Herzogenaurach
Stadtplanung

An der Schütt in Herzogenaurach: Sorge um die Parkplätze bleibt

An der Schütt in Herzogenaurach sollen entlang der Straße mehrere Stellplätze wegfallen. Ulrich Wirth und Norbert Gast, zwei von der Umgestaltung betroffene Anlieger, nehmen Stellung. Sie sind damit nicht einverstanden.
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Norbert Gast und Ulrich Wirth vor dem Kuwe-Geschäft an der Schütt. Sie fordern: Die Parkplätze sollen bleiben.  Foto: Bernhard Panzer
Norbert Gast und Ulrich Wirth vor dem Kuwe-Geschäft an der Schütt. Sie fordern: Die Parkplätze sollen bleiben. Foto: Bernhard Panzer
Viele große Themen beschäftigen die Stadt in den kommenden Jahren und werden noch reichlich Stoff für Diskussionen geben. Die Stadthalle genießt momentan weihnachtlichen Frieden, ebenso die Neugestaltung des Hubmann areals. Dafür wird eifrig über die Umplanung der Schütt diskutiert, und über den Bau des Parkdecks daneben.

Seit die Entwürfe vorgestellt worden sind, gehen die Meinungen auseinander. Auch bei den Anliegern. Eine große Sorge ist die um die Parkplätze. Denn durch das geplante Parkdeck sollen entlang der Fahrbahn auf öffentlichem Grund alle Stellplätze wegfallen. Ein Vorhaben, das nicht nur Ulrich Wirth die Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Wirth ist Geschäftsmann, betreibt eine Versicherungsagentur und ist auch Eigentümer des Nachbaranwesens. Dort, in der einstigen Tuchmacherfabrik, ist das Handelsgeschäft Kuwe untergebracht. Dort gibt's vom Farbeimer bis zum Teppich Waren für die Raumausstattung. Also allesamt Sachen, die man sich nicht mal einfach so unter den Arm klemmt. Deshalb sind dort auch eine Handvoll Parkplätze vor der Tür und weitere rund ums Haus.
Wenn die nun aber wegfallen, wie es die Entwurfsplanung des Nürnberger Büros P4 vorsieht, dann befürchtet Wirth einen wirtschaftlichen Schaden für seinen Pächter Norbert Gast. Der bestätigt das: "Die Parkplätze sind für den Laden eminent wichtig".

Bei der ersten Beratung im Planungsausschuss hatte Bürgermeister German Hacker (SPD) die Planungen verteidigt. Und auf das Parkdeck verwiesen, das quasi nur um die Ecke gebaut werden soll und ein Plus von 43 Stellplätzen schafft. Da könne man den Wegfall der Plätze direkt an der Straße verkraften. Zumal Be- und Entladen ja weiterhin erlaubt sei.

Damit wollen sich Wirth und Gast aber nicht zufrieden geben. Man kenne die Herzogenauracher, sagt der Hausbesitzer. "Die wollen vor der Tür parken. Keiner trägt einen 50-Kilo-Eimer hinüber ins Parkhaus". Norbert Gast würde sich wünschen, dass man wenigstens eine halbe Stunde vor oder neben dem Geschäft parken darf.

Auch für sich selbst hat Ulrich Wirth Sorgen. Denn auch die Stellplätze bei der Imbissbude neben seinem Versicherungsbüro fallen den Planungen zufolge weg. Er fürchtet nun, dass die Kunden des künftigen, erheblich vergrößerten Imbissbereichs den Platz vor seinen zwei Garagen missbrauchen. "Das sind meine Kundenparkplätze", sagt der Herzogenauracher. Schon jetzt würde diese Einfahrt missbraucht und es sei sehr nervig, die Leute doch immer wieder zu bitten wegzufahren. Einer von 50 reagiere dann auch schon mal patzig, sagt Wirth. Künftig würde diese Situation eher verschärft.

Parkdeck: Warum gerade dort?

Und auch zum Thema Parkdeck hat der Kaufmann seine eigene Meinung. Warum könne das nicht hinter dem Busbahnhof stehen? Ausgerechnet dort, wo zwei Anlieger wohnen, werde es gebaut. Für Wirth muss daher definitiv ein Sichtschutz gewährleistet sein. Das habe der Bürgermeister versprochen und "da nehme ich ihn beim Wort".

Grundsätzlich gefallen Wirth die Entwürfe. Doch er möchte eben die Parkplätze am jetzigen Standort erhalten sehen. Zumal durch die Schaffung der Fußgängerzone in der östlichen Hauptstraße und die Einrichtung des Busbahnhofs an der Schütt der Verkehr in dieser "Hauptverkehrsachse" stark zugenommen habe, behaupten Wirth und Gast. Man habe das ja selbst nachvollziehen können. "Und als Dankeschön müssen wir unsere Parkplätze abgeben", sagt Wirth.

Am Donnerstag trafen sich die Beiden mit German Hacker und Planungsamtsleiterin Anja Wettstein zum Gespräch. Der Bürgermeister bemühe sich, die Sorgen zu verstehen, sagt Wirth. Geplant ist von den Verantwortlichen im Rathaus, mit allen betroffenen Eigentümern zu sprechen und ihre Meinungen abzufragen. Die Anregungen werden dann gesammelt und mit dem Planungsbüro besprochen, sagt Wettstein. Denn der vorgestellte Entwurf sei ja nur eine erste Grobplanung gewesen.

Anja Wettstein: "Wir wollen nicht über die Köpfe hinweg planen. Wir möchten eine gewisse Akzeptanz haben". Ob und welche Kompromisse es geben werde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das Gespräch am Donnerstag war das erste, weitere werden sukzessive folgen. Letztlich sollen die Ergebnisse zusammengeführt werden. Entscheiden muss der Stadtrat.

Zufriedener Anlieger

Sehr zufrieden mit der Planung ist Maximilian Lindner. "Das hat mir gefallen". Die Familie besitzt mehrere Häuser dort, unter anderem ist der Supermarkt Norma ihr Mieter. Davor steht auf ihrem privaten Grund ein türkischer Imbiss, der dort auch bleiben soll und möchte, sagte Lindner. Auch wenn weiter oberhalb ja ein Sammelplatz für die Gastronomie angedacht ist.

Auch vor einem Lindner-Geschäftshaus fallen Parkplätze weg. Das sei kein Problem, sagt Maximilians Vater Herrmann. Sofern man diese in der Nähe zur Verfügung gestellt bekommt.
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