten sie unisono die Meinung, sie hätten ihr Kontingent schon jetzt erfüllt.

Bislang habe der Ort die Aufgabe sehr gut bewältigt, erklärte der in Aschbach beheimatete Dritte Bürgermeister Bernhard Seeger (CSU). In Aschbach gebe es einen "Runden Tisch", der die Asylbewerber betreut und sich um ihre Probleme kümmert. Bei der Stadtverwaltung sieht man das Problem vor allem in den verschiedenen Standorten. Ein Objekt könne man betreuen, "das Ganze mal Drei" nicht mehr. Da würden selbst die Mitarbeiter des Runden Tisches an ihre Grenzen stoßen.

Mehr Platz in Bamberg?

Die Diskussion verlief ruhig und sachlich. "Wir haben unseren Part beim ersten Mal erfüllt und es ist gut so", betonte eine Bürgerin. Ein Redner meinte, in Bamberg gebe es viel freien Wohnraum. Dort stünden auch öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung. Die Aschbacher hätten bewiesen, dass sie bereit sind, zu helfen. Aber irgendwo gebe es Grenzen. Gemessen an Aschbach müsse Bamberg 7000 Asylbewerber aufnehmen.

Wie in der Versammlung zu erfahren war, werden die beiden Gebäude über einen Investor angeboten, dessen Name jedoch nicht bekannt ist. Für einen Aschbacher Bürger ist das "moderner Menschenhandel". Der Investor kaufe alte Gebäude auf und verdiene damit Geld. "Für mich wäre es erträglicher, wenn die Kommune das kaufen und bewirtschaften würde."

Unverständnis herrschte darüber, dass es von Seiten der Stadt keinerlei Handhabe gibt, wie Krapp mehrfach betonte. "Wenn ein FKK-Club aufmacht, kann die Stadt auch etwas dagegen tun", meinte ein Redner. Ein anderer: Die Bürger sollten protestieren - nach dem Motto "Wir sind das Volk".

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