Adelsdorf
Kulturausschuss

Adelsdorf will Angebote für jedes Alter

Ein Familienstützpunkt könnte dabei helfen, die vielen Neubürger in der Gemeinde zu integrieren.
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Damit im "Bunker" auch weiterhin alles rund läuft, hat Karl Karbacher (l.) die Leitung des Jugendtreffs erst im vergangenen Jahr an Marius Roppelt (Mitte) übergeben. Jugendbeauftragter Hans Kuhn ist der Ansprechpartner der Gemeinde.    Foto: Sabrina Ruhmann (Archiv)
Damit im "Bunker" auch weiterhin alles rund läuft, hat Karl Karbacher (l.) die Leitung des Jugendtreffs erst im vergangenen Jahr an Marius Roppelt (Mitte) übergeben. Jugendbeauftragter Hans Kuhn ist der Ansprechpartner der Gemeinde. Foto: Sabrina Ruhmann (Archiv)
Dass Adelsdorf wächst, darüber wird schon seit Monaten gesprochen. Viele neue Bürger sind schon hinzugezogen und noch viel mehr werden in den kommenden Jahren erwartet. Doch die Attraktivität der Gemeinde bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Eine davon ist, wie man die neuen Familien in die Dorfgemeinschaft integriert und ihnen einen guten Start ermöglicht.
In die Sitzung des Kulturausschusses am Mittwochabend wurden deshalb stellvertretender Jugendamtsleiter Otto Schammann und Jennifer Kneisl vom Fachdienst für Familienbildung eingeladen. Sie stellten das Konzept eines Familienstützpunktes vor. "Das Ziel ist es, ein bedarfsgerechtes und koordiniertes Unterstützungsangebot zu schaffen", erklärte Schammann. Koordination sei hier das Stichwort. Denn oft wissen neue Bürger nicht, wo was wann stattfindet.
Ein Familienstützpunkt könnte dafür die Lösung sein. So sei es vordergründig nicht das Ziel, viele neue Angebote und damit Konkurrenz zu schaffen, vielmehr möchte man bestehende Organisationen verknüpfen. Eine Einrichtung für gemeinsame Aktivitäten könnte der Stützpunkt aber trotzdem zusätzlich bieten.
Mit einer Anschubfinanzierung durch den Landkreis in Höhe von 10 000 Euro würde zusätzlich ein Anreiz geschaffen, auch in Adelsdorf solch eine Einrichtung zu installieren. Für Jennifer Kneisl steht vor allem die Betreuung der Familien im Vordergrund. Sie möchte die ganze Familie erreichen und auch einen Ort bieten, der in verschiedenen Lebenslagen und auch in Erziehungsfragen weiterhilft. "Wir müssen so früh wie möglich ansetzen, um die Familien zu erreichen", sagt sie. So sollen vom Baby bis zur Großmutter alle mitgenommen und integriert werden.
Dazu gehören auch Jugendliche. Für sie ist bereits ein Angebot in Adelsdorf vorhanden. Jugendbeauftragter Hans Kuhn stellte die Ergebnisse der Jugendkonferenz aus dem Januar vor. So haben sich die über 20 Heranwachsenden gewünscht, die Spielesammlung zu erweitern, was bereits geschehen ist. Für rege Diskussion sorgte hingegen der Vorschlag, den Jugendtreff "Bunker" auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten zu vermieten. Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) hat diesbezüglich Bedenken: "Wenn wir aufmachen, machen wir für alle auf." So sei der Jugendtreff dann nicht nur an Einheimische, sondern auch an Auswärtige zu vermieten, die man womöglich nicht kenne. Ob diese ordnungsgemäß mit der Musikanlage und dem Inventar umgehen, sei fraglich.


Feiern unter Aufsicht

Seine Lösung: die Jugendlichen, wie auch bereits geschehen, während der herkömmlichen Öffnungszeiten in den Räumlichkeiten feiern zu lassen. Die drei Betreuer hätten so auch ein Auge auf die Feiernden. Weiter habe man auch schon Grillfeste und Weihnachtsfeiern veranstaltet, bei denen die Gemeinde die Jugendarbeit unterstützte.
Doch nicht nur im Bunker wird manchmal gefeiert, auch auf den Kerwas in Adelsdorf und den Ortsteilen geht es im Sommer zur Sache. Die Jugendlichen wünschen sich deshalb einen Kirchweih-Shuttle, der sie aus den Ortsteilen auf die jeweilige Kirchweih bringt - und natürlich wieder zurück. Doch nicht nur Jugendliche, sondern auch Menschen aus allen Altersklassen könnten den Shuttleservice nutzen, weshalb der Vorschlag weiterverfolgt und ausprobiert wird.
Auch über die Neubesetzung der Jugendarbeit wurde am Mittwochabend diskutiert. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Iso (Innovative Sozialarbeit Bamberg) dem Ausschuss vorgestellt. Sie fungiert bereits als Träger für die Jugendarbeit in anderen Gemeinden. Auch in Schlüsselfeld ist sie tätig.
Vor einigen Jahren hatte man einen Jugendarbeiter in der Gemeinde installiert, sich dann aber getrennt. Von Andreas Maier aus den Reihen der CSU kam vor allem der Einwand, dass ein Einsatz mit hohen Kosten verbunden sei, während Marion Bierlein (FW) die Kosten für gerechtfertigt hält: "Es kostet Geld. Aber es ist eine Investition in die Zukunft."
Die Ausschussmitglieder einigten sich darauf, das Projekt in der Nachbargemeinde vor Ort anzuschauen und daraus weitere Schlüsse zu ziehen.

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