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Herzogenaurach
Symbolik

Zeichen des Glaubens

Max-Josef Schuster erklärte in Herzogenaurach den Unterschied zwischen Kreuz und Kruzifix.
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Verschiedene Kreuzdarstellungen waren im Vortragsraum zur Ansicht ausgelegt. Foto: Manfred Welker
Verschiedene Kreuzdarstellungen waren im Vortragsraum zur Ansicht ausgelegt. Foto: Manfred Welker
Zum Thema "Weltbild-Schandpfahl-Talisman. Dem Kreuz neu begegnen - eine Spurensuche" referierte Max-Josef Schuster im Rahmen einer Vortragsreihe der Erwachsenenbildung der katholischen Stadtpfarrei von Herzogenaurach.
Jesus wurde am Schandpfahl hingerichtet, die perfideste Hinrichtungsmöglichkeit, die die Antike zu bieten hatte. "Ist es ein werbewirksames Mittel für eine junge, neue Religion?", fragte Schuster die Zuhörer zu Beginn. Er legte in seinem Vortrag Wert auf die Unterscheidung von Kreuz oder Kruzifix.
Das Kreuz ist ein Zeichen, das bereits in der Höhlenmalerei der Steinzeit vorkommt. Es ist ein Zeichen für Ordnung und Heil, vermutlich auch für Segen. Es ist ein Zeichen für eine geordnete, überschaubare und heilsame Welt. Das in einen Kreis eingeschriebene Kreuz interpretierte Schuster als Zeichen von Ganzheit.
Im Judentum ist der Buchstabe Tau ein Beziehungszeichen für Ganzheit und Schutz. Daraus sei im Christentum die Segensformel abzuleiten: "Sei besiegelt im Zeichen des Kreuzes!" Verständlicherweise hätten die Christen in den ersten Jahrhunderten das Kreuz gemieden, da immer noch Menschen am Kreuz hingerichtet wurden. Erst als Kaiser Konstantin die Kreuzigung als Todesart abgeschafft hatte, konnte das Kreuz in der christlichen Kunst verwendet werden.
Das Kruzifix ist dagegen ein Bild, das nur im Christentum existiert. Abgebildet wird Jesus am Kreuz. Er wird als der Lebendige gezeigt, als Sieger über Sünde und Tod. Im Mittelalter wandelt sich mit der Theologie das Bild des Gekreuzigten. Gezeigt wird ein leidender Jesus, der dadurch als einer von uns charakterisiert wird. Dennoch stößt dieses Bild nicht selten auf Kritik. In seinem Vortrag plädierte Schuster für künstlerisch gestaltete Kreuze in Schulklassen, die auf höhere Akzeptanz stoßen würden.
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