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Höchstadt a. d. Aisch
Gegendemonstration

AfD-Politiker Jörg Meuthen am Donnerstag in Höchstadt: Bündnis ruft zu Protest auf

Die AfD Höchstadt veranstaltet am Donnerstag einen Auftritt von Bundesvorsitzendem Jörg Meuthen. Zeitgleich wird eine Gegendemonstration stattfinden.
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Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD, kommt auf Einladung des Ortsverbands Höchstadt am Donnerstag  in die Fortuna Kulturfabrik. Das Bündnis Aktion Courage hat eine Gegendemonstration angemeldet. Foto: dpa
Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD, kommt auf Einladung des Ortsverbands Höchstadt am Donnerstag in die Fortuna Kulturfabrik. Das Bündnis Aktion Courage hat eine Gegendemonstration angemeldet. Foto: dpa

Für ihren Kommunalwahlkampf hat der AfD-Ortsverband Höchstadt schon vor längerem eine Veranstaltung am kommenden Donnerstag, 12. März, in der Fortuna Kulturfabrik angekündigt. Gastredner: AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen. Neben ihm soll auch Christian Beßler sprechen, der die AfD-Liste für den Höchstadter Stadtrat anführt.

Nun hat das Bündnis Aktion Courage eine Gegendemonstration angemeldet. Man werde für "Höchstadt, eine friedliche Stadt für unantastbare Menschenrechte" demonstrieren, heißt es in einer Mitteilung.

Aktion Courage stelle sich gegen "eine grundsätzlich undemokratische Politik, welche für alle Probleme der Zeit lediglich die Ausländer, Einwanderer oder Menschen mit anderer Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung oder Behinderung verantwortlich machen will."

Das Bündnis ruft die Bevölkerung auf, zur Gegendemonstration am Donnerstag, Beginn um 18.30 Uhr, auf den Platz hinter der Kulturfabrik zu kommen. Man wolle "ein Zeichen setzen für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde" und lade alle Bürger ein, "der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die AfD es nicht schaffen wird, unsere friedliche Gesellschaft zu spalten."

Das Bündnis hat zudem alle Landrats- und Höchstadter Bürgermeisterkandidaten eingeladen, bei der Kundgebung zu sprechen.

Organisiert von SPD und DGB

Die Demo wird organisiert von Andreas Hänjes, SPD-Fraktionssprecher im Höchstadter Stadtrat und im Kreistag, sowie von Frank Riegler, Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). "Die AfD steht für uns für Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und ein undemokratisches Menschenbild", schreiben sie.

Die AfD kenne nur ein Thema: Migration. Sie habe aber "keine Lösungsvorschläge für die wirklich brennenden Themen unseres Gemeinwesens." Auch Meuthen wirft Aktion Courage eine populistische Fixierung auf das Thema Asyl vor.

Als Europaparlamentarier mache er "nicht einen vernünftigen Lösungsvorschlag zur Bewältigung der anstehenden Probleme in unserem Land oder auf unserem Kontinent."

Aktion Courage wendet sich gegen seinen Auftritt in Höchstadt: "Ist er jetzt gekommen, um die AfD-Kandidaten für die bayerischen Kommunalwahlen mit dem Klopfen von zweideutigen und zynischen Sprüchen zu unterstützten?"

Naturgemäß sieht die Höchstadter AfD das ganz anders. Man wolle mit Rechtsextremen, etwa mit dem "Flügel" um den Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke, nichts zu tun haben, sagt Siegfried Ermer, AfD-Kreisvorsitzender, auf Anfrage des FT. Man habe "mit den Rechtsextremen nichts zu tun". Er distanziere sich ebenso vom "Flügel": "Solange ich Kreisvorsitzender bin, wird Herr Höcke nicht hier auftreten. Sonst würde ich meinen Hut nehmen", sagt Ermer. Die Höcke-Anhänger hätten nicht die Mehrheit in der AfD, was die Wiederwahl von Meuthen als Bundesvorsitzendem gezeigt habe, der aus seiner Sicht einen Gegenpol zur Höcke-AfD darstellt.

Absage wegen Coronavirus?

Ob Meuthens Auftritt angesichts der Entwicklungen in Sachen Coronavirus stattfinden kann, müsse sich allerdings erst noch zeigen. "Ganz sicher ist es nicht", so Ermer. Über eine Absage werde man gegebenenfalls kommende Woche informieren.