Lonnerstadt
Grundwasser

Arsen und Benzol: Lonnerstadter Alt-Deponie soll abgesichert werden

Seit Jahren wird am alten Müllplatz bei Lonnerstadt gemessen und kontrolliert. Jetzt will der Landkreis etwas gegen das schädliche Sickerwasser tun.
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Oberflächlich sieht man nichts davon: Aus der stillgelegten Mülldeponie bei Lonnerstadt  tritt belastetes Sickerwasser aus. Nun will der Landkreis Erlangen-Höchstadt etwas dagegen tun. Foto: Christian Bauriedel
Oberflächlich sieht man nichts davon: Aus der stillgelegten Mülldeponie bei Lonnerstadt tritt belastetes Sickerwasser aus. Nun will der Landkreis Erlangen-Höchstadt etwas dagegen tun. Foto: Christian Bauriedel

Wieder einmal haben sich am Donnerstag die Kreisräte im Bauausschuss mit der stillgelegten Kreismülldeponie bei Lonnerstadt beschäftigt. So wie es aussieht aber wohl abschließend. Denn nach Jahren der Messungen vor Ort hat man sich für eine Sanierung der Anlage ausgesprochen.

Seit 2008 wurden Erkundungen durchgeführt. Ergebnis: "Erhebliche Mengen belastetes Sickerwasser" sind eingestaut, so die Ausführungen der Kreisverwaltung. An der Böschung östlich der Deponie tritt dieses Wasser aus, wird über ein Rohr in einen Schacht geleitet und dort gesammelt. Mögliches Sickerwasser an anderen Stellen werde "nicht erfasst". Erkundet wurde deshalb auch, inwiefern die Brühe ins Grundwasser sickert. Ein abschließendes Gutachten eines Ingenieurbüros hat 2017 ergeben, dass es "nur" eine lokale Verunreinigung des Grundwassers gebe.

Arsen und Benzol tritt aus

2015 hatte die Kreisgruppe des Bund Naturschutz Alarm geschlagen wegen des Austritts von Benzol und Arsen; wenn auch in geringer Konzentration, handelt es sich um krebserregende Stoffe.

Was soll nun bei der Sanierung geschehen? Eine Tiefendrainage bis etwa neun Meter unter dem Boden soll am westlichen Deponierand errichtet werden, um das saubere Schichtenwasser zu fassen. Dieses soll am Nordrand in den Entwässerungsgraben abgeleitet werden. Zudem sollen zwei Sammelleitungen für das Sickerwasser und ein abflussloses Sammelbecken gebaut werden. Eine Erneuerung des Damms an der Ostseite oder eine Müllumlagerung, sowie eine Oberflächenabdichtung werden von den Sachverständigen momentan als nicht nötig eingestuft, aber auch nicht völlig ausgeschlossen.

Rund 1,2 Millionen Euro sind als Gesamtkosten errechnet. Die Sanierung soll, wenn alles klappt, von Herbst bis kommendes Frühjahr über die Bühne gehen.

Die alte Müllkippe bei Lonnerstadt:

Von 1977 bis zur Stilllegung 1979 wurde in einer ehemaligen Sandgrube nördlich von Lonnerstadt Hausmüll abgekippt. 6000 Quadratmeter Fläche waren erst offizieller Müllplatz der Lonnerstadter, dann eine größere Deponie des Kreises, genehmigt von der Regierung von Mittelfranken. Fünf Meter und höher schichtet sich der Abfall. Insgesamt sind 30 000 Kubikmeter Müll dort gelagert. Oberflächlich sieht man heute außer einiger Entlüftungsrohre und Warnschilder nichts mehr davon. Doch es gibt Probleme mit belastetem Sickerwasser.

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