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Natur

Artenvielfalt: Auf den Gräbern im Landkreis Erlangen-Höchstadt soll es summen

Die Gärtnereien in der Region zeigen, was gerade auf den Gräbern besonders gerne angepflanzt wird und welche Blumen auch noch von Bienen angeflogen werden. Denn Artenvielfalt und Ästhetik müssen sich nicht ausschließen.
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Matthias Großkopf weiß, welche Blumen Bienen gerne mögen. Foto: Franziska Rieger
Matthias Großkopf weiß, welche Blumen Bienen gerne mögen. Foto: Franziska Rieger

Im Frühling beginnt in den Gärten wieder das große Summen - Bienen und andere Insekten schwirren umher. Auf den Friedhöfen ist es dagegen meist still, trotz vieler Blumen und Sträucher. Dabei können die Pflanzen auf einem Grab auch einen Zweck erfüllen und Bienen und andere Insekten anlocken.

Seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" ist das noch mehr in den Fokus gerückt: Blumen sollen dekorativ aussehen und Bienen anziehen - das ist auch auf den Gräbern möglich. "Das gab es noch nie, dass ein Thema, das so in der Öffentlichkeit besprochen wurde, so auf uns durchschlägt", sagt Matthias Großkopf, Inhaber der Gärtnerei Großkopf in Zeckern.

Nicht alles zieht die Bienen an

Saatgutmischungen seien seit dem Volksbegehren besonders gefragt. "Davon wurde bis März so viel gekauft, wie im ganzen Vorjahr", sagt er. Jetzt müsse der Trend nur noch in den nächsten Jahren anhalten. Die Krux auf den Gräbern: Viele Pflanzen, die zwar dekorativ aussehen und gut duften, stillen den Hunger der Bienen nicht, weil sie gefüllte Blüten haben.

Dazu gehören Blumensorten wie Geranien, gezüchtete Dahlien, Nelken oder Garten-Chrysanthemen, die zuhauf auf Gräbern zu finden sind. Nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten stillen den Hunger der Bienen (siehe Infoboxen unten).

Dass sich die Kunden bei ihrer Pflanzenauswahl vermehrt Gedanken um die Bienen machen, kann auch Marcus Lechner, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei in Höchstadt, bestätigen. Die Kunden seien wesentlich sensibler geworden. "Wir vergeben an unsere Kunden Bienensamen-Tütchen, damit jeder einen minimalen Beitrag leisten kann", sagt der Floristmeister.

Als ideale Grabbepflanzung, die gleichzeitig blüht und Bienen anzieht, fällt ihm sofort die Heide ein. Lechner hat noch einen Tipp: Wer möglichst wenig Zeit in ein Grab investieren möchte, sollte nicht wenige Pflanzen in großen Abständen einsetzen, sondern das Grab eher zuwachsen lassen. Je enger die Pflanzen zuwachsen, desto weniger muss das Grab gegossen werden, desto weniger Unkraut wächst aus dem Boden.

Lavendel: Der duftende Bienenmagnet

Von Balkon und Terrasse kennt man den Lavendel schon, aber auch auf Gräbern kann das Gewächs angepflanzt werden. Der Lavendel ist unkompliziert, verträgt Hitze sehr gut und fühlt sich in Sandböden wohl. Sein Duft lockt sehr viele Bienen an.

Stauden: Bunte Farbtupfer im Frühjahr

Wer auch im Frühjahr schon ein paar Farbtupfer auf dem Grab möchte, der kann Stauden, wie hier eine Polsterstaude, anpflanzen. Honigbienen besuchen Polsterstauden besonders häufig. Sie werden durch deren Duft und die intensiven Farben angelockt.

Bloombux: Die Alternative zum Buchsbaum

Noch immer mache der Buchsbaumzünsler den Buchsbäumen zu schaffen, erklärt Matthias Großkopf. Eine Alternative, eine blühende noch dazu, ist der Bloombux. Im April und Mai blüht der Bloombux, geschnitten wird er am besten nach der Blüte im Mai.

Heidekraut : Der robuste Alleskönner

Frühblühende Heidekräuter erfreuen schon im Frühling die Bienen und schauen hübsch aus. Manche Heidekräuter sind zudem frosthart, überstehen also den kalten Winter und sorgen auch in der kalten Jahreszeit für Farbtupfer auf dem Grab.

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