Höchstadt a. d. Aisch
Schäden

Aischtalhalle: Das Dach ist im Eimer

Das Dach der Aischtalhalle hat seine besten Tage hinter sich. Zur Zeit dichten Arbeiter es ab, damit nicht weiter Wasser eindringt. CSU-Vorsitzender Alexander Schulz ist der Meinung, man hätte schon vor Jahren handeln müssen.
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Die Aischtalhalle in Höchstadt  ist in die Jahre gekommen.  Dachdecker sind in diesen Tagen dabei, mit Gasbrennern schadhafte Schweißbahnen  zu erneuern. Foto: Christian Bauriedel
Die Aischtalhalle in Höchstadt ist in die Jahre gekommen. Dachdecker sind in diesen Tagen dabei, mit Gasbrennern schadhafte Schweißbahnen zu erneuern. Foto: Christian Bauriedel
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Wenn Alexander Schulz, CSU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Höchstadt, ein Symbol braucht, um seine Kritik an der seiner Meinung nach verfehlten Sanierungspolitik zu verdeutlichen, dann wählt er meist jenes von den Eimern.

"Beschämend", sei es gewesen und "nicht mehr zu übersehen". Mehrere Eimer mussten zum Neujahrsempfang der Stadt im Januar in der Aischtalhalle aufgestellt werden. Denn es tropfte Wasser von der Decke.

"Das war im Januar", betont Schulz eindringlich. Dass erst jetzt im Oktober Arbeiter aufs Dach steigen, habe für ihn nichts mit zeitraubenden Ausschreibungen zu tun. So etwas werde direkt vergeben und könne somit schneller über die Bühne gehen, ist er sich sicher.

Undicht, veraltet, zu klein

Dass das Dach der Halle, die 1983 fertig gestellt wurde, stellenweise undicht, die Sanitäranlagen veraltet und zu klein sowie der Hallenboden schadhaft ist, sei lange bekannt, sagt Schulz. Er ist der Meinung, man hätte bei der Aischtalhalle schon viel früher handeln müssen. Das habe die CSU im Stadtrat stets angemahnt, doch passiert sei nichts. "Und jetzt bleibt uns nur Flickschusterei übrig", so Schulz.

Schulz: Zu viele Millionenprojekte

Wäre eine Generalsanierung oder gar ein Neubau eine Alternative? Nein, momentan nicht, sagt Schulz. Aufgrund der langen Liste an Großprojekten (Schulz nennt die Eishalle, das Freibad und Straßensanierungen), sehe sich die Stadt finanziell momentan nicht in der Lage. Erneut spricht Schulz von einem "Sanierungsstau" in Höchstadt. Es würden sich die Millionenprojekte türmen. Und das, obwohl laut Schulz bei der Aischtalhalle eine Sanierung schon vor zehn Jahren im Gespräch gewesen sei.

Eishalle: Schon jahrelang Thema

Das gleiche sehe er bei der Eishalle. Schulz erinnert daran, dass Axel Rogner, JL-Stadtrat und Verwaltungsratsvorsitzender des Höchstadter Eishockeyclubs, erst kürzlich betont habe, er dränge bereits seit fünf bis sechs Jahren darauf, dass an der Eishalle etwas gemacht wird.

Schulz bedauert, dass die Stadt jetzt ihre Rücklagen komplett aufbrauchen und enorm Kredite aufnehmen müsse. Die Stadtspitze verlasse sich dabei blindlings auf gute Zinsen in den nächsten Jahrzehnten, sagt Schulz. "Wenn die Zinsen aber nur ein Prozent steigen, dann kriegen wir massive Probleme." Bürgermeister Gerald Brehm (JL) wundert sich über die Kritik. Er verweist auf gemeinsame Entscheidungen im Stadtrat und den Ausschüssen. Dort habe man sich zusammen darauf geeinigt, dass man das Millionenprojekt Aischtalhalle aufschieben wird und zunächst dort etwas macht, wo dringend nötig. "Man kann nicht alles gleichzeitig machen", sagt Brehm. Da sei man sich einig gewesen.

Mit Vertretern der Vereine und der Schulen, die die Aischtalhalle nutzen, habe es kürzlich ein Gespräch darüber gegeben, wo es am meisten hakt.

Duschcontainer als Provisorium

"Generell sind die Vereine und Schulen sehr zufrieden", sagt Brehm, der aber Verbesserungen, etwa bei den Duschen ankündigt. Es sollen Duschcontainer aufgestellt werden, die solange bleiben, bis darüber entschieden ist, was mit der Aischtalhalle passiert: Abriss oder Sanierung. Das sei in frühestens fünf Jahren, sagt Brehm. Der Stadtrat müsse dazu aber natürlich noch entscheiden.

Eine Verlagerung der Halle sei für ihn vom Tisch. "Ich bin für die Beibehaltung des Standortes. Und das ist mittlerweile quasi auch Konsens", sagt der Bürgermeister. Dabei ist er sich mit CSU-Mann und Herausforderer Schulz einig. Auch er findet, ob Neubau oder Sanierung: Die Halle sollte bleiben, wo sie ist.

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