Adelsdorf
Workshop

Adelsdorfer Schüler fordern eigene Busse

Die Fahrt aus Adelsdorf zu einer weiterführenden Schule nach Höchstadt oder Erlangen gleicht oft einem teilweise gefährlichen Abenteuer.
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Die Schüler diskutierten in mehreren Gruppen und erarbeiteten Verbesserungsvorschläge.    Foto: Johanna Blum
Die Schüler diskutierten in mehreren Gruppen und erarbeiteten Verbesserungsvorschläge. Foto: Johanna Blum

Karsten Fischkal (FW) erreichen immer wieder Beschwerden über die Busanbindung an die weiterführenden Schulen in Höchstadt und Erlangen. "Deswegen möchte ich euch, die ihr davon betroffen seid, heute selbst zu Wort kommen lassen", sagte Adelsdorfs Bürgermeister am Donnerstagnachmittag bei einem Workshop im Rathaus zu den Schülern im Alter von zehn bis 18 Jahren, die auf diese Busse angewiesen sind.

Was läuft gut? Was läuft nicht so gut und was kann und sollte verbessert werden? Diese Fragen und Probleme erarbeiteten die Schüler in einem Workshop gemeinsam unter Anleitung des Bürgermeisters und von Hans Kuhn, dem Jugendbeauftragten der Gemeinde Adelsdorf, der zugleich Schulbusbeauftragter am Gymnasium Höchstadt ist. Die Ergebnisse werden demnächst dem Landrat Alexander Tritthart (CSU) überreicht.

Nicht nur zahlreiche Schüler des Gymnasiums, der Realschule und der Mittelschule, auch besorgte Eltern waren der Einladung gefolgt. Eingangs erklärte Fischkal, dass sich der ÖPNV in den vergangenen Jahren sehr zum Positiven hin verbessert habe. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei Sache des Landkreises und auch der Schulbusverkehr werde über diese öffentlichen Linien abgewickelt, aber genau da liege das Problem.

Nach einer kurzen Anleitung erarbeiteten die Schüler aktiv in sechs Gruppen das Positive sowie das Negative und dann brachten sie ihre Verbesserungsvorschläge vor. Es war schon erstaunlich, mit welchem Eifer selbst die jüngeren Schüler dabei waren. Sie erzählten ihre teilweise gefährlichen Erlebnisse und die anwesenden Eltern waren oft geschockt.

"Das ist ja richtig verantwortungslos, was hier geschieht", meldete sich eine besorgte Mutter zu Wort. "Es ist ja sehr gut, dass Höchstadt so viele weiterführende Schulen hat, aber die Busanbindung sollte wirklich überdacht werden. Über 100 Kinder in einem Bus, lass da mal was passieren! Wir Eltern sind keine Taxifahrer", so einige Erwachsene im Zuschauerbereich des Sitzungssaales. Auch ein anwesender Lehrer einer Höchstadter Schule, der krankheitsbedingt mehrere Wochen den Bus zur Schule nehmen musste, konnte die Sorgen und Ängste der Schüler bestätigen. Eigentlich sollte der Landrat selbst einmal mitfahren, schlugen die älteren der Schüler vor, aber bitte ab Weppersdorf.

Nach zwei aktiven arbeitsamen Stunden mit regen Diskussionen stand fest, dass ganz schnell etwas passieren muss. Fest stehe aber auch, dass dies nicht nur ein Adelsdorfer Problem ist, sondern viele Kinder und Jugendliche im Landkreis betreffe. Das Fazit war, dass dringend separate Schulbusse fahren sollten. Die Zahl der Buskinder sei bekannt und so könne auch stets ein entsprechend großer Bus eingesetzt werden. Fischkal bot an, die Ergebnisse aus dem Workshop dem Landrat persönlich zu überbringen, worauf sich spontan 16 Schüler meldeten, die mitkommen wollen. "Ich organisiere einen Termin und dann fahren wir gemeinsam nach Erlangen - natürlich mit dem Bus", versprach Fischkal.

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