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Haundorf
Prognosen

Adidas-Parkhaus wächst - Haundorfer Spange lässt auf sich warten

Die Haundorfer Spange sitzt fest. Die Enteignung hat begonnen, doch ein Ende ist nicht abzusehen. Derweil wächst das Parkhaus bei Adidas und weitere Verkehrsprobleme kommen auf Haundorf zu.
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Das Parkhaus auf der Herzo Base wächst. Die geplante Entlastungsstraße für Haundorf indes schläft.  Foto: Bernhard Panzer
Das Parkhaus auf der Herzo Base wächst. Die geplante Entlastungsstraße für Haundorf indes schläft. Foto: Bernhard Panzer
Es ist unübersehbar: Das neue Adidas-Parkhaus auf der World of Sports schießt in die Höhe. Zeitgleich aber sollte eine Straße gebaut werden, die den Verkehr dann aufnehmen und an der Ortschaft Haundorf vorbei leiten kann. Davon ist nichts zu sehen. Und wann sich da mal was bewegt, konnte in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend auch niemand sagen. "Seit zweieinhalb Jahren ist nichts passiert", erklärte Bürgermeister German Hacker. Und meinte damit die Bemühungen um den Grunderwerb für die so genannte Haundorfer Spange.

Diese Straße ist Angelegenheit des Landkreises, ergänzte Hacker. Und das seit einiger Zeit zu 100 Prozent. Die Stadt sei beim Grunderwerb bemüht gewesen und habe sich da nichts vorzuwerfen. Dennoch konnte laut Hacker bisher erst mit zwei von acht beteiligten Eigentümern eine Einigung erzielt werden. Und das schon vor zweieinhalb Jahren.
Und wie beurteilt der Bürgermeister die Chancen, die fehlenden Grundstücke noch in "normalen Verhandlungen" zu bekommen, wie es CSU-Stadtrat Christian Polster wissen wollte? Hacker: "Ich sehe die Chancen gleich null."

Rush-Hour in Haundorf

Polster, selbst Haundorfer, hatte die Diskussion angestoßen. Er hatte beantragt, in der Sitzung über den gegenwärtigen Stand in Sachen Spange aufzuklären. Und wollte da auch Auskunft über das "Worst Case Szenario": Was ist, wenn der Grunderwerb gescheitert ist? Auch hier verwies der Bürgermeister auf bekannte Aussagen. Der Landkreis habe das Enteignungsverfahren bereits gestartet.

Denn der Bau der Spange werde weiterhin als zwingend notwendig erachtet. Eine Zeitschiene ist Hacker allerdings nicht bekannt. Und er wehrte sich auch gegen übermäßige Lockmittel. "Man könnte das Ganze mit extrem viel Geld erschlagen", sagte er. Aber es gebe schließlich auch Grenzen. Und immerhin seien den Eigentümern gute Angebote gemacht worden.

Für Christian Polster sind diese Aussagen alles andere als gut. Er sieht, übrigens ebenso wie der Bürgermeister auch, erheblich Verkehrsprobleme auf Haundorf zukommen. Schon jetzt sei in der Rush-Hour die Ecke an der Kapellenstraße erheblich belastet. Wenn das Parkhaus dann fertig ist und die Fahrzeuge wohl großteils durch Haundorf fahren, werde das noch immens zunehmen. Hacker gibt ihm da recht: "Das ist weiß Gott schwierig geworden. Wenn das Parkhaus dann noch dazukommt..."

Ein anderer Weg?

Polster hatte die Idee, eventuell eine andere Möglichkeit zu suchen, wie der Verkehr dann abfließen könnte. So einen anderen Weg gebe es aber nicht, sagte das Stadtoberhaupt und bemühte ein "Unwort": Die Spange sei alternativlos.

Antragsteller Polster hatte zuvor betont, dass die Haundorfer keinesfalls unglücklich über den Nachbar Adidas seien. Der Firma sei es zu verdanken, dass sich das Gelände von der "Kaserne zum reinen weißen Gewerbe" entwickelt habe. "Wir profitieren alle davon", sagte Polster. Nichtsdestotrotz habe man nach wie vor im Dorf das Problem mit dem Verkehr.

Grund ist kostbar

Aber auch für die Grundstückseigentümer zeigte der CSU-Stadtrat Verständnis. In der heutigen Zeit werden, besonders in dem von der Ausdehnung her kleinen Herzogenaurach, die Flächen immer weniger und wertvoller. Grund und Boden hätten nicht nur materiellen, sondern auch ideellen Wert für die Familien, niemand verkaufe in der heutigen Zeit gern.
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