Höchstadt
Offener Brief

Zivilschutz: Ist der Landkreis Erlangen-Höchstadt gerüstet?

Wie sieht es mit dem Zivilschutz im Landkreis aus? Das wollen Ulrike und Werner Schramm, Jenny Porzner-Schirl, Christoph Reuß und Johann Schulz wissen. Die fünf Höchstadter stellen in einem an Landrat Alexander Tritthart (CSU) gerichteten Brief, der auch dem FT zuging, eine ganze Reihe Fragen.
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Wie gut ist der Landkreis Erlangen-Höchstadt auf den Katastrophenfall vorbereitet?  Foto: Armin Weigel, dpa
Wie gut ist der Landkreis Erlangen-Höchstadt auf den Katastrophenfall vorbereitet? Foto: Armin Weigel, dpa
Hintergrund für den Vorstoß seien die in Nachrichten wiederholt auftauchenden Zündeleien gegen Osten. Es werde "mobil gemacht" heißt es in den Schreiben, und nicht nur Alt-Bundeskanzler Schmidt spreche berechtigterweise von der Gefahr eines "heißen Krieges". Die deutsche Politik hätte viel in der Hand, das zu verhindern.
Ihnen als Bürger stellten sich dringend praktische Fragen nach dem Zivil- beziehungsweise Katastrophenschutz:

- Welche konkreten Pläne und Hilfseinheiten für den Katastrophenfall (ABC-Alarm) bestehen?

- Inwieweit bestehen seitens des Landratsamtes vorbereitete Übungseinheiten für uns Bürger, wie wir uns im Katastrophenfall zu verhalten haben (Chemieunfall auf A3 und Bundesstraßen, konventionelle militärische Auseinandersetzung)?

- Welche Bunker- oder vergleichbbare Schutzeinrichtungen gibt es und wo liegen diese?

- Wie wird die Bevölkerung vorbereitend entsprechend eingewiesen, diese zu erreichen?

- Wo lagern Notvorräte und wie werden diese bewirtschaftet?

- Welche Vorsorgemaßnahmen sind für Schulkinder und Senioren vorgesehen?

- Inwieweit ist ausgebildetes medizinisches Personal bereits auf seinen Einsatz (wo?) vorbereitet worden?

- Welche Sanitätseinheiten sind in welchem Umfang für unsere Stadt zuständig?

- Wie viele sanitäre Transporteinheiten, Hilfskrankenhäuser, Depots für Notfallmedikamente (in welchem Umfang?) gibt es in erreichbarer Nähe?

- Wann und wo werden entsprechend flächendeckend nach österreichischem Vorbild zum Beispiel Jodtabletten ausgegeben?

- Wo und in welchem Umfang lagert Dekontaminationsmaterial (AKW-Unfall, radioaktive Verseuchung)?

- Wo stehen die Transporteinheiten in welchem Umfang bereit, falls es zu einer Evakuierung kommen sollte?

- Welche Unterlagen existieren für den Alarmfall und wo können wir diese vorbereitend einsehen können?

- Inwieweit beziehungsweise wann und wo werden die genannten Maßnahmen mit der Bevölkerung geübt?

- Wie soll die Bevölkerung großflächig alarmiert werden? Wir sind so informiert, dass gegebenefalls die normalen Handynetze ausgeschaltet werden.

- Inwieweit wurden neue ABC-Einheiten aufgestellt oder sind neue geplant(einschließlich der Aufstockung des Fahrzeugbestandes entsprechend der Bevölkerungsdichte)?


Bitte um zeitnahe Aufklärung

Weiter heißt es in dem offenen Brief: "Wir sind darüber informiert, dass schnelle Einsatzgruppen jetzt als Rettungsdienste für den Katastrophenschutz zuständig sein sollen, die Feuerwehr jedoch von ihren Kapazitäten her die flächige Notfallversorgung der Bevölkerung gar nicht leisten kann." Und: "Einer differenzierten und zeitnahen Aufklärung sehen wir mit Interesse entgegen."
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