Herzogenaurach
Abschiebung

Abschiebung: Schwangere Frau musste zurück nach Kuba

Eine schwangere Frau aus Kuba wurde aus der Unterkunft in der Herzogenauracher Goethestraße abgeholt. Ihr Asylantrag war seit einem Jahr abgelehnt.
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Die Flüchtlingsunterkunft in der Goethestraße  Foto: FT-Archiv
Die Flüchtlingsunterkunft in der Goethestraße Foto: FT-Archiv

Uschi Schmidt von der Flüchtlingsbetreuung Herzogenaurach war am Montag heller Aufregung. Sie machte sich Sorgen um eine junge Frau aus Kuba, die am gleichen Tag abschoben wurde. Und das, obwohl sie hochschwanger sei. Die Frau war in der Flüchtlingsunterkunft in der Goethestraße untergebracht.

Das Landratsamt hat das auf Anfrage des FT bestätigt. Die Frau sei am frühen Morgen von der Polizei abgeholt worden, um sie abzuschieben, sagte Pressesprecherin Hannah Reuter-Özer. Die Kubanerin sei von einem Arzt untersucht worden, der ihr attestiert habe, dass sie flugtauglich sei. Zielort sei ihr Heimatland, der Flug fand wohl noch im Laufe des Montags statt.

Für die Herzogenauracherin Uschi Schmidt kam die Aktion, wie sie gegenüber dem FT feststellte, zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Und es sei für sie auch zweifelhaft, ob die Maßnahme bei einer Frau in ihrem Zustand - die Schwangerschaft soll kompliziert gewesen sein - rechtmäßig sei, meinte Schmidt.

Grund genug, sich in diesem Zusammenhang jetzt intern besser aufzustellen. Deshalb soll bei der nächsten Vollversammlung der Flüchtlingsbetreuung am 26. Februar eine Checkliste ausgearbeitet werden, um bei Abschiebungen von Flüchtlingen besser gerüstet zu sein. Und wenn es nur darum geht, mehr Informationen zu haben oder mal schnell ein paar Euro bereit zu halten. Man will sich darüber hinaus auch besser vernetzen.

Einhundert Euro habe die Flüchtlingsbetreuung am Morgen der Frau aus Kuba noch schnell mit auf den Weg geben können, sagte Schmidt. Ihre Hoffnung, die angehende Mutter würde nicht direkt nach Kuba, sondern vielleicht nach Spanien abgeschoben, erfüllte sich nicht. Denn dort hätte man ihr besser weiterhelfen können, meinte Uschi Schmidt.

Sie teilte auch mit, dass der Name des Vaters des ungeborenen Kindes bekannt sei, das sei ihr vor Ort in der Goethestraße zugetragen worden. Es seien sogar Heiratsunterlagen eingereicht, aber nicht anerkannt worden, so Schmidt. Ein konkreter Nachweis läge allerdings nicht vor, sagte diesbezüglich Hannah Reuter-Özer, die Pressesprecherin des Landkreises.

Wichtig war für die Beurteilung der Abschiebung, dass das Kindeswohl nicht gefährdet ist, sagte die Pressesprecherin. Deshalb auch die ärztliche Untersuchung. Der Ablehnungsbescheid habe der Asylbewerberin seit Februar 2018, also seit einem Jahr, vorgelegen.



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