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Adelsdorfer Bücherei feiert 60-jähriges Bestehen

Einst von jungen Ministranten geleitet, hat die Adelsdorfer Bücherei eine gute Bilanz. Auch heute noch werden die Medien oft ausgeliehen.
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Am Sonntagmorgen gab es einen Gottesdienst mit einer anschließenden Ehrung in der Kirche in Adelsdorf. Foto: Yannik Hupfer
Am Sonntagmorgen gab es einen Gottesdienst mit einer anschließenden Ehrung in der Kirche in Adelsdorf. Foto: Yannik Hupfer
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Es war im Frühjahr 1977, als der damalige Pfarrer Adelsdorfs, Pfarrer Friedrich, die Leitung der Bücherei abgab. Er setzte nun fünf junge Ministranten ein, um die Bücher zu verwalten. Damals waren es noch fünf Schränke, heute sind es rund 16.000 Medien. Eins aber ist der Bücherei immer noch erhalten geblieben: die Arbeit von Johannes Weiß. Er war einer jener Ministranten, die die Bücherei, die 1957 eröffnet wurde, übernahmen. Und das mit Erfolg: Als der Kindergarten 1978 umzog, wurden die alten Räume des Kindergartens zum Pfarrzentrum. Und da fand man Spiel- und Musizierräume, die schnell zur Bibliothek umfunktioniert wurden. Auch die Öffnungszeiten veränderten sich: von einst Sonntag, öffnete man bald auch am Donnerstag und heute kann man auch dienstags Bücher entleihen.

1987 wurde Johannes Weiß dann zum kirchlichen Büchereiassistenten ausgebildet. Heute kann er von sich sagen, bereits seit 38 Jahren die Bücherei zu leiten. Dafür wurde er am Sonntagmorgen mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Ehrung in der Kirche in Adelsdorf geehrt. Zudem wurden Magret Hochmeier, Verena Jacob, Edelgard Ruhsland, Ingrid Springmann und Heike Zahnleiter für 20 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit in der Bücherei geehrt. Christel Trenz hilft schon seit mittlerweile 25 Jahren mit. Günter Staudigel und Johannes Weiß sind seit insgesamt 40 Jahren in der Bücherei tätig. Sie erhielten eine Ehrenurkunde und einen silbernen Anstecker. Ein Ehrenzeichen des St. Michaelbundes, des Verbandes für katholische Büchereiarbeit in Bayern.


Erstaunt über die hohe Ausleihquote

Doch nicht nur die Jubiläen der ehrenamtlichen Mitarbeiter wurden gefeiert. Auch die Bücherei an sich stand am gestrigen Sonntag auf der Liste der zu Ehrenden. Denn sie wurde 60 Jahre alt. Und auch in Zeiten von E-Books, Ausleihportalen im Internet und Möglichkeiten des Streamings findet die Bücherei immer noch Anklang. "Es wundert einen doch immer wieder, wie viel ausgeliehen wird", erklärte Bürgermeister Karsten Fischkal am Sonntag.

Die Bücherei verzeichnet pro Jahr rund 25.000 bis 30.000 Entleihungen. Laut Fischkal sei aber auch der persönliche Kontakt wichtig und ein Grund, warum die Quote so gut ist. Auch die Lesenacht, die seit 2008 veranstaltet wird, trage dazu einen großen Anteil bei.

Über die Jahre konnte man so einiges in der Bücherei ausleihen: neben Schallplatten und Kassetten am Anfang stehen heute DVDs, Gesellschaftsspiele und natürlich Bücher zum Ausleihen zur Verfügung. Zusätzlich hat die Bücherei 34 Abos bei Zeitschriften. "Es hat sich vieles geändert, was die Bevölkerung will", erklärte Johannes Weiß. Die Bedürfnisse hätten sich über die Jahre gewandelt. Eines sei aber in all den Jahren geblieben und zeichne die Bücherei auch heute noch aus: der Kundenkontakt. "Das Gespräch mit den Kunden ist sehr wichtig", sagt Weiß.
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