Höchstadt a. d. Aisch
Bauausschuss

"Action" soll nach Höchstadt-Süd kommen

In den ehemaligen Netto-Markt in Höchstadt-Süd zieht ein Filialist ein, der mit Niedrigstpreisen wirbt.
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In diesem Gebäude in Höchstadt-Süd, in dem ein Netto-Markt war, soll es bald 3000 Artikel unter einem Euro geben.  Foto: Andreas Dorsch
In diesem Gebäude in Höchstadt-Süd, in dem ein Netto-Markt war, soll es bald 3000 Artikel unter einem Euro geben. Foto: Andreas Dorsch

Abgeschriebene, leer stehende Gebäudehüllen von ehemaligen Einkaufsmärkten sind inzwischen auch im Aischgrund schon einige zu finden. Die ebenfalls schon länger verwaiste Immobilie an der Fürther Straße in Höchstadt, in der ein Netto-Markt untergebracht war, soll kein weiteres solches Objekt werden.

Der Bauausschuss des Stadtrats stimmte am Montagabend dem Vorhaben des Unternehmens "Action Deutschland" zu, darin einen Non-Food-Discountmarkt zu eröffnen. Wie Firmenvertreter Christian Mäutner den Räten erläuterte, will das holländische Unternehmen in dem 1089 Quadratmeter großen Gebäude 14 Artikelgruppen mit über 6000 Teilen anbieten. Die Hälfte davon soll weniger als einen Euro kosten. Dabei werde das Sortiment ständig wechseln. 1300 Filialen betreibt Action inzwischen in sieben Ländern Europas, eine auch in Herzogenaurach.

CSU-Sprecher Alexander Schulz schlug vor, beim Sortiment Auflagen zu machen und es auf das Angebot in der Innenstadt abzustimmen. Ein Vorschlag, für den Bürgermeister Gerald Brehm (JL) keine rechtliche Möglichkeit sieht.

Eigentümer sitzen im Ruhrgebiet

Eigentümer des Gebäudes an der Fürther Straße ist ein Immobilienverwalter und -entwickler aus dem Ruhrgebiet. In dessen Auftrag hat der selbstständige Weisendorfer Immobilienfachwirt Andreas Wagener den neuen Mieter aufgetan.

"Es war nicht einfach, den ehemaligen Netto-Markt wieder zu vermarkten", verriet Wagener dem FT. Er hatte das Gelände auch dem Nachbarn, der Firma Schaeffler angeboten, doch keine Reaktion bekommen.

Eine Anfrage habe es dagegen aus dem Bereich Holzhandel gegeben. Das sei laut Wagener aber nicht im Sinne des Eigentümers gewesen, der wieder mehr Leben in dem Gebäude haben möchte. Hätte es die Vermietung an die Firma Action nicht gegeben, wäre mangels Publikumsfrequenz wohl auch der Bekleidungsmarkt Takko aus dem Nebenbau ausgezogen.

Der Weisendorfer Immobilienexperte, der mit seiner Firma "Box of Brix" Konzepte und Strategien für die Nutzung von Gewerbeimmobilien entwickelt, hätte es bedauert, wenn der Bauausschuss der neuen Nutzung nicht zugestimmt hätte. "Handel ist Wandel", zitiert Wagener einen Spruch aus der Branche. Als Eigentümer solcher Immobilien müsse man heute ständig das Ohr am Mieter haben, denn der Handel habe immer wieder Anpassungsbedarf. Würden Eigentümer das nicht erkennen, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn ihr Objekt leer steht.

Auch mit Blick auf Höchstadt ist Wagener überzeugt, dass nicht die Märkte am Stadtrand die Innenstadt bedrohen, sondern der Onlinehandel.

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