Herzogenaurach
Trauerfeier

Abschied nehmen von einer großen Frau

Rüstig bis ins hohe Alter - das war die bekannte und beliebte Herzogenauracher Unternehmerin Marianne Hoffmann. Mit 93 Jahren schloss sie nun für immer die Augen. Ihrer Beerdigung wohnten zahlreiche Trauergäste bei.
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Groß war die Zahl der Trauergäste. Fotos: Richard Sänger
Groß war die Zahl der Trauergäste. Fotos: Richard Sänger
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Die Familie, Verwandte, Mitarbeiter und Weggefährten sowie Vertreter der Stadt Herzogenaurach geleiteten Marianne Hoffmann am Samstag auf ihrem letzten Weg. Einen Tag vor Mariä Himmelfahrt starb die bekannte Herzogenauracherin im Alter von 93 Jahren. Auch Menschen, die sie nicht kannten, ist der Name "Sport Hoffmann" ein Begriff. Das frühere Sportgeschäft an der Hauptstraße und jetzige Outlet im Herzogenauracher Norden ist das Lebenswerk von Marianne Hoffmann und ihres Mannes Hans.

Vertraute von Adi Dassler

Außerdem war die Schwägerin des Adidas-Gründers Adolf Dassler von der ersten Stunde an die persönliche Vertraute des Chefs in dessen Firma. Über Jahrzehnte hinweg war sie in alle Entscheidungen eingebunden, die die drei Streifen aus Herzogenaurach an die Weltspitze führten. Dies würdigte bei der Trauerfeier auch die zweite Bürgermeisterin Renate Schroff (SPD): "Marianne Hofmann hat die Stadt mit geprägt und sich verdient um den Aufschwung gemacht. Sie hat auch einen wesentlichen Anteil am Aufstieg der Firma Adidas zum Global Player." Die Stadt Herzogenaurach würdigte die Unternehmerin 1999, im Alter von 80 Jahren, mit der Stadtmedaille in Gold.

Erfolgreiches Geschäftsleben

Als Marianne Hoffmann nach dem Schrecken des Krieges ihre Tätigkeit begann, arbeitete sie am Wirtschaftswunder im deutschen Sportfachhandel mit. Dieser Aufbauwille, aus ihrem eigenen Haus einen respektierten Markennamen in Deutschland zu machen und die unbedingte Liebe zu Adidas, ihrer Schwester Käthe und ihrem Schwager Adi, haben das erfolgreiche Geschäftsleben von Marianne Hoffmann geprägt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Sport Hoffmann zu einem wahren Anziehungspunkt für Sportschuh-Touristen. 2009 erhielt die Seniorchefin des Sporthauses im Beisein der gesamten Belegschaft die höchste Auszeichnung, die der Verband Deutscher Sportfachhandel VDS zu vergeben hat: die Goldene Ehrennadel.

Geschätzte Unternehmerpersönlichkeit

Geboren wurde Hoffmann als Maria Anna Martz am 9. Oktober 1919 in Pirmasens. Dort wuchs sie mit fünf Geschwistern auf. 1939 zog Marianne, wie sie später genannt wurde, mit ihren Eltern nach Herzogenaurach. Zunächst arbeitete sie in der Stadtkasse des Fliegerhorsts, wo sie ihren Ehemann Hans Hoffmann kennenlernte. 1941 heirateten die Beiden. Von da an arbeitete sie sowohl an der Seite ihres Schwagers Adi in dessen Sportfirma Adidas, als auch als Unternehmerin im eigenen Sporthaus, das sie 1946 mit ihrem Mann eröffnete. Sie wurde als bedeutende Unternehmerpersönlichkeit geschätzt, die sich durch eine herzliche Art auszeichnete.

"Wer die Zukunft bauen will, muss sich von der Stelle bewegen."

Geschäftspartner bezeichneten Marianne Hoffmann immer als extrem willensstarke Geschäftsfrau mit Prinzipienfestigkeit, Menschenkenntnis und Uneigennützigkeit im sozialen Bereich. Marianne Hoffmann befolgte stets die Maxime: "Wer die Zukunft bauen will, muss sich von der Stelle bewegen." Bis ins hohe Alter war Marianne Hoffmann Vorbild für die eigene Familie und für den mittelständischen deutschen Sportfachhandel. Marianne Hoffmann, so ehemalige Weggefährten, erwies sich von Beginn an als geschickte Brückenbauerin zwischen Adidas und dem deutschen Sportfachhandel.

Alter und neuer Heimat eng verbunden

Diakon Hans Scherbaum stellte dem Trauergottesdienst einen Text aus dem Psalm 23 voraus. So habe alles Leben auf der Erde einen Anfang, aber auch ein Ende. "Tod und Sterben erinnern uns immer an das Ende, aber Gott steht über uns", erklärte Scherbaum. Der Diakon konnte auch aus persönlichen Begegnungen mit der Verstorbenen berichten. So sei Marianne Hoffmann ihrer Heimat Pirmasens und besonders den Mallersdorfer Schwestern immer verbunden geblieben. Nichtsdestotrotz fühlte sie sich auch Herzogenaurach verbunden, ihrer Familie, den Freunden und Mitarbeitern sowie besonders ihrem Enkel Kevin, der bei der feierlichen Beisetzung den Trauerzug anführte.

Traueranzeige auf trauer.inFranken.de.


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