Zeckern
Amtsgericht

Zeckerner Brandstifter legte Feuer aus Rache

Der Brandstifter von Zeckern, der im März in einer Nacht zwei Mal Feuer gelegt hat, muss ins Gefängnis.
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Ein 31-Jähriger hat im März die Maschinenhalle seines Vaters in Zeckern angezündet. Vor Gericht äußerte sich der Brandstifter zu dem Motiv seiner Tat.  Foto: Christian Bauriedel
Ein 31-Jähriger hat im März die Maschinenhalle seines Vaters in Zeckern angezündet. Vor Gericht äußerte sich der Brandstifter zu dem Motiv seiner Tat. Foto: Christian Bauriedel
Das Verhältnis zu den Eltern sei schon längere Zeit zerrüttet gewesen. "Das ist noch nie gut gegangen", sagt der Angeklagte. In jener Nacht zum 22. März sei es dann eskaliert.

Die beiden Brände kurz hintereinander werden nicht nur den Feuerwehrleuten längere Zeit in Erinnerung bleiben. Auch der 31-jährige Zeckerner wird wohl noch lange über seine Tat nachdenken. Zwei Beamte führten den Angeklagten am Donnerstag in Fußfesseln in den Saal des Amtsgerichts Erlangen. Am Ende lautete das Urteil von Richter Wolfgang Gallasch auf drei Jahre Haftstrafe.

Der Mann wird sich fragen, warum er sich mit Wein fast bis zur Besinnungslosigkeit betrunken hat, warum er los ging und mit Hilfe von Reißig einen Holzstapel und kurz darauf eine Maschinenhalle seines Vaters angezündet hat. Das Gebäude im Wald, nahe der Köhlerstraße, brannte bis auf die Grundmauern ab. Noch vor Ort wurde der 31-Jährige als Verdächtiger festgenommen. Ein Alkoholtest ergab 2,5 Promille. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf rund 58.500 Euro. "Da wird wohl nur noch die Privatinsolvenz übrig bleiben", stellt Gallasch fest.


Räumungsklage war der Auslöser

Früh schon, noch während der Ermittlungen, legte der Mann ein Geständnis ab. Mit dem Brand einer Gartenhütte nahe Zeckern einige Tage zuvor habe er, anders als von der Polizei vermutet, allerdings nichts zu tun.

Vor Gericht erklärte der Mann die Hintergründe seiner zweifachen Brandstiftung. Es habe einen heftigen Streit in der Familie gegeben, sagt der Mann, der seit der Tat in Untersuchungshaft sitzt. Seine Schwester habe zusammen mit ihren Kindern und ihm in einem Haus in Zeckern gewohnt, das dem Vater gehörte. Als der Vater beschließt, das Haus zu verkaufen, und an jenem Tag die Räumungsklage kommt, sieht der Mann Rot.

"Das ist der Hass. Dass er einfach von jetzt auf gleich die eigenen Kinder rausschmeißt", sagt er auf die Frage von Richter Gallasch, was man empfindet, wenn man Feuer legt. Er habe sich rächen wollen. "Ich hätte eine sinnvollere Lösung finden müssen", sagt er. Warum er nicht eine neue Wohnung gesucht hätte, will Gallasch wissen. Er habe einfach nichts gefunden. Er habe auch bei der Gemeinde angefragt. Aber es sei nichts zu bekommen gewesen.

Als der Richter die Vorstrafenliste verliest, offenbart sich eine lange Kette an Vergehen. Seit seiner Jugend ist der 31-Jährige 16 Mal straffällig geworden.


Eine längere Strafbiografie

Darunter Fälle von Körperverletzung, Diebstahl, Unterschlagung und Hausfriedensbruch, für die es auch Gefängnisstrafen gab. Am häufigsten: "Fahren ohne Fahrerlaubnis". Anwalt Kurt Alka weist deshalb darauf hin, dass die Brandstiftung für seinen Mandanten "eine wesensfremde Tat" gewesen sei.

Die "langjährigen Zerwürfnisse" in der Familie hätten zu der Tat geführt. Dass es sich um planmäßiges Vorgehen gehandelt habe, wie Staatsanwalt Peter Adelhardt feststellte, wies der Anwalt zurück. Es sei eine "Spontanaktion" unter Alkoholeinfluss gewesen.

Der Staatsanwalt erkannte keine verminderte Schuldfähigkeit wegen des Alkoholkonsums. "Er hat eine vollständige Erinnerung.", sagt Adelhardt. Zu Gute halten müsse man ihm sein Geständnis. Mit drei Jahren Haft - vier Monate U-Haft werden noch abgezogen - blieb das Gericht unter der Forderung des Staatsanwalts von drei Jahren und sechs Monaten. "Wenn Sie nüchtern gewesen wären, hätten Sie es nicht gemacht", sagt Gallasch in der Urteilsbegründung.

Dennoch sei diese "völlig sinnlose Tat" zielgerichtet gewesen und habe erheblichen Schaden angerichtet. Der Richter appelliert an den Mann, der Vater zweier Kinder ist: "Sie haben Verantwortung für Kinder." Ein Papa im Gefängnis sei kein gutes Vorbild. "Alleine für Ihre eigenen Kinder müssten Sie sich in den Arsch treten und sich sagen, dass Sie nichts mehr anstellen."

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