Adelsdorf
Verabschiedung

Abschied vom Kindergarten

Nach 47 Jahren als Kinderpflegerin wurde Helga Birker in den Ruhestand verabschiedet.
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Helga Birker (Sechste von links) inmitten ihrer Kolleginnen  Foto: pr
Helga Birker (Sechste von links) inmitten ihrer Kolleginnen Foto: pr
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Nach 47 segensreichen Jahren als Kinderpflegerin nahm Helga Birkner am 2. August mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied von ihren Kindern und Kolleginnen in der katholischen Kindertagesstätte Sancta Maria in Adelsdorf. In dieser langen Zeit hat sie drei Generationen Adelsdorfer liebevoll betreut und viele erinnern sich heute noch gerne an ihre Tante Helga.

"Ich habe es immer als Gnade empfunden so viel Freude bei meiner Arbeit zu spüren", so die scheidende Kinderpflegerin.

Im Alter von 17 Jahren hatte sie ihre Ausbildung abgeschlossen und war glücklich, gleich im Adelsdorfer Kindergarten einen Arbeitsplatz gefunden zu haben. "1979 wurde noch unter Pfarrer Leo Friedrich der Kindergarten in der Parkstraße eingeweiht und wir sind aus den Räumen im jetzigen Pfarrzentrum umgezogen." Es gab damals bereits drei Gruppen und 1985 wurde er auf fünf Gruppen mit jeweils 25 Kindern erweitert. "Viel hat sich in der Zeit verändert", erzählt sie. Bei anfangs 50 Kindern in der Gruppe sei es mehr eine Kinderaufbewahrung gewesen als dass man von Pädagogik sprechen konnte. Das Aushängeschild sei Basteln und Singen gewesen. Es habe zwar schon Vorschulgruppen gegeben, aber das sei mit heute nicht mehr vergleichbar. "Mit Tante Helga wurde ich angesprochen und bei meiner Tätigkeit trug ich immer eine Schürze", erinnert sie sich.

Die Entwicklung der frühkindlichen Pädagogik im Kindergarten ist sie Schritt für Schritt durch Fortbildungen und Vorträge, aber besonders auch durch Erfahrungen mitgegangen. Jetzt werde in Kleingruppen gearbeitet, situationsbezogen und auch Projektarbeit sei angesagt mit Einbeziehen der Kinder und demokratischer Abstimmung. Ein großer Teil der Arbeit sei das Beobachten der Kleinen, um zu sehen wo sie stehen und ob zusätzlich in irgendeinem Bereich Unterstützung und Förderung nötig sei.

"Fester Bestandteil unserer Einrichtung heute sind Frühförderung und Ergotherapie. Auch die Zusammenarbeit mit der Grundschule seit 20 Jahren ist eine gute Sache", erklärt sie.

Entwicklungsbögen und Elterngespräche gehören heute zur erzieherischen Arbeit. "Persönlich finde ich es sinnvoller, statt Entwicklungsbögen, die sehr aufwändig sind, lieber die Zeit am und mit dem Kind zu verbringen." Positiv sieht sie jedoch die Einbeziehung der Väter. Früher habe man kaum einen Papa in der Einrichtung gesehen, was jetzt normal und klasse sei. Von Anfang an war Tante Helga in den jeweiligen Leitungsgruppen eingesetzt. Nebenbei verrät sie ihren persönlichen Leitspruch, der von Maria Montessori kommt: "Hilf mir, es selbst zu tun!"

Das ist ihr bestimmt gelungen und viele Ehemalige haben sie bis heute nicht vergessen.

Die Arbeit im Kindergarten war ihr Leben und hat sie und ihre Familie zu dem gemacht, was sie heute ist: ein rundum zufriedener Mensch mit dankbarem Herzen. Im neuen Lebensabschnitt bleibt ihr nun viel Zeit für ihre vier Enkelkinder, auf die sie sehr stolz ist.

Auch für ihre vielen Hobbys wie Schwimmen, Walken, Radfahren, Lesen und Reisen - einfach zu leben - hat sie jetzt Zeit. "Ich freue mich auf das, was noch kommt und möge Gott mir dazu die Gesundheit erhalten!", so die scheidende Kinderpflegerin.

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